Politik: SPD, BmU und Grüne beschließen Temporeduzierung für den Sandheider Ring. Die Verwaltung stellt sich dem jedoch entgegen.

Wenn es nach SPD, BmU und Bündnisgrünen geht, dürfen auch Busse auf dem Sandheider Ring künftig maximal 30 km/h fahren.
Wenn es nach SPD, BmU und Bündnisgrünen geht, dürfen auch Busse auf dem Sandheider Ring künftig maximal 30 km/h fahren.

Wenn es nach SPD, BmU und Bündnisgrünen geht, dürfen auch Busse auf dem Sandheider Ring künftig maximal 30 km/h fahren.

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Wenn es nach SPD, BmU und Bündnisgrünen geht, dürfen auch Busse auf dem Sandheider Ring künftig maximal 30 km/h fahren.

Hochdahl. Der Kreis schließt sich - zumindest in Sachen Geschwindigkeit. Der gesamte Sandheider Ring wird Tempo-30-Zone - wenn es ausschließlich nach SPD, BmU und Grünen ginge. Gleiches gilt für die Brechtstraße, den Hans-Sachs-Weg, Eickert sowie die Gretenberger Straße: Dort sollen möglicherweise sogar Spielstraßen und damit Schrittgeschwindigkeit eingerichtet werden.

Das wurde am Montagabend im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr beschlossen. Der nördliche Teil der Sandheider Straße ist bereits auf eine Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern beschränkt; Pflanzkübel auf der Fahrbahn hindern Autofahrer zusätzlich am Rasen. "Damit wurde das dort lebende sozial stärkere Klientel bedient, weil der Hauptverkehr seitdem den südlichen Ring bevorzugt", glaubt Peter Knitsch (Bündnisgrüne).

Bündnisgrüner spricht von ausgleichender Gerechtigkeit

Dass der südliche Teil der Sandheide nun ebenfalls Tempo-30-Zone wird, sei nur ausgleichende Gerechtigkeit: "Dort lebt die sozial schwächere Klientel, die sich im Zweifel nicht wehrt: Viele Ausländer und viele Kinder." Auch aus Lärmschutzgründen sei Tempo 30 von Vorteil.

Nachteile für den ÖPNV befürchtet die Mehrheit aus SPD, Bündnisgrünen und BmU nicht. "Wir haben vor zwei Jahren Testfahrten durch die Sandheide durchgeführt. Ein Linienbus kann die erlaubten 50 km/h so selten auf dieser Strecke ausfahren, dass durch eine Beschränkung auf Tempo 30 lediglich eine Verzögerung von 31 Sekunden entsteht", sagte Bernhard Osterwind (BmU). Die Rheinbahn soll mögliche Zeitverzögerungen, die durch die Maßnahme entstehen, für die betroffenen Buslinien aufzeigen.

Klingt schlüssig, ist es aber nicht. Tiefbauamtsleiter Peter Heffungs, in dieser Funktion auch für den Straßenverkehr zuständig, denkt nämlich nicht daran, den politischen Beschluss still schweigend umzusetzen. "Der Beschluss vom Montag kollidiert mit einem, der Ende der 90er-Jahre gefasst worden ist", sagte Heffungs Dienstag im Gespräch mit der WZ.

Damals beschlossen SPD und Grüne nämlich ein Vorrangnetz für Straßen, um Autofahrer innerstädtisch nicht vollständig auszubremsen. Dieser Beschluss hat bis heute Gültigkeit. Heffungs "Bevor wir den Sandheider Ring mit Tempo 30 ausschildern, muss dieser Konflikt behoben werden."

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