An der Narzissenstraße sollte zunächst ein Gutachter die Standfestigkeit von vier Robinien beurteilen. Das Tiefbauamt wartete jedoch nicht ab, sondern ließ sägen.

Der Baum ist weg: Rainer Hustädt am Stumpf einer der drei Robinien, die die Stadt gegen die Absprache in der vorigen Woche an der Narzissenstraße fällen ließ.
Der Baum ist weg: Rainer Hustädt am Stumpf einer der drei Robinien, die die Stadt gegen die Absprache in der vorigen Woche an der Narzissenstraße fällen ließ.

Der Baum ist weg: Rainer Hustädt am Stumpf einer der drei Robinien, die die Stadt gegen die Absprache in der vorigen Woche an der Narzissenstraße fällen ließ.

Anna Schwartz

Der Baum ist weg: Rainer Hustädt am Stumpf einer der drei Robinien, die die Stadt gegen die Absprache in der vorigen Woche an der Narzissenstraße fällen ließ.

Hochdahl. Der Leiter des Tiefbauamts weiß von der Unterstellung, er führe einen persönlichen Feldzug gegen Erkraths Bäume. "Das Thema schürt Emotionen", sagt Peter Heffungs. Da hat er Recht. Jüngstes Beispiel für Gefühlsausbrüche, die mit Stämmen und Ästen verbunden sind, liefert das Ehepaar Hustädt. Monika Hustädt sitzt für die BmU im Rat.

Den Hustädts hatte Heffungs versprochen, über das Schicksal von vier Robinien auf einem Wendehammer vor ihrem Haus an der Narzissenstraße erst nach Vorlage eines Gutachtens zu entscheiden. Zunächst kam - wie verabredet - der Baumexperte, anschließend rückte eine Firma mit Sägen an und fällte drei der vier Bäume.

"Der Gutachter hat im Gespräch mit mir gesagt, dass doch wohl nicht diese Robinien gefällt werden sollen", sagt Monika Hustädt. Eine Pflege des Baums sei völlig ausreichend. Damit könne er erhalten werden.

"Ich verstehe, dass das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung durch solche Pannen leidet."

Peter Heffungs, Leiter des Tiefbauamts

Dass gegen alle Absprachen verfrüht Fakten geschaffen wurden, ist nach Heffungs’ Darstellung Resultat eines Kommunikationsproblems zwischen "uns im Tiefbauamt und der ausführenden Firma". Er verstehe, dass das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung durch solche Pannen leidet. "Wie genau das passieren konnte, kann ich allerdings erst am Mittwoch klären", so Heffungs gestern.

Zweifelsfrei stehe jedoch fest, dass die Verwaltung keinen Baum fälle, ohne zuvor ein mehrseitiges Gutachten über dessen Standfestigkeit eingeholt zu haben. Es sei aber auch Aufgabe der Verwaltung, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. "Ich möchte nicht erleben, dass eine Bahn wegen eines umgestürzten Baums entgleist", sagt Heffungs.

Damit spielt er auf den Gödinghover Weg an. Dort wollte die Stadt einen kleinen Wald mit über 100 Bäumen roden lassen. Die WZ berichtete in der vorigen Woche darüber, dass Heffungs zurückrudern musste. Jetzt sollen lediglich die Bäume gefällt werden, die tatsächlich umstürzen könnten.

Der Kampf um Bäume gipfelt in Handgreiflichkeiten

Heffungs gibt sich selbstkritisch und schließt nicht aus, "dass wir da manchmal unsensibel sind, wenn es um Baumfällungen geht". Er muss es wissen, schließlich ging ihm ein erboster Bürger aus Unterfeldhaus an den Kragen, als auf der Max-Planck-Straße im Januar 2007 Bäume fielen.

Das alles geschehe im Zeichen von Nachhaltigkeit, so Heffungs. "Wenn ich Bäume fälle, denke ich nicht an mich, sondern möchte durch Neupflanzungen etwas für die übernächste Generation schaffen." Bestes Beispiel sei die Lindenallee an der Fuhlrottstraße. Heffungs wollte vor Jahren roden, die politischen Entscheidungsträger stimmten dagegen.

Einen kleinen Hinweis mag sich der Amtsleiter nicht verkneife: "Ich hatte mehrere Anrufer, die gesagt haben: ,Das habt Ihr gut gemacht.’" Gemeint ist die Aktion Narzissenstraße.

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