Der Hochdahler Volker Lahnstein prangert Missstände an – und dreht Filme über die von ihm geschätzte Heimatstadt Erkrath.

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Wenn Volker Lahnstein mit seiner Kamera durch Erkrath streift, sind die Ergebnisse kritische wie liebevolle Bilder „seiner“ Stadt.

Wenn Volker Lahnstein mit seiner Kamera durch Erkrath streift, sind die Ergebnisse kritische wie liebevolle Bilder „seiner“ Stadt.

Dirk Thomé

Wenn Volker Lahnstein mit seiner Kamera durch Erkrath streift, sind die Ergebnisse kritische wie liebevolle Bilder „seiner“ Stadt.

Hochdahl. Volker Lahnstein ist aufgebracht. "Es würde nur zwei Minuten dauern, um die Fußgängerüberwege vom Schnee frei zu räumen", wettert der Hochdahler gegen die Räum- und Streugewohnheiten der Stadt. Vor ein paar Tagen hat er einer alten Dame über die Straße geholfen. "Sie hätte es allein nicht geschafft", glaubt er.

Glatte Straßen: Das ist nur eines von vielen Problemen, die Lahnstein ärgern. Erst vor Monaten hat er im Planungsausschuss seinen Film "Versifftes Hochdahl" präsentiert. Der Zustand des Hochdahler Grünzugs an der Sedentaler Straße war dem ambitionierten Fotografen und Filmemacher schon lange ein Dorn im Auge. Immer wieder hat er darüber bei der Stadt geklagt. Mit Erfolg, wie sich später herausstellen sollte. Der Grünzug wurde freigeschnitten, neue Wege wurden angelegt.

"Solange ich lebe, werde ich nicht müde werden, die Interessen der Bürger zu vertreten."

Volker Lahnstein

"Die Heimat Erkrath" - so heißt der neue Film. Und wie schon der Titel verspricht, geht es eher um Erfreuliches. Aber zunächst will Lahnstein seinen Ärger loswerden, der ihn stetig umtreibt. "Was die Stadt für die Bürger tut, ist ein Hohn. Die Götter da oben lassen sich herab und machen eine Bürgersprechstunde", sagt er und ergänzt, dass ihm das "Herrschaftsgebaren" der städtischen Verwaltung gehörig auf den Geist gehe. "Ich hab’ noch nie meinen Mund gehalten. Und solange ich lebe, werde ich auch nicht müde werden, die Interessen der Bürger zu vertreten", kündigt er an.

So manch einer der Verantwortlichen mag bei so viel Widerstand an seinem Schreibtisch in innere Aufruhr geraten. Andere mögen Volker Lahnstein für einen Querulanten halten. Eines ist jedoch unbestritten: Der mittlerweile 70-jährige Pensionär ist konsequent. Er lässt nicht locker, bis sich etwas bewegt.

Als ehemaliger Sozialdemokrat ist er in der Vergangenheit auch nicht davor zurückgeschreckt, aus der verordneten Parteidisziplin auszubrechen, als ihm eine weitreichende Entscheidung oder zumindest der Weg dorthin nicht gefiel. "Ich wollte mehr Demokratie", sagt er zum innerparteilichen Zwist, an dessen Ende der Parteiaustritt stand.

Zwischenzeitlich schaut Lahnstein auch immer wieder mal über den kommunalen Tellerrand hinaus und findet gesellschaftspolitische Themen, die seine Aufmerksamkeit erregen. Derzeit studiert er den Koran und führt Listen darüber, was dort wo zu finden ist.

Lahnstein glaubt, dass der Koran einschüchtert

Dabei ist er unter anderem auf über 400 Erwähnungen von Strafandrohung gestoßen. "Der Koran schüchtert ein und macht Angst", glaubt er. Eine Tatsache, die ein Mensch wie Volker Lahnstein nicht einfach so stehen lassen will. Deshalb arbeitet er an einem eigenen Buch mit dem Titel "Was steht wo und wie oft im Koran".

Deshalb weiß Volker Lahnstein auch noch nicht, wann er die Zeit hat, sich um die Fortsetzung seines im vergangenen Jahr erschienenen Heimatfilms zu kümmern. "Es gibt auch viel Schönes in der Heimat", ist der Hobbyfilmer überzeugt. Etliche Exemplare seines Films hat er nach einer Präsentation beim SPD-Filmkaffee bereits verkauft. Mehr als 300 Euro kamen so zusammen, die Lahnstein an das Kinderhaus Sandheide gespendet hat.

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