Ein Glockenturm aus Reisholz wird künftig vor dem Gemeindezentrum stehen.

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So soll der Turm künftig am Gemeindezentrum stehen. Entwurf: Jan Wolters

So soll der Turm künftig am Gemeindezentrum stehen. Entwurf: Jan Wolters

So soll der Turm künftig am Gemeindezentrum stehen. Entwurf: Jan Wolters

Hochdahl. Wenn sich im evangelischen Gemeindezentrum Sandheide sonntags die Türen zum 11-Uhr-Gottesdienst öffnen, dann geschieht das ohne traditionelles Glockengeläut. "In den 70er-Jahren baute man sehr zurückhaltend, ohne sakrale Zeichen und Merkmale", sagt Pfarrer Lutz Martini. Entsprechend schlicht sieht das aus diesen Jahren stammende Gemeindezentrum aus - und eine Glocke gibt es dort gar nicht.

In der Zwischenzeit habe sich die Einstellung allerdings verändert. "Die Nachfrage nach sakralem Raum und Zeichen, die für den Glauben stehen, steigt wieder", sagt Martini. Das war Grund genug für die Hochdahler Gemeinde, sich um einen Glockenturm zu bemühen. Das passende Objekt hat Lutz Martini in Reisholz gefunden, wo sein Sohn das Freie Christliche Gymnasium besucht.

Er und seine Mitschüler wurden bis zur Fertigstellung des neuen Schulgebäudes im März 2008 unter anderem in den Räumen des ehemaligen Gemeindezentrums der evangelischen Kirchengemeinde Benrath unterrichtet. Und weil die Kirche dieses Zentrum aufgegeben hat, ist dort vor einigen Jahren auch die Glocke verstummt. Da kam Pfarrer Martini auf die Idee, die Glocke nach Hochdahl zu holen, damit sie dort wieder geläutet werden kann.

Der Turm soll so aufgestellt werden, dass er von weitem zu sehen ist

Der acht bis zehn Meter hohe freistehende Glockenturm besteht aus vier Doppel-T-Trägern aus Stahl, die horizontal miteinander verbunden sind. "Optisch entsteht dadurch ein kleines Glockenhaus", sagt Martini. "Man könnte auch sagen, ein kleiner offener Campanile." Er soll so vor dem Gemeindezentrum aufgestellt werden, dass er auch von der Sandheider Straße aus gut zu sehen ist.

Martini: "Als Zeichen für ein kirchliches Gebäude." Auch wenn die Resonanz in der Gemeinde auf den Glockenturm nicht einheitlich gewesen sei, hätten sich doch viele Menschen, sowohl ältere Gemeindeglieder als auch Familien, für das Projekt ausgesprochen. "Sogar Kinder haben uns gefragt, warum wir hier keine Glocken haben", sagt Martini.

Am 11. März 1973 wurde der Grundstein für das Gemeindezentrum Sandheide gelegt. Zwischen 1968 und 1973 sind rund 4000 evangelische Christen in die Sandheide und die Willbeck gezogen. Für die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl entstand damit die Verpflichtung, nach der Neanderkirche in Alt-Hochdahl und dem Paul-Schneider-Haus in Millrath eine dritte Stätte der Begegung zu errichten. Am 11.August 1973 wurde das Richtfest gefeiert, 1974 fand die Einweihung des Gebäudes statt.

Heutzutage feiert die Evangelische Kirchengemeinde Hochdahl sonntags um 10 Uhr einen Gottesdienst in der Neanderkirche und ihren Hauptgottesdienst um 11Uhr im Gemeindezentrum Sandheide mit rund 80 Besuchern, sowie einen Kindergottesdienst, der ebenfalls um 11 Uhr in der Sandheide beginnt und von etwa 50 bis 60 Menschen besucht wird. Im Paul-Schneider-Haus finden besondere Gottesdienste statt.

Weil sich das Sandheider Gemeindezentrum innerhalb der Hochdahler Gemeinde zu einem wichtigten Treffpunkt entwickelt habe, sei die Entscheidung sowohl im Presbyterium als auch in zwei Gemeindeversammlungen am Ende für den Kauf den Glockenturms gefallen.

Denn umsonst gibt es das kleine Bauwerk nicht. "Wir werden der Benrather Kirchengemeinde wohl einen symbolischen Preis bezahlen müssen", sagt Pfarrer Martini. und rechnet mit einem Preis von etwa 1000 Euro. "Dafür bekommt man sonst keine Glocke", fügt er hinzu.

Im vierten Quartal dieses Jahres soll mit den Arbeiten begonnen werden

Es bleibt die Frage, wann die Reisholzer Glocke der Benrather Gemeinde zum ersten Mal für die Hochdahler Gottesdienstbesucher läuten wird. "Wir wollen den Turm im Zuge der Umgestaltung des Sandheider Subzentrums aufstellen", sagt Martini. Dafür müsse der Turm in Reisholz ab- und in Hochdahl aufgebaut und fundamentiert werden. "Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass sie im vierten Quartal dieses Jahres mit den Arbeiten beginnen will", sagt der Pfarrer. "Wir wollen unser Projekt gerne mit der Maßnahme der Stadt koordinieren, um unnötige Arbeiten zu verhindern."

Denn im Zuge der Umgestaltung des Sandheider Zentrums werde auch der Eingangsbereich des Gemeindezentrums mit dem Podest umgestaltet. Martini: "Dafür hat uns die Stadt schon ein Stück unseres Grundstücks abgekauft."

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