Bürgerprotest: Der Widerstand gegen Straßenlärm beschränkt sich nicht auf Autobahnen.

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Wird auf der Fuhlrottstraße zu schnell gefahren? Diesen Verdacht will die Verwaltung jetzt prüfen.

Wird auf der Fuhlrottstraße zu schnell gefahren? Diesen Verdacht will die Verwaltung jetzt prüfen.

Dirk Thomé

Wird auf der Fuhlrottstraße zu schnell gefahren? Diesen Verdacht will die Verwaltung jetzt prüfen.

Hochdahl. Die Autobahn hat die Fuhlrottstraße erreicht. Nicht per Anschlussstelle, da bleibt die Auffahrt Haan West erste Wahl. Wohl aber, was das Thema Lärm betrifft. Die Schallwellen breiten sich aus. "Echt-laut-in-Erkrath" heißt die Bürgerinitiative, die erfolgreich für Lärmminderung auf den Autobahnen kämpft. "Echt laut in der Innenstadt" ließe sich der Bürgerantrag von Wolfgang Becker bezeichnen.

"In den vergangenen Jahren ist es richtig laut hier geworden."

Anita Becker, Anwohnerin der Dechenstraße

Becker, der an der Dechenstraße wohnt, fordert die Verwaltung auf, sich der Verkehrssituation auf der Fuhlrottstraße anzunehmen. "Die Belastung hat in den vergangenen Jahren ein Ausmaß angenommen, welches mit der Wohnfunktion unseres Stadtviertels nicht in Einklang zu bringen ist", hat Becker in seinem Antrag formuliert, der am kommenden Donnerstag von den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses beraten wird. "Es geht uns vor allem um die Lärmbelastung", ergänzt Ehefrau Anita. Seit 21 Jahren wohnen sie an der Dechenstraße - "in dieser Zeit ist es richtig laut geworden". Außerdem sei da die Topografie der Fuhlrottstraße, deren Gefälle - oder Steigung - Autofahrer zum Rasen animierten. Becker vermisst ein Konzept für die Fuhlrottstraße. Gegen den Lärm wird ein solches Strategiepapier in spätestens drei Jahren vorliegen (siehe Kasten "Lärmaktionsplan"). Was das Tempo angeht, will die Verwaltung früher aktiv werden. "Wir wissen, dass bergab das Tempo häufig höher als zulässig ist", sagte am gestern der Leiter des Tiefbauamts, Peter Heffungs. Bergauf sei er davon nicht überzeugt. Um Klarheit zu erhalten, soll in den kommenden Tagen auf der Fuhlrottstraße ein Tempomessgerät installiert werden, das Autofahrern ihre aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Außerdem speichert dieses Gerät alle gemessenen Werte. Dass Autofahrer allein durch das Aufblinken der Tempoanzeige langsamer fahren, hält Heffungs für Spekulation.

Bürger empfinden Innenstadt generell als zu laut

Bekannt sind ihm auch Beschwerden von "Leuten, die in Höhe der Schliemannstraße die Fuhlrottstraße queren wollen". Wie die Verwaltung mit diesem Wissen umzugehen gedenkt, stehe noch nicht fest. Die Fuhlrottstraße ist nicht die einzige Straße, die Bürger als zu laut empfinden. "Generell sind die Leute der Meinung, dass es innerstädtisch leiser werden sollte", sagte Heffungs.

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