Die Kita an der Schulstraße wurde für ihre Arbeit zum Thema Ernährung ausgezeichnet.

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Kennen und mögen Gemüse (v.l.): Luis, Lucy und Len.

Kennen und mögen Gemüse (v.l.): Luis, Lucy und Len.

Dirk Thomé

Kennen und mögen Gemüse (v.l.): Luis, Lucy und Len.

Hochdahl. "Lassen sich diese Kinder klonen?" Eine berechtigte Frage von Eltern, die an ernährungsphysiologischen Realitäten verzweifeln, wenn der geliebte Nachwuchs Möhren, Spinat&Co. mit dem Hinweis verweigert, dass Pommes doch auch bestimmt ganz doll gesund sind.

"Kohlrabi schmeckt am besten."

Len und Lucy (5)

Luis, Lucy und Len sind da von ganz anderem Schrot, Korn und Vitamin. Die drei Fünfjährigen schwärmen derart von Rohkosttellern, dass dem Zuhörer Angst und Bange um den Fortbestand etablierter Fast Food-Ketten wird. "Kohlrabi schmeckt am besten", sagt Len. Auch Lucy favorisiert die nordeuropäische Gemüsepflanze, Luis gibt sich mehr als Möhren-Fan zu erkennen.

Das Gemüse-Trio besucht den evangelischen Kindergarten an der Schulstraße, was insofern von Bedeutung ist, weil dort großer Wert auf gesunde Ernährung gelegt wird. Entsprechend aufgeschlossen stand Leiterin Anja Karalus im Sommer dem Vorschlag von Lebensmittelhändler Christoph Windges aus Hochdahl gegenüber, sich an einem Projekt mit dem Titel "Aus Liebe zum Nachwuchs" zu beteiligen, der von der Edeka-Stiftung ausgelobt worden war.

Als Folge dieses Gesprächs legten Kinder und Erzieherinnen ein Hochbeet an, setzten, ernteten, aßen das Gemüse - und erhielten am Samstag auf der Verbrauchermesse "Grüne Woche" in Berlin als Auszeichnung auch noch neues Saatgut als Preis für biologisch-dynamische Erziehung.

Während bei Len besonders die Ferkel auf der Messe Eindruck hinterlassen haben ("Die waren so schön rosa"), sieht sich Karalus in ihrem pädagogischen Prinzip gestärkt. "Viele Kinder, die zu uns kommen, gehören der Pommes-Cola-Fraktion an." Übergewichtig seien viele, bewegungsarm die meisten. Also werden Radieschen, Möhrensaft und motorische Kurse angeboten.

"Wir führen die Kinder vorsichtig an das Thema der gesunden Ernährung heran", so Karalus. Die meisten Eltern seien dem Kindergarten dafür dankbar. Claudia Haßelkuß, Mutter von Len, weiß warum: "Wenn alle anderen Kinder Gemüse und Obst essen, gehen auch die Kinder darauf ein, die es zunächst nicht wollen." Im Kindergarten werde die Hartnäckigkeit entwickelt, "die zu Hause nicht möglich ist". Und damit das so bleibt, wird an der Schulstraße auch in diesem Jahr wieder ein Beet bepflanzt.

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