Menschen: Hildegard Dierfeld feierte am Mittwoch ihren 90. Geburtstag. Die ehemalige Lehrerin ist in Hochdahl stadtbekannt.

Hochdahl. Sie wird bereits sehnsüchtig erwartet. Eine kleine Menschenmenge hat sich vor der Hochdahler Seniorenwohnanlage "Rosenhof" versammelt, festlich gekleidet, mit Blumensträußen in den Händen und einem Lächeln im Gesicht. Als Hildegard Dierfeld ankommt, wird aus dem Lächeln der Wartenden ein Strahlen. Von allen Seiten werden herzliche Glückwünsche ausgesprochen, bunte Blumensträuße übergeben und warme Umarmungen verteilt.

"Schön, dass so viele gekommen sind."

Hildegard Dierfeld, als sie am Mittwoch von mehr als 30 Freunden und Verwandten begrüßt wurde

Hildegard Dierfeld ist am Mittwoch 90Jahre alt geworden. Mit über 30 Freunden und Verwandten hat die rüstige Hochdahlerin ihren Geburtstag im "Rosenhof" gefeiert. Wohnen tut sie im Buchenweg, aber in der Anlage an der Sedentaler Straße ist mehr Platz zum Feiern.

"Schön, dass so viele gekommen sind", freute sie sich. Im weißen Salon waren die Tische bereits liebevoll für die Gäste gedeckt; bei Sekt, Kaffee und Kuchen versprach es ein gemütlichen Nachmittag für die Gesellschaft zu werden.

Seit 1967 lebt sie schon in Hochdahl

Hildegard Dierfeld ist keine unbekannte Frau in Hochdahl. Seit 1967 wohnt die gebürtige Danzigerin mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester dort - und versorgt sich auch heute noch selbst, lediglich unterstützt von einer Betreuerin.

"Das lasse ich auch nicht ausfallen."

Hildegard Dierfeld über ihr Engagement im Gebetskreis Roncallihaus

Nach einer schönen, unbesorgten Kindheit in Danzig verlor sie ihren Mann früh im Krieg und kam unter schwersten Umständen mit ihrer Tochter Ina in den Westen.

Bis zu ihrem 60.Lebensjahr konnte sie als Lehrerin dann ihr umfassendes Wissen teilen - zunächst an der Millrather Grundschule, später an der Hauptschule an der Sedentaler Straße.

"Sie hat in allen Fächern unterrichtet", erinnerte sich Hildegard Pohl, die seit fast 40 Jahren eng mit ihr befreundet ist. "Hildegard war immer schon sehr engagiert, tüchtig und lebensfroh. Sowohl zu den Schülern als auch zum Kollegium hat sie lange den Kontakt gepflegt", lobte die Freundin.

"Beten und Gutes tun" heißt das Lebensmotto der Seniorin

Beten und Gutes tun - das sei ihr Motto. Wieder geheiratet hat sie nicht - "obwohl sie genug Angebote bekommen hat", erzählte Hildegard Pohl lächelnd.

In der katholischen Kirche war Hildegard Dierfeld als Vorsitzende der Frauengemeinschaft aktiv. 1982 gründete sie den Gebetskreis Roncallihaus. "An dem nehme ich noch heute teil", sagte sie. Jeden Montag trifft sie sich mit Freundinnen zum Beten, Singen und Erzählen. "Das lasse ich auch nicht ausfallen."

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