Ab Donnerstag können Bürger unter der 115 Fragen an die Verwaltung stellen – egal, wo sie wohnen.

Ab Donnerstag gilt eine zentrale Rufnummer bei Fragen an Ämter und Behörden. Archiv
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Marc Müller/dpa

Ab Donnerstag gilt eine zentrale Rufnummer bei Fragen an Ämter und Behörden. Archiv

Was brauche ich, um einen neuen Personalausweis zu bekommen? Wo kann ich mein Auto ummelden und wie lange ist überhaupt die Zulassungsstelle offen? Oder noch wichtiger: Was brauche ich, wenn ich heiraten möchte? Für diese und viele weiteren Fragen richtet der Kreis eine zentrale Rufnummer ein, die ab kommenden Donnerstag freigeschaltet wird.

Hinter diesem Angebot stehe der bereits existierende Info-Service heißt es auf der Homepage des Kreises.

Wenn ein Anrufer aus Haan in Wuppertal landet

Aber: Können wirklich alle Einwohner des Kreises diesen neuen Dienst nutzen? Was ist mit Menschen, die in Alt-Erkrath und Unterfeldhaus wohnen, die eine Düsseldorfer Festnetz-Vorwahl haben? Sie landen dann automatisch bei der Stadt Düsseldorf. Kann man ihnen dort helfen? Weiß das Serviceteam in der Landeshauptstadt beispielsweise über die Öffnungszeiten der Stadtverwaltungen im Kreis Mettmann Bescheid? Ein ähnliches Problem gibt es in Teilen von Haan und Langenfeld, wo eine Reihe von Haushalten eine Solinger Telefonvorwahl hat. Sie landen dann über einen Umweg bei der Hotline in Wuppertal.

Oder umgekehrt: Die heutigen Wuppertale Stadtteile Schöller, Radenberg, und Dornap etwa haben bis heute eine Wülfrather Vorwahlnummer. Wenn sie die 115 drücken, landen sie in Mettmann statt in Wuppertal.

Selbst in Berlin wüsste man über Wülfrath Bescheid

„Ja, wir kennen das Problem. Aber es ist in Wirklichkeit keines“, sagt Daniela Hitzemann, Pressesprecherin bei der Kreisverwaltung. „Es ist völlig egal, wo Sie auskommen. Alle Mitarbeiter verfügen über die gleichen Daten.“ Wer also in Berlin anrufe und frage, wann er sich nach einem Umzug im Wülfrather Rathaus ummelden könne, erfahre dort die entsprechenden Öffnungszeiten der hiesigen Stadtverwaltung. „Das Service-Versprechen gilt“, sagt Hitzemann.

Bei anderen Behörden ist das Problem der kommunen-übergreifenden Vorwahlen ebenfalls bekannt – und anders gelöst. Etwa bei der Feuerwehrleitstelle Wuppertal, die auch für die Städte Solingen und Remscheid zuständig ist. „Als erstes fragen wir: Wo ist der Notfallort“, erklärt Andreas Steinhard, Pressesprecher der Feuerwehr. Stelle sich dann heraus, dass sich das Geschehen etwa in Haan abspiele, würden die Kollegen der Leitstelle in Mettmann sofort via Standleitung kontaktiert. Die Eingangsfrage nach dem richtigen Ort sei im Handyzeitalter obligatorisch. „Da verirrt sich schon mal öfter ein Anruf“, sagt Steinhard.

Auch bei der Polizei kennt man um das Thema. „Wir wissen, dass gelegentlich Anrufe in Düsseldorf auflaufen“, sagt Claudia Partha, Pressesprecherin der Kreispolizei Mettmann. Auch Anrufe, die nach Solingen gehen, kämen immer schon mal vor. „Aber die Kollegen dort können sofort zum Beispiel einen Einsatzwagen schicken“, sagt Partha.

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