Der Kämmerer erklärt die städtischen Finanzen. Auch wenn die Lage schlecht ist, erteilt er einer Eingemeindung eine Absage.

Erkrath. "Langenfeld ist ebenfalls eine Stadt im Kreis Mettmann, steht finanziell aber sehr gut da. Warum hat Erkrath in der Vergangenheit nicht auch gespart, um heute besser dazustehen?" So lautete eine der Fragen, die Bürger am Dienstag im großen Sitzungssaal des Rathauses bei der Präsentation des städtischen Haushalts stellten.

"Langenfeld hat ein größeres Potenzial an Gewerbeflächen."

Heribert Schiefer, Kämmerer

"Neben den Problemen und vielleicht auch Versäumnissen, die in der Vergangenheit begründet liegen, hat Langenfeld ein viel größeres Potenzial an Gewerbeflächen", erklärte Kämmerer Heribert Schiefer, der gleich zu Beginn der Veranstaltung klar und deutlich formulierte, dass Erkrath finanziell "gebeutelt" sei.

Ein Problem für den Haushalt ergibt sich aus den geringeren Einnahmen durch Gewerbe- und Grundsteuern, die in diesem Jahr nicht wie sonst rund 30 Millionen Euro, sondern aufgrund der schlechten Wirtschaftslage lediglich 18 Millionen Euro betragen.

Insgesamt beträgt das Volumen des Haushaltsplans rund 90 Millionen Euro, wovon etwa 20 Millionen für laufende Aufwendungen übrig bleiben. Die Gesamtverschuldung der Stadt wird in diesem Jahr von 33 Millionen auf rund 44 Millionen Euro anwachsen. Die größten Investitionen werden voraussichtlich im Bereich Schulen (7,5 Millionen Euro), Straßen und Wege (drei Millionen), städtische Immobilien (2,9 Millionen) und Sport (70.0000 Euro) getätigt.

Insgesamt rechnet der Kämmerer bis 2012 mit einem Minus von etwa 40 Millionen Euro. "Momentan betragen unsere Kredite 30 Millionen Euro. Nach derzeitigem Stand werde ich eine Erhöhung auf 50 Millionen Euro beantragen müssen", sagte Schiefer. Auf die Frage eines Bürgers, ob es Erkrath besser ginge, wenn es zu Düsseldorf gehören würde, antwortete der Finanzexperte grinsend: "Vielleicht in ein paar Bereichen, dennoch würde ich nicht empfehlen, dass Erkrath sich Düsseldorf freiwillig anschließt." Auch nicht, wenn dann die Schulden weg wären.

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