Vorbild: Die Grundschülerin will sich nur einen Toast machen. Als die Wohnung verqualmt, weil das Gerät brennt, ruft sie die Feuerwehr und verlässt die Wohnung. Passiert ist ihr nichts.

Am Tag, nach dem Chiara (8) die Feuerwehr gerufen hat, weil der Toaster in der Wohnung ihrer Eltern in Flammen stand, durfte sie am Dienstag selbst in die Jacke eines Feuerwehrmannes schlüpfen.
Am Tag, nach dem Chiara (8) die Feuerwehr gerufen hat, weil der Toaster in der Wohnung ihrer Eltern in Flammen stand, durfte sie am Dienstag selbst in die Jacke eines Feuerwehrmannes schlüpfen.

Am Tag, nach dem Chiara (8) die Feuerwehr gerufen hat, weil der Toaster in der Wohnung ihrer Eltern in Flammen stand, durfte sie am Dienstag selbst in die Jacke eines Feuerwehrmannes schlüpfen.

Stefan Fries

Am Tag, nach dem Chiara (8) die Feuerwehr gerufen hat, weil der Toaster in der Wohnung ihrer Eltern in Flammen stand, durfte sie am Dienstag selbst in die Jacke eines Feuerwehrmannes schlüpfen.

Haan. Da hatte Chiara gut aufgepasst. Mit ihrer Kindergartengruppe besuchte die Achtjährige einst die Haaner Feuerwache und lernte dort, was zu tun ist, wenn es brennt. In ihrem Fall war es ein Toaster, der in Flammen stand.

"Ich hatte Hunger und habe mir zwei Toasts gemacht", sagt sie. "Dann bin ich wieder in mein Zimmer gegangen und habe gelsen. Ich habe mich so konzentriert, dass ich den Toast ganz vergessen habe." Eine Geschichte um Einhörner und eine Schatzsuche fesselt die Achtjährige. "Dann habe ich plötzlich was gerochen", sagt sie. "Als ich aus meinem Zimmer kam, war die ganze Wohnung verqualmt."

"Nur weil der Toaster gebrannt hat, verabscheue ich jetzt keinen Toast."

Chiara Lubinski(8)

Zu diesem Zeitpunkt sind ihre Mutter Agnes Lubinski und deren Lebensgefährte Henry Hartmann arbeiten, ihr Bruder ist im Kindergarten. Doch Chiara reagiert umsichtig. Geistesgegenwärtig geht das Mädchen in das Schlafzimmer ihrer Eltern, um das Telefon zu holen.

Die Nummer der Feuerwehr steht auf dem Bett ihres kleinen Bruders

Die Nummer der Feuerwehr weiß sie nicht. Aber da ihr kleiner Bruder (3) in einem Bett schläft, das einem Feuerwehrauto gleicht, weiß sie, wo die Nummer steht. Chiara wählt 112, verlässt die Wohnung und geht zu ihrer Nachbarin.

"Ich habe am Telefon meinen Namen und meine Adresse genannt und erzählt, was passiert ist", erzählt Chiara. Dann verlässt sie die Wohnung und geht zur Nachbarin eine Etage tiefer. "Das Telefon hatte ich die ganze Zeit in der Hand. Ich war so aufgeregt, ich konnte es nicht mehr loslassen." Auch Henry versucht sie zu erreichen. "Aber den habe ich am Telefon nicht gehört."

Laut Polizei erhielt die Haaner Feuerwehr am Montag gegen 16 Uhr über den Notruf die Brandmeldung. Ein Kind hatte ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Diekermühlenstraße gemeldet. Beschädigt wurden ein Toaster und die darunter befindliche Arbeitsplatte. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 300 Euro.

Und während Chiara auf die Feuerwehr wartet ("Die waren ganz schnell da"), wagt sich die Nachbarin und Mutter von zwei Kindern in die verqualmte Wohnung. "Sie hat sich ein Handtuch und ein Hemd genommen und den Toaster aus dem Fenster geworfen", sagt Chiara.

Dann ist die Feuerwehr endlich da. Löschen muss sie nichts, denn es hat ja nur der Toaster gebrannt. "Gestunken hat es am Abend noch", sagt Chiara. Von der Feuerwehr bekommt sie großes Lob für ihr Verhalten. "Ein Feuerwehrmann hat mir drei Euro für ein dickes Eis geschenkt", sagt Chiara stolz.

Nach zwei, drei Minuten schläft Chiara am Abend ein

Einen Tag nach ihrem umsichtigen Verhalten wirkt das intelligente Mädchen ganz ruhig. Gelassen erzählt sie die Geschichte vom brennenden Toaster. Bereits am Abend habe sie gut einschlafen können. "Es hat vielleicht zwei, drei Minuten gedauert", sagt sie.

Es ist gar nicht in Worte zu fassen, wie stolz wir sind", sagt Henry Hartmann. Dass die Tochter seine Lebensgefährtin so umsichtig reagiert hat, kann er immer noch nicht glauben. Aber eines weiß er: "Wir sind erstmal toastergeheilt." Das sieht Chiara ganz anders: "Nur weil der Toaster gebrannt hat, verabscheue ich jetzt keinen Toast."

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