Der Eigentümer der ehemaligen Schule Unterhaan baut Mietwohnungen.

Der Backsteinfassade des ehemaligen Schulgebäudes an der Hochdahler Straße soll erhalten bleiben.
Der Backsteinfassade des ehemaligen Schulgebäudes an der Hochdahler Straße soll erhalten bleiben.

Der Backsteinfassade des ehemaligen Schulgebäudes an der Hochdahler Straße soll erhalten bleiben.

Stefan Fries

Der Backsteinfassade des ehemaligen Schulgebäudes an der Hochdahler Straße soll erhalten bleiben.

Haan. Gut drei Jahre stand das ehemalige Schulgebäude an der Hochdahler Straße 8 leer. Eine Versicherung wollte in dem Backsteinbau in Unterhaan ein Schulungszentrum einrichten, entschied sich dann aber doch anders. "Es gab einen Vorvertrag, den hat das Unternehmen auch erfüllt", sagt Hans-Peter Giesers. Ihm gehört das Gebäude seit den 80er-Jahren, in dem sich in der Vergangenheit unter anderem ein Dachdeckerbetrieb angesiedelt hatte.

Wie viele Wohnungen genau gebaut werden, steht noch nicht fest

Von der gewerblichen Nutzung der einstigen katholischen Schule Unterhaan, erbaut 1914, hat Giesers inzwischen Abstand genommen. Stattdessen entstehen dort seit Anfang Januar sieben bis acht hochwertige Mietwohnungen. "Die exakte Zahl haben wir noch nicht endgültig entschieden", sagt Giesers, der lange Zeit in Haan beruflich zu tun hatte und in der Stadt auch andere Immobilien besitzt. Inzwischen lebt er in Rheinbach.

Dort kommt auch sein Architekt Bernd Mühlenbock her, der mit dem Umbau des Hauses beauftragt ist und dessen Charakter unbedingt bewahren möchte. "Die Wände bleiben zum Teil unverputzt, der Backstein soll erhalten bleiben", sagt Mühlenbock. Die Größe der Wohnungen variiert zwischen 45 und 120Quadratmetern (zwei bis fünf Zimmer), bezugsfertig sollen sie Ende Oktober sein.

Besonders attraktiv werden sie nicht nur durch Deckenhöhen von 3,50 Meter, sondern durch eine Reihe energiesparender Maßnahmen, auf die Giesers besonderen Wert legt. "Das Haus wird komplett wärmegedämmt und erhält ein neues Dach, auf dem mit der Erdgasheizung korrespondierende Solarkollektoren installiert werden", sagt er. Darüber hinaus werden dreifach verglaste Fenster eingebaut. "Wir bauen den neuesten Stand der Technik ein", versichert Mühlenbock. An die Südseite des Hauses kommen Balkone, sodass alle Mieter die Möglichkeit haben, von ihren Wohnungen ins Freie zu treten. "Die Souterrain-Wohnung erhält eine kleine Außenterrasse", ergänzt der Architekt.

Weil die Größe des Grundstücks den Bau von Garagen nicht zulässt, werden sieben oder acht Stellplätze eingerichtet. Die alten Bäume rund um das Haus bleiben erhalten.

1914/15 wurde für die Katholische Schule Unterhaan an der Hochdahler Straße 8 ein neues dreiklassiges Gebäude mit Zentralheizung und Brausebad errichtet. Ostern 1926 wurden die beiden evangelischen Schulen am Schlagbaum und im Heidfeld zusammengelegt (insgesamt fünf Klassen) und an der Hochdahler Straße untergebracht. Die Katholische Schule Unterhaan zog aufgrund zurückgehender Schülerzahlen mit zwei Klassen in das Schulhaus am Schlagbaum. 1963 wird das Gebäude an der Hochdahler Straße im Adressbuch der Stadt zum ersten Mal als Ketteler-Schule erwähnt. 1967 entscheidet sich der Stadtrat, ein Gymnasium einzurichten, das dort 1967 seine Arbeit aufnimmt. 1969 zieht das Gymnasium in den Neubau an der Adlerstraße. Wann das Gebäude als Schulhaus komplett aufgegeben wurde, ist noch unklar (Quelle: Stadtarchiv Haan).

Wie viel Geld Hans-Peter Giesers in den aufwändigen Umbau investiert, mag er nicht sagen. Der Mietzins werde ortsüblich sein. "Den kalkulieren wir aber erst, wenn die Investition abgeschlossen ist", kündigt er an. Es gäbe bereits zahlreiche Interessenten für die Wohnungen. Mietverträge wurden aber noch nicht unterschrieben. "Das machen wir nach Beendigung der Instandsetzung. Dann sehen wir weiter."

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