Ordnung: Theoretisch könnte die Stadt Knöllchen an die Bürger verteilen, die die Gehwege nicht von Schnee und Eis befreien. In der Praxis werden Zettel in Briefkästen geworfen.

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Auf einer Breite von mindestens einem Meter müssen die Gehwege in Haan von Grundstückseigentümern oder Mietern von Schnee und Eis freigehalten werden.

Auf einer Breite von mindestens einem Meter müssen die Gehwege in Haan von Grundstückseigentümern oder Mietern von Schnee und Eis freigehalten werden.

Stefan Fries

Auf einer Breite von mindestens einem Meter müssen die Gehwege in Haan von Grundstückseigentümern oder Mietern von Schnee und Eis freigehalten werden.

Haan. Nein, Knöllchen mussten die Mitarbeiter des Haaner Ordnungsamts an unwillige Schneeschipper noch nicht verteilen. "Die Einsicht ist bislang immer noch gekommen", sagt Amtsleiter Rainer Skroblies und fügt hinzu: "Wir werfen Zettel in die Briefkästen." Oder die Mitarbeiter des Ordnungsamtes klingeln an den Häusern, vor denen die Gehwege nicht geräumt wurden und machen auf das Versäumnis aufmerksam.

Bis zu 100 Euro werden fällig, wenn Bürgersteige nicht geräumt werden

"In Wuppertal werden sofort Bußgelder verhängt", sagt Skroblies. Dies sehe die Straßenreinigungssatzung in Haan zwar auch vor, musste bislang aber noch nicht angewendet werden. "Das machen wir nur, wenn sich die Leute hartknäckig weigern, die Bürgersteige von Schnee und Eis zu befreien", sagt Skroblies. Dann würde zuerst ein Verwarnungsgeld verhängt. "Das könnte bei 35 Euro anfangen und ließe sich bis 80 und 100 Euro steigern", sagt er. Im Rahmen der Satzung könnte die Stadt Bußgeld bis zu einer Höhe von 1000 Euro verhängen.

Stattdessen versuchen die Rathaus-Mitarbeiter aber, über den direkten Kontakt zu Grundstückseigentümern und Mietern zu erreichen, dass die Gehwege geräumt werden. "Die Frauen und Männer haben entsprechende Zettel dabei, die sie dann ausfüllen und einwerfen", sagt Skroblies.

Es komme auch vor, dass Mitarbeiter der für die Straßenreinigung zuständigen Bauaufsicht bei den betroffenen Bürgern anrufen und sie auffordern, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Darüber hinaus würden auch Bürger bei der Stadtverwaltung anrufen und auf nicht geräumte Bürgersteige hinweisen. "Die Beschwerden verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet", sagt Skroblies. Brennpunkte gäbe es keine in der Stadt.

Oft sind es ältere Bürger, die den Schnee nicht wegschippen können

Häufig seien es ältere Bürger, die es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen würden, den Schnee wegzuschippen. "Und dann fällt die damit beauftragte Person weg oder ist im Urlaub - dann bleibt der Schnee liegen", sagt Skroblies. Meistens kläre sich das Problem in diese Richtung auf. "Dass Bürger ganz bewusst nicht räumen und den Schnee liegen lassen, kommt eigentlich nicht vor."

Die Satzung der Stadt Haan über die Straßenreinigung und die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren überträgt die Reinigungspflicht von einem Großteil der Straßen in Haan auf die Grundstückseigentümer. Ordnungsamtsleiter Rainer Skroblies: "Grundstückseigentümer können diese Pflicht auf ihre Mieter übertragen."

Die Gehwege müssen für den Fußgängerverkehr in einer Breite von mindestens einem Meter freigehalten werden. In der Zeit von 7 bis 20 Uhr sind gefallener Schnee und entstandene Glätte unverzüglich zu beseitigen. Nach 20 Uhr gefallener Schnee und Glatteis sind werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 9 Uhr des folgenden Tages zu beseitigen. Baumscheiben und begrünte Flächen dürfen nicht mit Salz bestreut, salzhaltiger Schnee darf auf ihnen nicht abgelagert werden.

Die Satzung kann auf der Internetseite der Stadt Haan eingesehen werden.

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