Die Hochstraße ist durch die neue Umgehungsstraße entlastet, dafür tauchen jetzt neue Probleme auf.

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Die Bewohner der Hochstraße hoffen, dass durch die neuen Schilder ihre Straße weiter entlastet wird.

Die Bewohner der Hochstraße hoffen, dass durch die neuen Schilder ihre Straße weiter entlastet wird.

Stefan Fries

Die Bewohner der Hochstraße hoffen, dass durch die neuen Schilder ihre Straße weiter entlastet wird.

Haan. Die Bewohner der Hochstraße haben sie lange erwartet: Die neue Umgehungsstraße Kreisstraße 20n. Im November wurde die neue Strecke für den Verkehr freigegeben. Doch erfüllt sie auch schon ihren Zweck und entlastet die Hochstraße? "Es hat sich was verändert, es fahren deutlich weniger durch die Hochstraße", sagt Eberhard Kampmann, Anwohner und zweiter Vorsitzender des Bürger- und Verkehrsvereins Gruitens.

Auch Anwohner Herbert Miklis sagt: "Ich nehme an, dass jetzt etwa 50 Prozent weniger hier lang fahren. Aber die Gewohnheit zwingt viele Leute immer noch über die Hochstraße zu fahren." Viele haben noch nicht verinnerlicht, dass es die neue Umgehungsstraße gibt und folgen ihren alten Gewohnheiten. Jedoch gebe es auch noch viele auswärtige LKW, die die Hochstraße nutzen. "Sie fahren hier durch, weil sie sich wegen der fehlenden Beschilderung verfahren haben", sagt Kampmann.

Anwohner vermissen wichtige Verkehrsschilder

Dieser Punkt ärgert Herbert Miklis besonders: "Bürgermeister vom Bovert hat bei der Eröffnung im Dezember versprochen, dass die Beschilderung geändert wird. Aber sie lässt immer noch zu wünschen übrig." Vor allem fehle ein Schild an der Brückenstraße mit dem Hinweis zum Park & Ride-Parkplatz und zum Bahnhof.

Warum es so lange dauert, bis die neuen Hinweisschilder stehen, ist nicht ganz klar. Immerhin: "Ich habe eine gute Nachricht, die Beschilderung wird gerade geändert", sagt Haaner Tiefbauamtsleiter Guido Mering. Aufgestellt würden neue Hinweise an allen Kreuzungspunkten der K20n, zum Beispiel an den Kreisverkehren Brückenstraße/K20n sowie Parkstraße/Landesstraße 423.

Doch abgesehen von der Beschilderung drückt bei den Anwohnern der Hochstraße noch woanders der Schuh. "Die Straße ist zwar jetzt entlastet, dafür haben wir aber jetzt neue Probleme", sagt Herbert Miklis. "Dadurch, dass jetzt weniger Verkehr ist, fahren die Leute jetzt mit 60 bis 90 km/h." Auch Eberhard Kampmann bestätigt: "Es wird schneller gefahren."

Am 20. November 2006 wurde mit dem Bau der Kreisstraße 20n begonnen. Am 13. November wurde die Strecke für den Verkehr freigegeben. Einen Monat später, am 14.Dezember, weihten NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper, Landrat Thomas Hendele und Bürgermeister Knut vom Bovert die Straße offiziell ein.

8,8 Millionen Euro haben die zwei Kilometer Straße, 300 Meter Anschlüsse an vorhandene Straßen, die Eisenbahnbrücke, die 110 Meter lange und zehn Meter hohe Stützwand entlang der Gleise, ein Regenklärbecken sowie 310 Meter Lärmschutzwand gekostet. 6,1 Millionen Euro kamen vom Land, den Rest hat der Kreis Mettmann bezahlt.

Ob die Stadt Haan aber straßenbauliche Veränderungen zur weiteren Verkehrsentlastung auf der Hochstraße treffen kann, ist noch ungewiss. Denn die Besitzverhältnisse können wohl vorerst nicht geändert werden. Dem ursprünglichen Plan, dass der Kreis Mettmann die alte Umgehungsstraße, das Stück zwischen Park- und Hochstraße, an die Stadt übergibt, steht ein fiskalisches Problem entgegen.

Grund hierfür ist das neue Kommunale Finanzmanagement. Denn seit der Umstellung von der kameralistischen auf die doppische (kaufmännisch doppelte Haushaltsführung) werden Straßen als Werte in der Bilanz geführt. Sowohl Kreis als auch Stadt müssten bei einer Übertragung eine Gegenleistung in ihren Bilanzen aufführen.

100 Tage Bewährungsfrist für den Verkehr auf der Hochstraße

"Dieses Problem muss der Gesetzgeber aus dem Weg räumen", sagt Kreissprecherin Daniela Hitzemann. "Die Übergabe war vorgesehen, sie soll aber nicht mit Nachteilen verbunden sein." Beim NRW-Innenministerium habe man eine Anfrage gestellt. Wann eine Entscheidung fällt, ist derzeit ungewiss.

"Wenn die Hochstraße Gemeindestraße wird, dann werden wir sie überplanen", sagt Tiefbauamtsleiter Guido Mering. Um die Raserei auf der Hochstraße schon jetzt zu stoppen, schlägt Anwohner Herbert Miklis vor, den Verkehr zu überwachen und Tempomessgeräte zu installieren. Eberhard Kampmann möchte der K20n die obligatorischen 100 Tage Bewährungszeit einräumen, die auch neuen Amtsträgern gewährt wird. "Warten wir es mal ab."

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