In drei, vier Jahren muss die Volkshochschule ihre Räume an der Dieker Straße verlassen. Im Zuge des Neubaus der Grundschule wird das Gelände vermarktet.

Firmenschulungen sind 2011 ein Schwerpunkt der VHS-Arbeit, Dafür braucht die Einrichtung entsprechende Räume. Die Unterbringung in Schulen wäre da nur zweite Wahl.
Firmenschulungen sind 2011 ein Schwerpunkt der VHS-Arbeit, Dafür braucht die Einrichtung entsprechende Räume. Die Unterbringung in Schulen wäre da nur zweite Wahl.

Firmenschulungen sind 2011 ein Schwerpunkt der VHS-Arbeit, Dafür braucht die Einrichtung entsprechende Räume. Die Unterbringung in Schulen wäre da nur zweite Wahl.

dpa/gms

Firmenschulungen sind 2011 ein Schwerpunkt der VHS-Arbeit, Dafür braucht die Einrichtung entsprechende Räume. Die Unterbringung in Schulen wäre da nur zweite Wahl.

Haan. Die Rechnung ist einfach: Schrumpft das Angebot der Volkshochschule (VHS), gehen ihre Teilnehmerzahlen nach unten. Und genau das wollen weder die Verantwortlichen in Haan noch die in Hilden. "Wir können und wollen das Angebot nicht reduzieren", sagt VHS-Leiter Niklas Rahn.

Eine VHS, die für die Zukunft richtig aufgestellt ist, braucht ein breit gefächertes und ein bedarfsgerechtes Angebot." Das beinhaltet auch, dass in Haan mehr als eine Geschäftsstelle vorgehalten wird. Genauer gesagt sind es 800 bis 1000 Quadratmeter die nötig sind, um das bereits in Haan bestehende Kursangebot weiter anbieten zu können.

Die Musikschule wird in den Neubau der Grundschule Mittelhaan ziehen

Noch wird die Mehrzahl der Seminare in den Räumen an der Dieker Straße abgehalten. Mit dem Neubau der Grundschule Mittelhaan in unmittelbarer Nachbarschaft, dem Umzug der Musikschule in das neue Grundschulgebäude, müssen für die Haaner Dependance neue Räume gefunden werden, weil das Gelände vermarktet werden soll. "Wir rechnen damit, dass wir 2012 umziehen müssen", sagt Rahn.

Doch wohin? "Wir prüfen alle Möglichkeiten", sagt Dagmar Formella, Kämmerin und zuständige Beigeordnete in Sachen Kultur, Jugend und Soziales. Die ursprüngliche Idee, im Rahmen einer so genannten Bildungslandschaft Hilden-Haan auch die Büchereien beider Städten in den Zweckverband aufzunehmen und damit auch das Raumproblem zu lösen, ist erst einmal vom Tisch.

Und damit auch die Möglichkeit, VHS und Bücherei räumlich zu vereinen. Wie berichtet, hatte die Verwaltung empfohlen, die Bücherei am jetzigen Standort am Neuen Markt zu sanieren, die Politik ist dem einstimmig gefolgt. Platz für die VHS ist dort nicht.

Die Zukunft der Volkshochschule Hilden-Haan basiert auf einem vom Städte-Netzwerk NRW entwickeltem Profilentwicklungspapier. Es empfiehlt der Einrichtung, auch um konkurrenzfähig zu anderen VHS im Umkreis zu bleiben, ein breites Angebot. "Vielfalt muss da sein", sagt VHS-Leiter Niklas Rahn.

Das VHS-Angebot ruht auf drei Schwerpunkten: Finanzen/Wirtschaft, Jugend und Soziales. 2009 steht der neu gebildete Fachbereich Junge VHS im Mittelpunkt, der zu einer Verdreifachung der Teilnehmerzahlen (140 statt bislang 43) gegenüber den vorherigen Semester geführt hat. 2010 werden das Thema Migration und Integration angepackt, dann die Bereiche Berufsqualifizierung und Firmenschulungen, die für die VHS auch finanziell interessant sind

Ob Neubau, Anmietung oder vielleicht auch eine ganz andere Lösung, "wir werden Alternativen entwickeln und wollen so früh wie möglich damit beginnen", versichert Formella. "Wir warten nicht bis nächstes Jahr und fangen dann an, zu galoppieren."

Dass die Unterbringung in einer der Haaner Schulen dabei nicht die erste Wahl ist, machte der VHS-Leiter deutlich. "Wenn wir Firmenschulungen anbieten, die nicht in deren Räumen stattfinden können, wollen deren Mitarbeiter in Regel nicht auf Schulstühlen in Klassenräumen sitzen."

Wie auch immer die Lösung aussehen könnte, Dagmar Formella möchte im kommenden Jahr einen Planungsansatz in die politische Gremien bringen. "Dann werden wir sehen, welche Finanzmittel wir dafür erkämpfen werden."

Denn es gehe nicht nur um zwei, drei Räume. Formella "Da brauchen wir schon andere Ressourcen." Wie viel die Stadt in eine räumliche Alternative zur Dieker Straße investieren müsste, weiß sie noch nicht. "Aber das wird was kosten."

Und weil eben diese Kosten noch nicht ermittelt sind, wird die Idee der Bildungslandschaft zurzeit nicht weiterverfolgt. "Die Verbandsumlage hätte neu berechnet werden müssen, ansonsten hätte sich eine einseitige Belastung für Haan ergeben", sagt Niklas Rahn. "Es wird trotzdem weitere Kooperationen geben", kündigt er an.

Und Dagmar Formella ergänzt: "Wir haben eine neue Kultur der Zusammenarbeit entwickelt und verfolgen das gleiche Ziel: eine gute und starke Volkshochschule." Und 2010 will sie das Thema Bildungslandschaft im Rahmen der Standortfrage wieder besetzen.

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