„Lott Jonn“ bringt in der Privaten Kindergruppe Haan unter Dreijährige in Bewegung.

Auf Stühlen sitzen die Mädchen und Jungen der Privaten Kindergartengruppe Haan nur noch beim Mittagessen. Ansonsten spielen sie, wie hier Jamie (l.) und Luis (Mitte) mit Schaumstoffblöcken, wie Jan im Bällebad oder toben wie Paulina und Vicky auf den Schaumstoffwippen.
Auf Stühlen sitzen die Mädchen und Jungen der Privaten Kindergartengruppe Haan nur noch beim Mittagessen. Ansonsten spielen sie, wie hier Jamie (l.) und Luis (Mitte) mit Schaumstoffblöcken, wie Jan im Bällebad oder toben wie Paulina und Vicky auf den Schaumstoffwippen.

Auf Stühlen sitzen die Mädchen und Jungen der Privaten Kindergartengruppe Haan nur noch beim Mittagessen. Ansonsten spielen sie, wie hier Jamie (l.) und Luis (Mitte) mit Schaumstoffblöcken, wie Jan im Bällebad oder toben wie Paulina und Vicky auf den Schaumstoffwippen.

Stefan Fries

Auf Stühlen sitzen die Mädchen und Jungen der Privaten Kindergartengruppe Haan nur noch beim Mittagessen. Ansonsten spielen sie, wie hier Jamie (l.) und Luis (Mitte) mit Schaumstoffblöcken, wie Jan im Bällebad oder toben wie Paulina und Vicky auf den Schaumstoffwippen.

Haan. Nein, Leibesübungen mussten die Mädchen und Jungen der Privaten Kindergruppe Haan nicht machen. Dennoch hat die Einrichtung an der Guttentag-Loben-Straße am Dienstag ihr "Lott Jonn"-Zertifikat für die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren erhalten und darf sich jetzt "Kindergarten in Bewegung" nennen. Damit ist die Private Kindergruppe Haan die zweite Einrichtung im Kreis Mettmann, deren Mitarbeiter speziell für die Arbeit mit kleinen Kindern geschult wurden.

Teamfortbildung, Foto- und Filmanalyse, Raumberatung

Wie kann man Gruppenräume so gestalten, dass Kinder sich selbstständig bewegen, krabbeln, klettern, laufen? Was fehlt, um sie in Bewegung zu versetzen? Was hindert sie vielleicht daran? Antworten auf diese und andere Fragen gab Ingrid Rössler vom Kreisgesundheitsamt. Viermal besuchte sie den Kindergarten, leitete eine Teamfortbildung, machte eine Foto-/Filmanalyse sowie eine Raumberatung.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In dem Gruppenraum wurde Platz geschaffen. Eine weiche Matte und Blöcke aus Schaumstoff laden zum Toben und Spielen ein. Paulina und Vicky wippen auf großen Schaumstoffbananen. "Man muss den Kleinen Impulse geben, Anreize schaffen, dass sie sich bewegen", sagt Ingrid Rössler. "Bälle kommen zum Beispiel immer gut an." Aber auch Tücher, Stoffe, Hüpftiere oder Kartons finden die Mädchen und Jungen ganz toll. "Ich habe es schon erlebt, dass Kinder so an ihrem Karton hängen, dass sie ihn mit nach Hause nehmen wollen", sagt Rössler. "Der Karton kann Kriechtunnel, Höhle oder auch Autogarage sein. Und er kostet kein Geld."

Einmal am Tag setzen sich die Mädchen und Jungen mit ihrer Erzieherin im Kreis zusammen, spielen, bauen oder betrachten Bilderbücher. Nur den obligatorischen Stuhlkreis gibt es nicht mehr. "So viele Stühle haben wir auch gar nicht mehr", sagt Erika La Ramée, die die Kindertagesstätte leitet. Stattdessen sitzen die Kinder heute auf Kissen, Schaumstoffblöcken oder einfach auf Teppichfliesen. "Sie haben oft zu wenig Bewegungsraum", sagt Erika La Ramée. Um das zu ändern, werden auch den Eltern Bewegungsangebote gemacht. Und am 28. März feiert die Einrichtung in der HTV-Halle an der Turnstraße ein sehr bewegtes Fest - eine Frühlingsolympiade.

Seit 2000 unterstützt das Lott-Jonn-Projekt des Kreises Mettmann Kindertagesstätten dabei, die Bewegungsförderung mehr als bisher in ihren Kindergartenalltag zu integrieren.

Die Einrichtung an der Guttentag-Loben-Straße ist die zweite im Kreis Mettmann, die das Lott-Jonn-Zertifikat für ihre Arbeit mit Kindern unter drei Jahren erhalten hat. Die Teilnahme an der Qualifizierung hat 125 Euro gekostet. Die Kita betreut 60 Kinder in drei Gruppen zwischen vier Monaten und sechs Jahren an fünf Tagen in der Woche von 7 bis 17Uhr.

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