Im Ittertal entsteht ein Stauraumkanal. Die Kosten betragen rund 15 Millionen Euro. Mit 29 Bohrungen wird der Baugrund erkundet.

wza_1119x1500_647133.jpeg
Projektleiter Stefan Grotzki überprüft die Bohrungen.

Projektleiter Stefan Grotzki überprüft die Bohrungen.

Stefan Fries

Projektleiter Stefan Grotzki überprüft die Bohrungen.

Haan/ Solingen. Der Ittersammler ist in die Jahre gekommen. Seit 1954 verrichtet er im Rahmen der Abwasserentsorgung seinen Dienst im Ittertal, demnächst wird er durch einen sogenannten Stauraumkanal ersetzt. "Das ist unser größtes Projekt in den kommenden Jahren, das wir mit den Entsorgungsbetrieben Solingen in Angriff nehmen werden", sagt Peter Schu, Geschäftsbereichsleiter Technik beim Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW).

15 Millionen Euro werden das Bauwerk und die zusätzlich notwendigen Kanäle in den Nebentälern der Itter kosten, für das zurzeit 29 Bohrungen zur Baugrunderkundung durchgeführt werden. Denn aus Umweltschutzgründen wird das BRW den neuen Kanal nicht neben der Itter verlegen können, sondern muss dafür "in den Berg gehen. Wir treiben den Kanal durch den Berg und gehen dafür bis zu 40 Meter unter die Geländeoberfläche", erläutert Schu die aufwändige Maßnahme. "Bergmännischen Vortrieb" nennt man das dazu verwendete Verfahren.

Bis Ende April wird im Ittertal bis zu 50 Meter in die Tiefe gebohrt

Um zu wissen, wie der BRW das Projekt ausschreiben soll und welcher Typ von Maschine für den Vortrieb benötigt wird, bohrt der Verband noch bis Ende April an verschiedenen Stellen im Ittertal bis zu 50 Meter in die Tiefe. "Wir wissen auf jeden Fall, dass wir dort auf Fels stoßen werden, wollen aber ganz sicher sein, welche Art von Fels das sein wird", erklärt Schu. Der neue Stauraumkanal wird auf einer Länge von 1,8 Kilometer und mit einem Innendurchmesser von 2,40 Meter geplant.

"Der Startschacht für den Stauraumkanal liegt oberhalb von Schloss Capsersbroich und verläuft von dort in drei Richtungen", erläutert Schu. "In Richtung Bahnlinie, in Richtung Bavert/Haaner Straße und in Richtung Heidberger Mühle." Unterhalb der Bahnlinie in Richtung Hilden schließt der neue Kanal an einen großen Stollen, den der BRW bereits 1985 quer durch den Berg gebaut hat und der beim Klärwerk in Solingen-Ohligs auskommt.

Die Becken am Bavert und an der Heidberger Mühlen werden unnötig

Mit seinem Volumen von 9.200 Kubikmetern ersetzt der Kanal die zwei Regenüberlaufbecken am Sonnenschein (Itter) und Krausener Bach, die dann aufgegeben werden können. Darüber hinaus müssen zwei weitere Becken am Bavert und an der Heidberger Mühle nicht gebaut werden. Gleichzeitig bauen die Entsorgungsbetriebe Solingen (EBS) einen Kanal parallel zum Krausener Bach, der ebenso an der Heidberger Mühle auskommt wie der neue Kanal, der von der Eisbahn parallel zur Itter verläuft.

BRW: Der Verband nahm 1957 seine Tätigkeit auf und fusionierte 1973 mit dem Itterverband zum Bergisch-Rheinischen Wasserverband.

Sitz: Haan-Gruiten

Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Hans-Bernd Schumacher

Gewässerlänge: 950 Kilometer

Verbandsmitglieder: 790, davon 494 beitragspflichtig (Stand 31.12.2008).

Mitarbeiter: 250

Verbandsgebietsgrösse: 550 Quadratkilometer (gesamter Kreis Mettmann, Teile von Wuppertal, Mülheim, Solingen, Leichlingen)

Anlagen: 22 Klärwerke, 70 Regenüberlaufbecken, 2 Betriebshöfe (Hilden und Heiligenhaus), 42 Hochwasser- und Regenrückhaltebecken, 39 Pegelstationen, 35 Niederschlagsmessstationen

Aufgaben: Gewässerunterhaltung, Gewässerbau, Hochwasserschutz, Abwasserreinigung, Klärschlammentsorgung, Schutz und Pflege des Wasserhaushaltes

"Wir haben das Konzept für das Großprojekt mit den Aufsichtsbehörden abgesprochen und wollen mit der Genehmigungsplanung beginnen." Mit der Realisierung der Maßnahmen, so schätzt Schu, können BRW und EBS frühstens 2012 beginnen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer