Am 28. Oktober klären Fachleute über die Organisation auf.

Seit 2008 sitzt die Scientology Kirche an der Hermannstraße in Düsseldorf.
Seit 2008 sitzt die Scientology Kirche an der Hermannstraße in Düsseldorf.

Seit 2008 sitzt die Scientology Kirche an der Hermannstraße in Düsseldorf.

Stefan Arend

Seit 2008 sitzt die Scientology Kirche an der Hermannstraße in Düsseldorf.

Haan. Gründe, über Scientology aufzuklären, gibt es immer. Das meinen zumindestens Heike und Klaus Langmann-Keller, Stadtjugendreferent Dieter Köhler und Landespfarrer Andrew Schäfer vom Referat Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Schon vor mehr als zehn Jahren haben sie große Informationsveranstaltungen im Gruitener Bürgerhaus organisiert und über die Scientology-Church aufgeklärt. Das wiederholen sie jetzt am Mittwoch, 28. Oktober, 19.30 Uhr, in den Räumen der Emil-Barth-Realschule, Walder Straße und wollen vor allem Jugendliche und Eltern, aber auch Lehrer und Erzieher ansprechen.

Seit 15 Jahren beschäftigten sich Heike und Klaus Langmann-Keller mit Sekten. Beruflich kam Klaus Langmann-Keller damals mit dem Finanzberater einer großen Versicherung in Kontakt. Es habe sich herausgestellt, dass dieser Mann Scientologe war. "Da haben wir gemerkt, dass Scientology versucht, sich Zugang zu den Führungsebenen großer Konzerne zu verschaffen", sagt der 66-Jährige. "Wir wollten nicht, dass unsere Kinder uns irgendwann fragen, warum wir nichts unternommen hätten."

Ende April 1996 gründeten sie den Verein "Kontakthilfe bei Sektenproblemen Gruiten", der heute aus 15 Mitgliedern (darunter auch drei Rechtsanwälte und zwei Pfarrer) besteht, präventiv tätig ist und sich für das Wohl durch Sekten betroffener Menschen einsetzt sowie über pseudoreligiöse Gruppierungen, Sekten und Psychologengruppen aufklärt.

Informationen über die Lehren und Manipulationstechniken

Weil die Eheleute aus privaten Gründen nach Goch umziehen mussten, sitzt der Vereins seit August 2002 dort und nennt sich inzwischen "Kontakthilfe bei Sektenproblemen".

"Die warten darauf, dass wir aufhören, die Leute zu warnen", nennt Heike Langmann-Keller (59) einen weiteren Grund für den Abend im Schulzentrum. "Wenn wir aktiv sind, werden die still." Und deshalb werden am 28. Oktober sowohl Andrew Schäfer über "Das System Scientology, Lehren und Manipulationstechniken einer umstrittenen Organisation" sprechen als auch eine Referentin, deren Namen noch nicht genannt werden soll. Sie beschäftigt sich bereits seit 20 Jahren mit dem Thema und kann anschaulich darüber berichten.

"Momentan geht von Scientology keine Gefahr für die Gesellschaft in Deutschland aus", sagt Schäfer (48). "Aber der Beobachtungsdruck durch den Verfassungsschutz und die kritische Öffentlichkeit sind Grund, weiter Informationen über sie zu verteilen. Denn sie kann für den Einzelnen zu großen psychischen und auch finanziellen Problemen führen."

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