Dank eines virtuellen 3-D-Modells steht einem Spaziergang durch die Stadt nun auch bei Regenwetter nichts mehr im Wege.

Haan. Moderne Technik und Computerprogramme machen es möglich: Durch Ratingen kann man ganz wunderbar virtuell spazieren. Man kann einen Stopp am Marktplatz mit seinem Brunnen einlegen oder in aller Ruhe durch die Altstadt schlendern. Schlechtes Wetter spielt keine Rolle und der Besucher erhält noch eine Reihe zusätzlicher Informationen, zum Beispiel zu Sehenswürdigkeiten, Einzelhandel oder Häusern, die aktuell zum Verkauf stehen. So etwas, ein so genanntes 3-D-Modell, gibt es auch für Haan. Allerdings existiert zurzeit nur ein Basismodell.

Die Häuser, die in Ratingen genau wie im Original aussehen, sind in der Haaner Version nur weiße Klötze. Doch das soll sich ändern. "Wir wollen das Basismodell ausmodellieren, zu einem Planungsinstrument machen, es als Kommunikations- und Visualisierungsmodell nutzen", sagt Elmar Jünemann von der städtischen Wirtschaftsförderung bei der Vorstellung des 3-D-Modells, das vor allem mit Hilfe von Haaner Unternehmen und Investoren mit Leben gefüllt werden soll.

Peter Fronzek von der Firma Maila-Push GmbH war dafür eigens aus Darmstadt gekommen. Vor einem Jahr hat er die Arbeit an dem virtuellen Haan aufgenommen und zeigte jetzt, wie die Stadt, aber auch Firmen das Modell nutzen können.

"Es ist ein kooperatives System", sagte Fronzek. "Das Modell kommt von der Stadt, das mit Hilfe von Informationen von Unternehmen mit Leben gefüllt wird." Die können Daten zu ihrem Firmengebäude abgeben, Infos, Ansprechpartner, Bilder und Filme werden dann hinterlegt. "So lässt sich das Besondere des Standortes herausfinden, man erfährt, wie man dort hinkommt und lernt die Infrastruktur kennen."

Das Modell kann zeigen, wie die Stadt jetzt und künftig aussehen wird. So könnten zum Beispiel die Firmen Amada und Retsch, die im neuen Gewerbegebiet Champagne2 bauen beziehungsweise bauen werden, die technischen Daten ihrer Bauten der Stadt liefern, die pflegt die Informationen in das Modell ein, und dann ließe sich bei einem virtuellen Hubschrauberflug über Haan problemlos erkennen, wie aus dem einstigen Acker ein repräsentatives Gewerbegebiet werden wird.

Die 3-D-Modelle basieren laut Peter Fronzek von der Maila-Push GmbH mit Sitz in Darmstadt auf Grunddaten der Stadt und Geo-Informationsdaten und seien exakt.

Die Stadt hat für das Basismodell bislang 3900 Euro bezahlt. Wenn neu geplant wird, müsse laut Peter Fronzek 0,4 bis 0,8 Prozent des Projektwertes investiert werden, um sich im 3-D-Modell wiederzufinden. Bestehende Objekte seien einfacher darzustellen. Die Kosten liegen zwischen 160 und 1200 Euro pro Hektar, je nachdem was dargestellt werden soll. Je detailreicher desto teurer.

"Das lässt sich auch für neue Gebäude oder alte Industriebrachen, die vermarktet werden sollen, machen", sagte Fronzek. Mit jedem virtuellen Gebäude lassen sich abrufbare Datenbanken verfknüpfen, die anzeigen, was das bestimmte Unternehmen produziert und welche Einzelhandelsgeschäft zu welchen Zeiten was zum Kauf anbietet. "Sie können aber auch Baugebiete zeigen, konkrete Häuser oder Visionen, wie Gebäude künftig aussehen sollen."

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