Bürgerantrag: Ehepaar setzt sich mit Verspätung gegen einen Neubau am Horst zur Wehr.

Gisela und Helmut Hill auf der Streuobstwiese, die sie unter Schutz gestellt wissen wollen.
Gisela und Helmut Hill auf der Streuobstwiese, die sie unter Schutz gestellt wissen wollen.

Gisela und Helmut Hill auf der Streuobstwiese, die sie unter Schutz gestellt wissen wollen.

Stefan Fries

Gisela und Helmut Hill auf der Streuobstwiese, die sie unter Schutz gestellt wissen wollen.

Haan. Wer auf der kleinen Straße "Horst" unterwegs ist, kann kaum glauben, dass er sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum aufhält. Die denkmalgeschützten Fachwerkhäuser, die Wiese mit den alten Obstbäumen - "der Horst ist ein Ort, der uns noch einen fernen Eindruck von den 1410 erwähnten Hofschaften "Up de Horst" vermittelt", sagt Helmut Hill.

Hege und Pflege des Baudenkmals

Er und seine Frau Gisela bewohnen das Haus Horst3, das sie vor 20 Jahren mit viel Liebe und erheblichen Mitteln vor dem Verfall gerettet haben. "Hinzu kommt die ständige Pflege des Baudenkmals", sagt Hill. Und: "Wir haben den ,historischen Weg’ gemeinsam mit unserer Nachbarin, der auf privatem Grund und öffentlichem Wegerecht verläuft, mit klassischer Pflasterung restauriert."

Umso enttäuschter seien er und andere Anwohner im Horst "über den in seiner überdimensionalen Größe und unangepasster Form jüngst entstandenen Neubau" gewesen. Aus Sicht der Eheleute Hill werde durch den Bau der Denkmalcharakter des Bereichs in nicht zu akzeptierender Weise erheblich gestört.

"Wir haben uns damals von dem Architekten einlullen lassen", sagt Hill. Der sei im Horst von Tür zu Tür gegangen, habe die Pläne vorgestellt und laut Hill den Eindruck vermittelt, dort ein kleines, der Umgebung angepasstes Häuschen errichten zu wollen. "Daraufhin haben wir uns die Pläne nicht mehr genauer angeschaut", gibt Hill zu.

Mit dem modernen Gebäude müssen Hill und seine Frau jetzt leben. Gleichzeitig fordern sie, dass die den Baudenkmälern vorgelagerte Streuobstwiese unter Schutz gestellt wird, damit sie nicht auch bebaut werden kann. Das Ehepaar hat einen entsprechenden Bürgerantrag formuliert.

Streuobstwiese wird Thema im Fachausschuss

Die im Horst befindliche Streuobstwiese soll bei der künftigen Flächennutzungsplanung zur städtebaulichen Entwicklung nicht als Bauland ausgewiesen werden, weil sie ein "in ihrer Einzigartikeit lebendiges Beispiel für Haan als Gartenstadt - direkt im Herzen der Stadt gelegen" ist, so die Antragsteller Gisela und Helmut Hill.

Die Eheleute Hill kämpfen nicht nur für den Erhalt der Streuobstwiese im Horst, sie beantragen auch die Umbenennung der Straße "Horst" in "Up de Horst". Diese Umbenennung würde einen deutlichen Akzent setzen, dass es sich beim Horst um einen Teil von Haan mit einer 600-jährigen Geschichte handelt. Ein ganz praktischer Grund wäre die Vermeidung ständig wiederkehrender Verwechslungen mit der Horststraße.

Der Bürgerantrag der Eheleute Hill wird am 15. Juni im Planungs- und Umweltausschuss beraten. Ausschussvorsitzende Ute Wollmann (SPD) kündigte bereits jetzt eine vorab stattfindende Ortsbegehung im Horst an.

Diesen beriet am Dienstag der Haupt- und Finanzausschuss. "Unser Antrag wurde sehr positiv aufgenommen", findet Hill. Vertreter aller Fraktionen signalisierten ihre Unterstützung beim Schutz der Streuobstwiese, werden darüber allerdings erst noch einmal im Planungs- und Umweltausschuss beraten.

"Wir wünschen uns allerdings einen langfristigen Schutz der Wiese. Das war gestern noch nicht Thema", sagt Hill und betont: "Es geht hier nicht um individuelle, sondern um Bürgerinteressen." Er habe bereits Kontakt zum Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) aufgenommen. Zum einen könnte die Wiese in den Denkmalbereich aufgenommen werden. Oder die Wiese wird ein Gartendenkmal.

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