2010 wird die Zahl an U3-Gruppen stagnieren. Nötig für einen Anstieg wären Um- und Anbauten.

Wer einen U3-Betreuungsplatz für sein Kind möchte, wird sich in Geduld üben müssen.  (Archiv
Wer einen U3-Betreuungsplatz für sein Kind möchte, wird sich in Geduld üben müssen. (Archiv

Wer einen U3-Betreuungsplatz für sein Kind möchte, wird sich in Geduld üben müssen. (Archiv

Stefan Fries

Wer einen U3-Betreuungsplatz für sein Kind möchte, wird sich in Geduld üben müssen. (Archiv

Haan. Haans Quote bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren kann sich sehen lassen. Allein bei Plätzen in Kitas und Kindergruppen kommt die Stadt auf 22 Prozent. Zählt man die von Tagesmüttern im Stadtgebiet betreuten Kleinkinder hinzu, liegt die Quote sogar bei 30 Prozent. Damit ist die Stadt auf einem guten Weg, die vom Bund für 2013 vorgegebene Marke zu erfüllen und dann 35 Prozent aller Mädchen und Jungen unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anbieten zu können.

Nur: Im kommenden Kindergartenjahr wird kein einziger weiterer Platz in einer der Kindertagesstätten hinzukommen. Die Quote wird stagnieren. "In den vergangenen vier Jahren haben wir sehr erfolgreich Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren in Plätze für Mädchen und Jungen unter drei Jahren im vorhandenen Gebäudebestand umgewandelt", sagt Jochen Sack (GAL), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, und weist darauf hin, dass vor allem Betreuungsmöglichkeiten für Zweijährige geschaffen wurden.

Um weitere U3-Gruppen einrichten zu können, sind Umbauten nötig

Deren Eltern werden sich jetzt gedulden müssen, bis die Stadt die Voraussetzungen geschaffen hat, um weitere U3-Gruppen einrichten zu können. Und das in erster Linie durch die Einrichtung weiterer neuer Gruppen in Verbindung mit räumlichen Erweiterungen, Um- und Anbauten der im Stadtgebiet vorhandenen Kindertagesstätten. "Denn wenn wir weiter

hin nur Plätze umwandeln, gefährden wir den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz in den kommenden Jahren", warnt Sack. Er prophezeit, dass viele Eltern von Kindern unter drei Jahren, die nach den Sommerferien auf einen Betreuungsplatz gehofft hatten, eine Absage erhalten werden.

Deshalb appellierte er am Dienstag eindringlich an die Mitglieder im Haupt- und Finanzausschuss, dem "einstimmigen und einmütigen Votum" des Jugendhilfeausschusses zu folgen. "Eine Investition in zusätzlichen Raum ist dringend notwendig", sagt er. Denn die Verwaltung geht davon aus, dass in Haan der Bedarf nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder deutlich höher sein wird als die vom Bund anvisierten 35 Prozent. Sack: "Hier leben viele gut gebildete, doppelt verdienende Eltern, die solche Plätze in Anspruch nehmen wollen."

Mit zwei Millionen Euro können fünf neue Gruppen eingerichtet werden

Zurzeit stehen in den 16Kitas der acht verschiedenen Träger insgesamt 813 Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren zur Verfügung. Für Kinder unter drei Jahren sind es 152 Plätze. Je nach Einkommen und Betreuungszeit zahlen Eltern bis zu 270 Euro im Monat für einen Platz in der Kindertagesstätte.

Für die Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (ab dem vollendeten dritten Lebensjahr) liegt die Bedarfdeckungsquote bei 97 Prozent, bei Kindern unter drei Jahren bei 30 Prozent (152 Plätze in Kitas, 210 Plätze in der Kindertagespflege).

Ausgehend von einer Bedarfdeckungsquote von 37 Prozent für Kinder unter drei Jahren, den zurzeit vorhandenen 210 Plätzen (inklusive Kindertagespflege) und einer für das Jahr 2013 zu erwartenden Zahl von 660 bis 690 Kindern unter drei Jahren hat das Jugendamt einen Ausbaubedarf von 70 bis 75 Plätzen errechnet.

70 bis 75 zusätzliche Plätze, so hat das Amt für Jugend und Soziales errechnet, werden 2013 benötigt, um die im November vergangenen Jahres beschlossene Bedarfsdeckungsquote von 37 Prozent zu erreichen. Das sind umgerechnet fünf zusätzliche Gruppen, für die fünf große Gruppenräumen, fünf neue Nebenräume und fünf neue, für Kleinstkinder ausgestattete Sanitärbereiche benötigt werden.

Kosten: rund zwei Millionen Euro, die laut Kämmerin Dagmar Formella größtenteils über Zuschüsse von Land und Bund refinanziert werden könnten. Weil die Kapazitäten der städtischen Einrichtung an der Alleestraße, die ohnehin in einem Provisorium untergebracht ist, erschöpft sind, muss die Stadt jetzt mit den Trägern der Kitas entsprechende Verhandlungen führen. Im Sommer soll über die Fortschritte der Gespräche im Jugendhilfeausschuss Bericht erstattet werden - so auch der einstimmige Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses.

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