Ein barrierefreier Zugang zum Hallenbad und ein Neurologe sind zwei der Forderungen des neuen Seniorenbeirats.

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Friedhelm Reisewitz ist Vorsitzender des Seniorenbeirats.

Friedhelm Reisewitz ist Vorsitzender des Seniorenbeirats.

Stefan Fries

Friedhelm Reisewitz ist Vorsitzender des Seniorenbeirats.

Haan. Gewählt am 30. August des vergangenen Jahres, hat der neunköpfige Seniorenbeirat Mitte Dezember seine Arbeit aufgenommen. Erste Anträge an die politischen Fachausschüsse wurden gestellt und regelmäßige Sprechstunden eingerichtet. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Gremiums, Friedhelm Antonio Reisewitz (65).

Ist Haan eine seniorengerechte Stadt?

Friedhelm Reisewitz: Ich finde schon. Es gibt nicht viele Klagen.

Warum braucht Haan einen Seniorenbeirat?

Reisewitz: Um die Bedürfnisse der älteren Generation in der Stadtverwaltung und im Stadtrat zu vertreten. Das ist bislang nämlich nicht passiert.

Für fünf Jahre wurde Friedhelm Reisewitz gewählt. Der 65-Jähriger ist verheiratet, hat einen Sohn und zwei Enkelkinder. Der studierte Chemiker hat über 30 Jahre lang für Bayer gearbeitet und ist jetzt im Ruhestand.

Der Seniorenbeirat der Stadt Haan wurde am 30. August 2009 gewählt und besteht aus neun Frauen und Männern. Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat bietet der Beirat im Rathaus, Zimmer 111, eine Sprechstunde an.

Fühlen sich ältere Menschen in Haan schlecht vertreten?

Reisewitz: Der Stadtrat hat sich in der Vergangenheit nicht so sehr um Senioren bemüht und gekümmert, da ging es mehr um Investitionen. Und für die Jugend wurde einiges getan.

Jetzt sind also die Senioren an der Reihe?

Reisewitz: Ja. Es ist überfällig, dass Senioren ein Sprachrohr in Haan bekommen. In Mettmann und Hilden gibt es seit mehr als 30Jahren Seniorenbeiräte.

Haben Sie und Ihre Mitstreiter Kontakt zu Gremien in den Nachbarstädten aufgenommen?

Reisewitz: Wir waren in den vergangenen Wochen unter anderem in Hilden, Mettmann, Erkrath und Monheim - das war sehr interessant. In Monheim ist der Seniorenbeirat auch noch sehr jung, es gibt ihn erst seit einer Legislaturperiode. Die Frauen und Männer dort haben uns eine Menge guter Tipps gegeben.

Welche denn?

Reisewitz: Was wir in Sachen Öffentlichkeitsarbeit tun können, wie wir Broschüren und Flyer erstellen und in Umlauf bringen, und wie wir uns in der Stadt bekannt machen können.

Wie wollen Sie das machen?

Reisewitz: Wir wollen jetzt nach und nach die verschiedenen Einrichtungen und Gruppen für Senioren, die es zum Beispiel in den Kirchengemeinden, bei der Awo und den Parteien gibt, besuchen, uns dort vorstellen und unsere Hilfe anbieten.

Wie kann die aussehen? Was kann der Seniorenbeirat generell leisten?

Reisewitz: Wir woll jetzt an die Arbeit kommen und haben unter anderem fünf Anträge an die Verwaltung formuliert.

Mit welchem Inhalt?

Reisewitz: Wir bemühen uns um einen barrierefreien Zugang zum Hallenbad. Die Forderung ist nicht neu, aber wir wollen sie noch einmal zum Thema machen. Und ein Neurologe soll in Haan praktizieren. Wir haben bereits Kontakt zu Fachärzten in den Nachbarstädten aufgenommen, die bereit wären, hier eine Dependance einzurichten. Wir fragen jetzt bei der Verwaltung an, ob sie dafür Räume zur Verfügung stellen kann.

Und die anderen Anträge?

Reisewitz: Die haben wir in eigener Sache gestellt. Wir beantragen ein kleines Budget für unsere Auslagen, einen eigenen Raum für unsere Sprechstunden und einen Ansprechpartner im Rathaus. Und wir wollen Vertreter unseres Gremiums in die Fachausschüsse entsenden. Dass wir finanzielle Unterstützung bekommen, ist ja bereits politisch beschlossen.

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