34 Wohnungslose und Flüchtlinge schafften es mit Unterstützung der Caritas, in eine eigene Wohnung zu ziehen.

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Die erfolgreiche Arbeit der Caritas-Mitarbeiter zeigt sich zum Beispiel in den Übergangsheimen im Heidfeld. Im August 2008 lebten dort noch 18 Wohnungslose, heute sind es nur noch fünf.

Die erfolgreiche Arbeit der Caritas-Mitarbeiter zeigt sich zum Beispiel in den Übergangsheimen im Heidfeld. Im August 2008 lebten dort noch 18 Wohnungslose, heute sind es nur noch fünf.

Stefan Fries

Die erfolgreiche Arbeit der Caritas-Mitarbeiter zeigt sich zum Beispiel in den Übergangsheimen im Heidfeld. Im August 2008 lebten dort noch 18 Wohnungslose, heute sind es nur noch fünf.

Haan. Es ist ein Erfolgsmodell, dessen Zahlen für sich sprechen: Lebten in den fünf Übergangsheimen der Stadt im Dezember 2008 noch 82 Frauen und Männer, waren es im August 2009 nur noch 51 und im Februar dieses Jahres 48 Menschen.

"Das ist eine Zahl von der wir nicht dachten, dass wir sie erreichen würden", sagte Diplom-Pädagoge Klaus Gärtner bei der Vorstellung des Sachstandsberichts über das Betreuungsmanagement im Sozialausschuss.

"Da hat sich eine regelrechte Aufbruchstimmung breit gemacht."

Klaus Gärtner, Diplom-Sozialpädagoge, über den Effekt des Betreuungsmanagements

Im August 2008 hatte der Caritasverband im Kreis Mettmann ein integratives Betreuungskonzept für Menschen, die in Notunterkünften der Stadt leben, übernommen. Ziel der Maßnahme ist es, Wohnungslose ebenso wie Flüchtlinge (wieder) in eine eigene Wohnung zu bringen und damit zurück in ein geregeltes Leben.

"Dass wir da waren, hat viele der Heimbewohner motiviert, sich noch einmal um eine eigene Wohnung zu bemühen", berichtet Gärtner. "Da hat sich eine regelrechte Aufbruchstimmung breit gemacht." Damit das so bleibt und die Zahl der in den Unterkünften lebenden Menschen weiter konstant niedrig bleibt, plädierten die Caritas-Mitarbeiter für die Fortsetzung des Betreuungsmanagements, das von der Stadt finanziert wird.

Es gliedert sich in die Bereiche Betreuung der Bewohner, Nachsorge und Prävention. Neben dem Angebot fester Sprechstunden in den Unterkünften bemühen sich Klaus Gärtner und seine Kollegen, den Betroffenen eine passgenaue Hilfe, die von der Schuldnerberatung bis zur Suchthilfe reichen kann, zu vermitteln. Auch stellt die Caritas deren Lebensgrundlage sicher, hilft bei der Wohnungssuche und -nahme.

Das Betreuungsmanagement der Caritas hat sich positiv auf die Belegungszahlen in den städtischen Unterkünften ausgewirkt: Deller Straße: 11 (Dezember 2008:10), Heidfeld: 5 (18), Neandertalweg: 4 (17), Ellscheid: 16 (14), Düsseldorfer Straße: 12 (17). Insgesamt sank die Zahl von 82 im Dezember 2008, auf 51 im Augsut 2009 und 48 im Februar 2010.

Die Bürgerinitiative Unterhaan, die sich vehement gegen den Neubau eines Übergangsheims im Heidfeld wehrt, begrüßt das Betreuungsmanagement der Caritas. Es sei eine erheblichen Verbesserung und Entschärfung der Situation im Heidfeld eingetreten. "Die Stadt Haan wird gut beraten sein, dieses in Kürze auslaufende erfolgreiche Konzept fortzusetzen, zumal dieses Betreuungsmanagement der katastrophalen Haushaltslage noch zusätzlich entgegen kommt", schrieben Norbert Thomaßen und Hans-Jürgen Busch in ihrer Stellungnahme.

Die Stadt Haan finanziert eineinviertel Stelle und Sachmittel, wovon die Caritas ihr kleines Büro in Unterhaan an der Hochdahler Straße und die Betreuung ihrer Klienten bezahlt.

Sind die eigenen vier Wände bezogen, ist es erklärtes Ziel des Betreuungsmanagements, die Frauen und Männer in ihren Wohnungen zu halten. "Wir sind natürlich auch Ansprechpartner für die Vermieter", versichert Gärtner.

Droht ein Wohnungsverlust, bemühen sich die Mitarbeiter, sich früh einzuschalten, um genau das verhindern. Gelingt ihnen das nicht, bemühen sie sich um eine frühzeitige Betreuung. "Wir hoffen, dass wir durch Prävention die Menschen in den Wohnungen halten können", sagt Gärtner.

Caritas befürchtet steigende Zahl an Wohnungsräumungen

Allerdings sie die Zahl der Hilfesuchenden bei der Caritas in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise machen sich auch in Haan bemerkbar.

Elf Personen meldeten sich bei der Caritas, weil sie von von der Zwangsräumung bedroht waren. "In zehn Fällen ist es uns gelungen diese Menschen in ihren Wohnungen zu halten", sagt Gärtner. "Der eine Fall wollte keine Hilfe von uns annehmen."

Klaus Gärtner und seine Kollegen rechnen in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Räumungen. "Die Belegungszahlen in den städtischen Unterkünften werden steigen, wenn das Betreuungsmanagement nicht fortgesetzt wird", warnten sie. "Dann wird mehr Personal und auch mehr Platz benötigt."

Sozialdezernentin Dagmar Formella formulierte den Wunsch der Verwaltung, die gute Zusammenarbeit mit der Caritas fortzusetzen und stellte die Aufgabe von Unterkünften in Aussichten. Gleichzeitig verwies sie auf ein von der Stadt erworbenes Haus an der Gräfrather Straße, das ab 1. Mai für Wohnungslose zur Verfügung stehe.

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