Die politische Mehrheit im Hauptausschuss stimmte gegen das Projekt an der Bahnhofstraße. Das Unternehmen Stella Vitalis ist überrascht.

Aktuell sieht es nicht so aus, als ob die Baulücke an der Bahnhofstraße geschlossen wird. Die Pläne, dort ein Seniorenheim zu errichten, wurden jetzt von der Politik gekippt.
Aktuell sieht es nicht so aus, als ob die Baulücke an der Bahnhofstraße geschlossen wird. Die Pläne, dort ein Seniorenheim zu errichten, wurden jetzt von der Politik gekippt.

Aktuell sieht es nicht so aus, als ob die Baulücke an der Bahnhofstraße geschlossen wird. Die Pläne, dort ein Seniorenheim zu errichten, wurden jetzt von der Politik gekippt.

Stefan Fries

Aktuell sieht es nicht so aus, als ob die Baulücke an der Bahnhofstraße geschlossen wird. Die Pläne, dort ein Seniorenheim zu errichten, wurden jetzt von der Politik gekippt.

Haan. An der Bahnhofstraße will das Unternehmen Stella Vitalis aus Dinslaken ein Pflegeheim mit 91 vollstationären Pflegeplätzen errichten. Im vergangenen Jahr hatte Geschäftsführer Uwe Kasimier für den Bau der Einrichtung im Sozialausschuss geworben. Damals waren Haans Lokalpolitiker angesichts des geplanten Neubaus mitten in der Stadt sehr skeptisch gewesen. Sie hinterfragten den Standort an der viel befahrenen Bahnhofstraße, die Zahl der Stellplätze und die künftige Personalsituation, wenn das Haus nicht ausgelastet ist.

Im Planungsausschuss stimmte die Mehrheit noch für die Pläne

Die Offenlage der notwendigen Bebauungsplanänderung ist inzwischen abgeschlossen, grundsätzliche Bedenken zur Planung wurden nicht vorgetragen. Jetzt muss die Politik über den Satzungsbeschluss abstimmen. Im Planungs- und Verkehrsausschuss vergangene Woche sprach sie sich mehrheitlich für das Projekt aus. Doch im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag kippte die Stimmung. CDU, UWG und Jochen Sack (GAL) verweigerten ihre Zustimmung.

Für Peter Hemmerling, Geschäftsführer von Stella Vitalis, ist das Abstimmungsergebnis eine echte Überraschung. "Nach der Offenlage gab es kein Veto, und auch der Planungs- und Verkehrsausschuss hatte mit neun zu acht Stimmen zugestimmt", sagte er gestern auf WZ-Nachfrage. "Für mich waren die Abstimmungen jetzt nur noch Formsache. Wir haben ja schon einen Marathon hinter uns." Dass es inzwischen keine Mehrheit mehr für das von seinem Unternehmen geplante Seniorenheim gibt, wusste er noch nicht. Und auch wie Stella Vitalis auf das Nein der Politik reagieren wird, konnte er nicht sagen. "Die Frage ist ja, ob es in Haan überhaupt noch eine Chance für uns gibt. Aber das muss ich jetzt erst einmal intern besprechen", sagte Hemmerling. "Wir würden das gerne machen, wir halten Haan für einen attraktiven Standort und sehen hier auch einen Bedarf."

Den Bedarf an Pflegeplätzen gibt es in Haan tatsächlich. Rein statistisch gesehen fehlen 48 Plätze. "Wir erkennen den Bedarf", sagte auch Annette Braun-Kohl. (CDU). Es sei der Standort, der sie nicht überzeugen würde. Jochen Sack (GAL) hält das Konzept für nicht schlüssig: "Ich halte es für 08/15." Auch die geringe Zahl an Plätzen für Demenzkranke sowie die ungeklärte Frage, ob ausreichend Parkplätze vorhanden sind, ließ ihn mit "Nein" abstimmen.

Die SPD argumentierte mit bezahlbaren Pflegeplätze für ganz normale Menschen, die in Haan im Alter betreut werden müssen, konnte den politischen Gegner aber nicht überzeugen. Petra Lerch (GAL) und Bürgermeister Knut vom Bovert enthielten sich der Stimme. Auf die Bemerkung von Walter Drennhaus (SPD), es sei ja interessant, dass sich der Bürgermeister seiner Stimme enthalte, konterte der: "Ich will die Spannung noch ein bisschen aufrecht erhalten."

An der Bahnhofstraße will Stella Vitalis ein Pflegeheim mit 91 Plätzen (drei Doppelzimmer, 88 Einzelzimmer zwischen 19 und 21 Quadratmetern) errichten.

3120 Quadratmeter werden überbaut, 900 Quadratmeter sollen als Grünfläche zur Verfügung stehen.

Denn die endgültige Abstimmung erfolgt im Stadtrat am 17.Februar, 17 Uhr, im Rathaus.

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