Zahlreiche Jecken säumten die Strecke des Familien-Karnevalszugs und bewunderten die einfallsreichen Kostüme.

Sorgte für Stimmung: die Samba-Gruppe der Musikschule.
Sorgte für Stimmung: die Samba-Gruppe der Musikschule.

Sorgte für Stimmung: die Samba-Gruppe der Musikschule.

Retter mit Schwert und Helm: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hatten aus ihrem Wagen eine fahrbare Ritterburg gemacht.

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Sorgte für Stimmung: die Samba-Gruppe der Musikschule.

Haan. Eine rote Nase hat wohl jeder bekommen, der am Sonntag beim Familien-Karnevalsumzug am Straßenrand stand, um Kamelle zu fangen. Nicht etwa, aufgrund des einen oder anderen genossenen Schnäpschen oder der roten Karnevalsschminke. Vielmehr waren es die eisigen Temperaturen, die die Jecken zum Bibbern brachten. Dennoch waren der Neue Markt, die Dieker Straße, Schillerstraße und die Kaiserstraße so menschenvoll wie eh und je.

Tausende Karnevalfans waren in die Innenstadt gekommen, um sich den bunten Zug, bestehend aus 14 Wagen und neun Fußgruppen, anzusehen. Obwohl dicke Kleidung, Mütze, Schal und Handschuhe zurzeit nicht wegzudenken sind, schreckte es die meisten Narren nicht ab, sich dennoch zu verkleiden: Mönche, Milka-Kühe, Clowns oder passend zum Valentinstag "Amor" - bunte und originelle Kostüme so weit das Auge reichte.

Warm hielten sich viele vor allem mit heißen und alkoholischen Getränke, die teilweise in Bollerwagen hinterher gezogen wurden. Auch das nah geparkte Auto half manchen Jecken, sich beim Warten auf den Zug aufzuwärmen. Die meisten von ihnen versuchten es jedoch mit warmer Kleidung und dicken Schuhen.

"Im Gegensatz zum Haaner Karnevalsumzug ist der Wuppertaler der reinste Trauermarsch."

Dirk Heimbucher, jecker Zugbesucher aus Wuppertal

"Ich habe mir extra Thermounterwäsche und eine Skihose angezogen", erzählte Michaela Bade. "Frieren tue ich allerdings immer noch." Die gute Stimmung ließ sich die Wuppertalerin samt Begleitung, bestehend aus Tochter Franziska (7) und Dirk Heimbucher, jedoch nicht verderben. Statt auf den Sonntagszug in der Heimatstadt zu gehen, waren die Drei extra in die Gartenstadt gekommen. "Im Gegensatz zum Haaner Karnevalsumzug ist der Wuppertaler der reinste Trauermarsch", stellte Heimbucher fest.

Bei leichtem Schneefall ging es dann um 14.11 Uhr pünktlich los. Angeführt von Organisator Dieter Köhler setzte sich der Zug in Bewegung, bei dem nicht nur zahlreiche Vereine aus Stadt wieder dabei waren, sondern auch Kindergärten, Bürgergruppen und Firmen. Fehlen durfte natürlich nicht der Wagen des Kinderprinzenpaares, dem "Die Bandenfrüchtchen" der Awo und der Elternzug der Privaten Kindergruppe folgten.

Das Saisonmotto in diesem Jahr lautet "Gold, Silber, Bronze…Wir geben Kindern eine Chance!!!"

Bei dem Zug liefen unter anderem die DJK (Deutsches Jugend Rotkreuz) mit, die Stadt-Sparkasse, die Samba-Gruppe der Musikschule, die Cheerleader des HTV, des Handelshof und der Haaner Schäferhundverein.

Vor und nach dem Zug veranstaltete die Närrische Zelle ein Rahmenprogramm auf dem Neuen Markt. Für Musik sorgte "Teddys Mobile Diskothek".

Mit einem Wagen war auch das St. Josef Krankenhaus dabei, das mit Bauarbeiterkostümen und dem Spruch "Wer will lustige Handwerker sehen, der muss zu St. Josef gehen" mit Witz auf die Bauarbeiten im Haaner Krankenhaus aufmerksam machte. Mit etwa 200 Mann stellte der HTV mal wieder die größte Gruppe des Zuges dar. In diesem Jahr hatten sich die großen und kleinen Sportler als Schlümpfe verkleidet und geschminkt.

Einen besonderen Augenschmaus boten die Mitglieder des DLRG, die sich passender Weise als Wassermänner verkleidet hatten, oder die Freiwillige Feuerwehr, deren Wagen zur Ritterburg umgestaltet wurde. Trotz rutschiger Straßen trauten sich sogar die Einradfahrer des HTV und des TSV Gruiten beim Zug mitzufahren. Geworfen wurden Gummibärchen, Schokoriegel, Popcorn oder kleine Bälle. Viele Bonbons versanken jedoch im Schnee, so dass erst nach dem Tauwetter der nächsten Tage die eine oder andere Leckerei zutage kommen wird.

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