Die Haaner Felsenquelle feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Vor allem das Angebot der Discounter macht dem Unternehmen zu schaffen.

Mineralwasser, Apfelschorle oder auch Fruchtsafgetränke: Das Unternehmen Haaner Felsenquelle kommt in seinem Jubiläumsjahr auf 40 Millionen Abfüllungen.
Mineralwasser, Apfelschorle oder auch Fruchtsafgetränke: Das Unternehmen Haaner Felsenquelle kommt in seinem Jubiläumsjahr auf 40 Millionen Abfüllungen.

Mineralwasser, Apfelschorle oder auch Fruchtsafgetränke: Das Unternehmen Haaner Felsenquelle kommt in seinem Jubiläumsjahr auf 40 Millionen Abfüllungen.

Stefan Fries

Mineralwasser, Apfelschorle oder auch Fruchtsafgetränke: Das Unternehmen Haaner Felsenquelle kommt in seinem Jubiläumsjahr auf 40 Millionen Abfüllungen.

Haan. Im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens hat die Haaner Felsenquelle, die einzige Mineralquelle im Bergischen Land ihren "ärgsten Feind" ausgemacht: die Discounter.

"Etwa 50 Prozent der Mineralwasser und Mineralwasser-Erfrischungsgetränke werden über die Discounter verkauft", sagt Inhaberin und Geschäftsführerin Gabriele Römer. "Da können wir und wollen wir auch gar nicht mithalten."³

Flexibilität und immer neue Produktideen setzen sich durch

Dennoch kann sie die Konkurrenz nicht leugnen und setzt mit Flexibilität und immer wieder neuen Produktideen dagegen. Beispielsweise hat ihr Unternehmen für eine Berliner Werbeagentur ein Wasser mit Lavendelgeschmack kreiert.

"Das war ein Saisongetränk für die Gastronomie", sagt sie. "Aber wir können hier im Gegensatz zu großen Mineralquellen eben auch kleine Mengen abfüllen."

Inzwischen sind es 90 Produkte, die das Unternehmen in ganz verschiedenen Flaschengrößen - wahlweise aus Glas oder PET - anbietet. Weil das Unternehmen auch viele Krankenhäuser beliefert, hält sich das Verhältnis von Glas- und Plastikflaschen die Waage.

Das mittelständische bergische Unternehmen wird in der dritten Generation durch die Familie Römer geführt. Es beschäftigt 60 Mitarbeiter und kommt im Jahr auf 40 Millionen Füllungen, was auch ungefähr 40 Millionen Liter abgefüllten nicht-alkoholischen Getränken entspricht.

Höhepunkt des Jubiläumsjahrs wird der Tag der offenen Tür am Sonntag, 7. Juni, sein, der mit Führungen durch die Abfüllung, Programm für die ganze Familie, Jazz-Frühschoppen und Nostalgiemarkt auf das Firmengelände an der Flurstraße locken will. Geschäftsführerin Gabriele Römer: "Zum Abschluss wird Farfarello spielen. Das hat bei uns schon Tradition.

"Glasflaschen sind preiswerter und halten länger", sagt Gabriele Römer. Die PET-Flaschen, die das Unternehmen selbst produziert, seien hochwertiger als die, die in den Discountern verkauft werden. "Das ist billige leichte Ware, die als Leergut geschreddert und bis vor kurzem nach China transportiert wurde", sagt die Unternehmerin. Weil die Wirtschaftskrise inzwischen auch den Osten Asiens erreicht habe, sinke derzeit die Nachfrage nach dem Plastik.

Die Haaner Felsenquelle setze auf ein Zwei-Wege-System. "Wir bieten keine Mehrweg-PET-Flaschen", sagt sie. "Die dafür notwendigen Maschinen können wir uns gar nicht leisten." Darüber hinaus vertritt sie die Ansicht, dass PET-Flaschen nicht mehrmals befüllt werden sollten.

"Man weiß nie, wo die Flaschen gelagert wurden und was die Kunden sonst noch in die Flaschen gefüllt haben." Und weil die Plastikflaschen nicht so heiß gereinigt werden können wie Glasflaschen, wird jede abgefüllt PET-Flasche nur einmal benutzt. Anschließend werden sie weder gespült noch gereinigt, sondern zu großen Paketen gequetscht und anschließend von einer Recyclingfirma zur Wiederverwendung abgeholt.

Aber egal, ob Mineralwasser aus Glas- oder Plastikflaschen, der Kunde sollte zu Produkten von regionalen Anbietern greifen, rät Gabriele Römer. Das erhalteArbeitsplätze vor Ort, schaffe Ausbildungsplätze, und kurze Transportwege schonen das Klima, wirbt Tobias Bielenstein, Sprecher der Kampagne "Stark in NRW", der sich auch die Haaner Felsenquelle angeschlossen hat.

Mit fünf Brunnen aus NRW wirbt sie bei Getränkehändlern für regionales Wasser, einen "klimafreundlichen Konsum" und engagiert sich für Umweltprojekte im Bergischen Land.

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