Der Rezitator widmete sich in der Gymnasiumsaula Wilhelm Busch und Charles Bukowski.

Machte Lust auf die Geschichten von Wilhelm Busch und Charles Bukowski: Lutz Görner.
Machte Lust auf die Geschichten von Wilhelm Busch und Charles Bukowski: Lutz Görner.

Machte Lust auf die Geschichten von Wilhelm Busch und Charles Bukowski: Lutz Görner.

Stefan Fries

Machte Lust auf die Geschichten von Wilhelm Busch und Charles Bukowski: Lutz Görner.

Haan. Der eine wurde durch seine unnachahmlichen Bildergeschichten berühmt, der andere als Kult-Autor verehrt. Dass sich Wilhelm Busch und Charles Bukowski in seinem Programm treffen, läge daran, dass er sich nahezu gleichzeitig mit beiden beschäftigt hat und ihm dadurch viele Gemeinsamkeiten aufgefallen sind, sagte Lutz Görner bei seinem Auftritt am Samstagabend in der Aula.

Mehr als zwei Stunden widmet sich der Rezitator in aller Ausführlichkeit ihrem Leben und Werk. Für Kenner oder gar Fans war dabei zwar nicht viel Neues zu erfahren. Aber die Art, wie Lutz Görner sich dem Thema widmete, war so interessant und unterhaltsam, dass keiner der Gäste von Jüngling, Mann und Jubelgreis, um in der Sprache Wilhelm Buschs zu bleiben, und deren weibliche Gegenstücke nicht beeindruckt gewesen wäre.

Nicht umsonst wird Görner, der studierte Germanist und Philosoph, Schauspieler und Regisseur, als derjenige gelobt, der hilft, Meisterwerke neu zu entdecken. Ganz allein stand der gebürtige Thüringer auf der Bühne, hatte kein Buch aus dem er ablas oder wenigstens einen Spickzettel mit thematischen Stichworten.

In ganz eigener Manier mischte er Lebensdaten mit Zitaten. Für "Es sitzt ein Vogel auf dem Leim" oder den Anfang von "Max und Moritz", irrtümlich als Bildergeschichte für Kinder tituliert ("Für Kinder hat Busch nie etwas geschrieben") gab es langen Applaus, ebenso wie für die melancholisch-düsteren Gedichte des "dirty old man", als der Charles Bukowski gerne bezeichnet wird.

Auch bei dem in Andernach geborenen Mann, dessen kometenhafter Aufstieg vom Underdog zum international bejubelten Star vergleichsweise spät gelang, wurden Details aus dem Leben mit dessen unnachahmlicher Dichtung verwoben. Am Ende wussten die Zuhörer viel über komplizierte Kindheiten, Minderwertigkeitskomplexe und den Hang zum schönen Leben.

Trotz exzessiver Trinkerei und daraus resultierenden Krankheiten starben beide Herren hochbetagt - durch gigantische Buchauflagen bedingt als Millionäre. Was von ihnen bleibt, sind ihre genialen Geschichten. Auf sie hat Görner mit seinem Abend den Leseappetit neu geweckt.

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