Vor 20 Jahren hat Claudia Kutsch mit anderen Müttern die Schulbücherei des städtischen Gymnasiums eröffnet.

Von Büchern umgeben fühlt Claudia Kutsch sich wohl.
Von Büchern umgeben fühlt Claudia Kutsch sich wohl.

Von Büchern umgeben fühlt Claudia Kutsch sich wohl.

Simone Bahrmann

Von Büchern umgeben fühlt Claudia Kutsch sich wohl.

Haan. Die Begeisterung für Bücher, für Kinder, für ihr ehrenamtliches Engagement ist Claudia Kutsch anzusehen. Die 56-Jährige strahlt über das ganze Gesicht, als sie versichert, nie daran gedacht zu haben, ihre Tätigkeit für die Schülerbücherei am städtischen Gymnasium Haan aufzugeben.

20 Jahre gibt es diese Einrichtung in Raum 206 im obersten Stockwerk der Schule. Zwei gemütliche Ledersofas, ein schöner Teppich, Bücherregale, die bis unter die Decke reichen - die Bücherei wirkt heimelig und lädt zum Schmökern ein. Das machen dort vor allem die Schüler der 5. und 6. Klassen. "Je älter die Kinder werden, desto seltener kommen sie", bedauert Kutsch.

Die Büchereileiterin wollte früher Bibliothekarin werden

Sie ist die Frau der ersten Stunde und gehört mit dem damaligen Schulleiter Theo Kantlehner und Deutschlehrer Dieter Anderheiden zu den Gründungsmitgliedern der Schulbücherei im Jahr 1990. "Ich wollte ja mal Bibliothekarin werden", sagt sie. "Aber ich war schulmüde und habe das Abitur nicht gemacht." Dann kam ihre Tochter ans Gymnasium, und sie entschied sich, die Schulbücherei zu übernehmen. Mit anderen Müttern, von denen am Mittwoch zahlreiche zur Geburtstagsfeier gekommen waren, organisierte sie die Ausleihe in den Pausen. Noch heute wird sie von Müttern und sogar einer Großmutter unterstützt.

In den vergangenen 14 Tagen haben sie alle Bücher mit dem Pinsel gereinigt und gezählt, die Regale ausgewischt und die Bücherei auf Vordermann gebracht. "Erstaunlich wenig Bücher haben Beine bekommen", freut sich Kutsch, die nicht nur von ihrer Tochter, sondern auch von ihrem Mann Hans-Dieter, der unter anderem Informatik am Gymnasium unterrichtet, unterstützt wird. "Der musste mir sämtliche Programme für die Etiketten und Formulare erstellen", sagt sie.

Eine große Marzipantorte als Lohn für den Einsatz

Für ihren unermüdlichen Einsatz bekam sie am Mittwoch nicht nur Blumen und (natürlich) Bücher, sondern auch eine große Marzipantorte in Form eines aufgeschlagenen Buches. "So sah ich wirklich aus, mit dieser komischen Brille", sagt Kutsch und zeigt auf die Torte. Die zierten gleich zwei Fotos von ihr - eines von heute und eines von vor 20 Jahren, als sie noch Dauerwelle und ein großes weißes Brillengestell trug.

Die Schulbücherei des Städtischen Gymnasiums Adlerstraße gibt es seit dem 26. Septemer 1990. Sie wird durch den Förderverein der Schule und Spenden finanziert. Im Jahr gibt Bücherei-Leiterin Claudia Kutsch zwischen 800 und 1000 Euro für neue Lektüre aus. Anregungen für Neuanschaffungen erhält sie von Schülern, Müttern und nicht zuletzt von ihrer Tochter und ihrem Enkelkind.

Die Schulbücherei ist in Raum 206 untergebracht und öffnet montags, mittwochs und freitags in der ersten Pause sowie mittwochs in der zweiten Pause. Die Ausleihfrist gilt vier Wochen, kann aber verlängert werden.

In den kommenden fünf Jahren will Claudia Kutsche einen Nachfolger finden. "Freiwillige vor", sagte sie gestern und freut sich, dann endlich außerhalb der Schulferien Urlaub machen zu können.

Privat liest Kutsch am liebsten Phantasieromane und Thriller. Ihr persönliches Lieblingsbuch ist "Das Museum der gestohlenen Erinnerung". Kutsch: "Als Einstieg in die Welt der Phantasieromane ist das phantastisch."

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