Jahrelang sammelte Peter Konrad Margarinefigürchen. Jetzt hat er seine Liebe zu Wackelbildern aus den 60er-Jahren entdeckt, die es zum Beispiel in Kaffeepackungen gab.

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Mehr als 2000 dieser Wackelbilder hat der Haaner Peter Konrad bereits zusammengetragen. Und er ist immer auf der Suche nach neuen Motiven und Szenen, die seine Sammlung vervollständigen.

Mehr als 2000 dieser Wackelbilder hat der Haaner Peter Konrad bereits zusammengetragen. Und er ist immer auf der Suche nach neuen Motiven und Szenen, die seine Sammlung vervollständigen.

Stefan Fries

Mehr als 2000 dieser Wackelbilder hat der Haaner Peter Konrad bereits zusammengetragen. Und er ist immer auf der Suche nach neuen Motiven und Szenen, die seine Sammlung vervollständigen.

Haan. Die Wackelbilder aus seiner Kindheit besitzt Peter Konrad nicht mehr. Eine Tatsache, die den 62-Jährigen Haaner nicht weiter betrübt. Längst hat er diesen Verlust verkraftet. Mehr als 2000 Exemplare der kleinen Bildchen, deren zwei Motive erst dann zu erkennen sind, wenn man sie hin- und herbewegt, hat er inzwischen gesammelt.

Gesammelt hat der 62-Jährige immer irgendetwas

"Ich habe schon immer alle möglichen Dinge gesammelt", sagt Peter Konrad und fügt lachend hinzu: "Irgendetwas muss man mit seiner Zeit ja anfangen." Viele Jahre lang hat er Margarinefigürchen gesammelt.

"Ich hatte mal die weltweit größte Sammlung und habe sogar einen Katalog herausgebracht", sagt er. "Aber irgendwann musste etwas Neues her." Und da fielen ihm die Wackelbilder wieder ein, die er vor allem über das Internet findet. Viel Geld muss er dafür nicht bezahlen. Oft kann er kleine Sammlungen für unter zehn Euro ersteigern.

Die Wuppertaler Kaffeefirma Kikuth beispielsweise legte ihren 250-Gramm-Kaffee-Paketen die Bilder bei. Comicszenen, Wild-West-Motive, Piraten - "da ist eigentlich für jeden etwas dabei", sagt Konrad. Ihm persönlich gefallen die Märchen. In 24 Motiven auf zwölf Bildern wird zum Beispiel Schneewittchen erzählt.

Die Geschichte von Rotkäppchen kann anhand von sechs Wackelbildern, also zwölf Motiven, verfolgt werden. Sehenswert sind auch Fotografien von berühmten Schauspielern und Sängern wie Brigitte Bardot, Elisabeth Taylor, Peter Alexander, Peter Krauss und natürlich Elvis, die sich gleich von zwei ihrer besten Seiten zeigen dürfen. Aber auch Sportarten, Szenen aus dem Zirkus, Bilder von Mickey Maus und Donald Duck sind auf den Sammelbildern zu sehen.

Und trotzdem sagt Konrad: "Mir fehlen noch so viele Exemplare. Und ich weiß gar nicht, was es noch alles gibt." Er ist immer auf der Suche nach neuen Motive.

Denn seine Sammelleidenschaft muss er nur mit wenigen anderen Menschen teilen. Es gibt auch keine Kataloge oder andere Aufstellungen, die einen Überblick über die Wackelbilder geben. Dennoch hat Konrad schon einiges herausgefunden.

Der damalige Marktführer in der Herstellung diese Bildchen war die Firma Reflexa in Nürnberg. Mit deren Wackelbildern machten zum Beispiel auch die Teigwarenfabrik Aluisi aus Luxemburg, Renken-Tee oder die Firma Valan Werbung. Letzte gab es nur in Frankreich und im Saarland.

Wackelbilder wurden als Bilder mit Rahmen, als Schlüsselanhänger, auf Streichholzbriefchen, Anspitzern (davon besitzt Peter Konrad eine ganze Kiste mit 54Exemplaren) oder als Sammelbilder für kleine Märchenbücher ausgegeben. Und die Pin-up-Exemplare schmücken zum Beispiel kleine Taschenspiegel.

Auch in der DDR wurden Wackelbilder ausgegeben

"Wackelbilder gab und gibt es weltweit. Besonders verbreitet sind sie in den USA", sagt Peter Konrad. Er hat sich aber auf die Exemplare spezialisiert, die in Deutschland hergestellt und die, die im Ausland produziert, aber in Deutschland ausgegeben wurden. Dazu gehören auch die Wackelbilder, die es in der DDR gab.

 Er hat zum Beispiel einige Exemplare, die zum 20-jährigen Bestehen der Deutschen Demokratischen Volkspolizei produziert wurden und mit dem Motto "Dem Volk gehört die Kraft" bedruckt waren." Peter Konrad: "Die dienten allerdings weniger Werbe- als viel mehr politischen Zwecken."

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