Drei junge Haanerinnen besuchen eine Schauspielschule. Beruf soll das Hobby jedoch nicht werden.

Die Fünf vom Alten Markt : Die Schauspielschülerinnen Ina Mölleken, Lina Rühe und Emilia Backhaus (v.l.) mit den beiden Kladderwievern.
Die Fünf vom Alten Markt : Die Schauspielschülerinnen Ina Mölleken, Lina Rühe und Emilia Backhaus (v.l.) mit den beiden Kladderwievern.

Die Fünf vom Alten Markt : Die Schauspielschülerinnen Ina Mölleken, Lina Rühe und Emilia Backhaus (v.l.) mit den beiden Kladderwievern.

Stefan Fries

Die Fünf vom Alten Markt : Die Schauspielschülerinnen Ina Mölleken, Lina Rühe und Emilia Backhaus (v.l.) mit den beiden Kladderwievern.

Haan. "Matthias Schweighöfer", kommt es einstimmig wie aus der Pistole geschossen, wenn man Lina Rühl, Nina Mölleken und Emilia Backhaus nach ihrem Lieblingsschauspieler fragt. Und während die drei 15-jährigen Schülerinnen des Haaner Gymnasiums den Namen des 28-Jährigen, der unter anderem im deutschen Kinohit "Keinohrhasen" und aktuell in "Friendship" in den Kinos zu sehen ist, aussprechen, strahlen ihre Augen.

"Ich musste schon als kleines Kind immer an Weihnachten für die Familie die Weihnachtsgeschichte mit meinen Geschwistern nachspielen: Sonst gab es keine Geschenke."

Emilia Backhaus

"Der ist ein richtig cooler und sympathischer Schauspieler", sagt Rühl, die mit ihren beiden Freundinnen seit etwa einem Jahr einmal wöchentlich auf die Juniorhouse-Schauspielschule in Köln geht. Bald haben die drei Nachwuchsschauspielerinnen einen ganz besonderen Auftritt, der bei allen bereits jetzt Lampenfieber ausbrechen lässt: Gemeinsam mit ihrem Schauspielteam führen sie das Stück "Ich knall euch ab" für die Jahrgangsstufen 9 und 10 an ihrem Gymnasium auf.

"Das ist das erste Mal, dass wir vor so vielen Freunden und Bekannten auftreten. Es werden wohl über 200 Leute zuschauen, da wird einem jetzt schon mulmig", sagt Emilia Backhaus, die seit zwei Jahren die Schauspielschule besucht. "Natürlich ist es mein Traum, später von Beruf Schauspielerin zu werden. Aber man muss realistisch bleiben", sagt sie. Zunächst möchte die Zehntklässlerin, die in Mettmann Feldhockey spielt, das Abitur machen und danach ein Jahr nach Argentinien gehen. Während auch Nina Mölleken nach dem Abschluss zunächst ein Jahr in die USA möchte und anschließend gern "in irgendeiner Funktion" am Theater arbeiten würde, hat sie andere Pläne.

Neben Klavierspielen und der Schauspielerei ist Reisen zwar eines ihrer Hobbys, sie will allerdings gleich nach dem Abitur studieren: "Etwas in Richtung Psychosomatik wäre toll."

Nina hat bereits an der Seite von Heiner Lauterbach gespielt

Das Stück "Ich knall euch ab" nach Morton Rhue wird in der fünften und sechsten Stunde am 25. Januar von der Junior House-Schauspielgruppe in der Aula des Haaner Gymnasiums für die neunten und zehnten Klassen aufgeführt. Im Anschluss an die Vorführung können Schüler mit ihren Deutschlehrern über das Stück zu sprechen. Die Hälfte der Kosten übernimmt der Förderverein. Jeder Schüler zahlt einen Euro Eintritt.

Das Stück mit dem Originaltitel "Give a boy a gun" handelt von der alltäglichen Gewalt zwischen Schülern und stellt die Frage, ob Amokläufe verhindert werden können. Es wird die fiktive Geschichte eines Amoklaufs zweier Schüler erzählt, die zuvor von ihren Mitschülern terrorisiert worden sind. "Das ist ein wichtiges und aktuelles Thema", sind sich die drei Haaner Nachwuchsschauspielerinnen einig.

Nina besucht seit drei Jahren die Schauspielschule und hat durch Workshops weitere Erfahrungen gesammelt. Sie spielte bereits in Kino- und TV-Produktionen mit - auch an der Seite von Heiner Lauterbach. "Schauspielerei ist meine Leidenschaft, aber es bleibt ein Hobby", sagt Mölleken.

Alle drei Gymnasiastinnen haben sich in der Schule kennen gelernt und teilen seit ihrer ganz frühen Kindheit das Interesse an der Schauspielerei. Während Mölleken erstmals bei Kindergartenaufführungen auf der Bühne stand und mit zehn Jahren ein Filmset besucht hat, sammelte Lina ihrer ersten kleineren Erfahrungen bei Aufführungen im Kinderhort und in der Schule.

An der Schauspielerei fasziniert die drei Teenies "vor allem die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen". In der glaubwürdigen Vermittlung der Rolle liege dabei die größte Herausforderung. "Man muss sich in die Figur hineinfühlen können", erklärt Mölleken.

Im Bezug auf Filme sind die Drei sehr einfach zufrieden zu stellen, besuchen - "sofern es das finanzielle Budget zulässt" - häufig die Kinos in Wuppertal oder Solingen. Es gebe keine bestimmten Filmgattungen, dafür aber genügend tolle Schauspieler und Regisseure. "Das geht von Mann bis Frau und von ehemaligen bis zu älteren Stars. Ich mag Johnny Depp oder Audrey Hepburn", sagt Lina Rühl, die bei den Regisseuren einen absoluten Liebling hat: "Quentin Tarantino. Er ist ein absolutes Genie bei Filminszenierungen."

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