Partnerschaft: Die Bohle AG stellt der Roboter AG des Gymnasiums Räume zur Verfügung.

Die Mädchen und Jungen der Roboter AG vom Gymnasium brauchten einen Platz, an dem sie, ungestört von Hausmeistern, tüfteln und ausprobieren können. Heinrich Ostendarp (2.v.r.), Geschäftsführer der Bohle AG, hat ihnen 100 Quadratmeter frei gemacht. Bürgermeister Knut vom Bovert (r.) versicherte, dass die Stadt die Nebenkosten übernehmen wird.
Die Mädchen und Jungen der Roboter AG vom Gymnasium brauchten einen Platz, an dem sie, ungestört von Hausmeistern, tüfteln und ausprobieren können. Heinrich Ostendarp (2.v.r.), Geschäftsführer der Bohle AG, hat ihnen 100 Quadratmeter frei gemacht. Bürgermeister Knut vom Bovert (r.) versicherte, dass die Stadt die Nebenkosten übernehmen wird.

Die Mädchen und Jungen der Roboter AG vom Gymnasium brauchten einen Platz, an dem sie, ungestört von Hausmeistern, tüfteln und ausprobieren können. Heinrich Ostendarp (2.v.r.), Geschäftsführer der Bohle AG, hat ihnen 100 Quadratmeter frei gemacht. Bürgermeister Knut vom Bovert (r.) versicherte, dass die Stadt die Nebenkosten übernehmen wird.

Stefan Fries

Die Mädchen und Jungen der Roboter AG vom Gymnasium brauchten einen Platz, an dem sie, ungestört von Hausmeistern, tüfteln und ausprobieren können. Heinrich Ostendarp (2.v.r.), Geschäftsführer der Bohle AG, hat ihnen 100 Quadratmeter frei gemacht. Bürgermeister Knut vom Bovert (r.) versicherte, dass die Stadt die Nebenkosten übernehmen wird.

Haan. Die Schuhe der Gymnasiasten stehen ordentlich aufgereiht vor der Tür. In Socken und Pantoffeln empfangen ihre Besitzer die Gäste auf den gut 100 Quadratmetern, die vor allem durch eines beeindrucken: den vielen Platz. Keine Schreibtische, nur ein schmales Regal und so genannte Felder für die kleinen Roboter bestimmen die Einrichtung.

Und genau darum hatten die Schüler und ihr Lehrer Roland Stiebel das Unternehmen, allen voran deren Geschäftsführer Heinrich Ostendarp, gebeten: Platz - zum Tüfteln, Basteln und Ausprobieren, ohne dass der Hausmeister kommt und die Aktivitäten abrupt beendet.

Bislang führte die Bohle AG Bewerbungsprojekte durch

Die Partnerschaft zwischen der Bohle AG und dem städtischen Gymnasium Haan währt schon einige Jahre. "Bislang haben wir an der Schule Bewerbungsprojekte durchgeführt", sagt Hannah Vorhold, Leiterin der Abteilung Personal, Recht und Organisation. "Jetzt freuen wir uns, dass wir die Partnerschaft auf andere Bereiche ausweiten können."

Erste Kontakte zur Roboter AG kamen bereits im vergangenen Jahr zustande. Als die Schüler sich beim First Lego Legue-Wettbewerb für die Teilnahme an der Europa-Meisterschaft in Zürich qualifizierten, brauchten sie einen Sponsor, der für Fahrt- und Übernachtungskosten aufkam. "Die Firma Bohle war der großzügigste Spender", sagt Stiebel (36), Lehrer für Informatik, Physik, Mathematik und Technik. "Und als wir zurückkamen, fragte uns das Unternehmen, womit es uns noch helfen könnte." Und die Antwort lautete: "Mit Platz".

Denn um dem rigiden Regiment der Hausmeister zu entgehen, waren die Schüler, die sich kurz vor dem Wettkampf täglich vier Stunden zusammensetzten, zu ihrem Schulkamerad Alexander Höhn (15) nach Hause ausgewichen. Aber das war auf Dauer auch keine Lösung.

Die Roboter AG am städtischen Gymnasium Haan ist aus einer Unterrichtsreihe entstanden. Zurzeit besteht sie aus zwei Teams (Jugendlichen, die jünger als 14Jahre alt sind, und Jugendliche, die älter als 15 Jahre alt sind). Sie wollen in diesem Jahr an vier verschiedenen Roboter-Wettbewerben teilnehmen. Dabei leiten die Älteren die Jüngeren an. Und der Nachwuchs steht schon in den Startlöchern: etwa 50 Kinder aus dem Technikunterricht, mit denen ihr Lehrer Roland Stiebel Anfang Juni an einem 24-Stunden-Roboter-Wettbewerb teilnehmen wird.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Haan produziert Güter rund um die Glasverarbeitung und Glasveredelung. In Deutschland werden etwa 80 Prozent des Glases mit Bohle-Technik geschnitten, in Europa sind es 30 bis 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 300 Mitarbeiter (200 davon in Haan), unterhält weltweit 14 Niederlassungen rund bietet 8000aktive Produkte (vom Zwei- Millimeter-Schneidrädchen bis zur Zwölf-Tonnen-Maschine) an.

Auch die Stadt unterstützt die Partnerschaft zwischen Gymnasium und Bohle AG und übernimmt die Nebenkosten in Höhe von 100 Euro monatlich.

Die liegt jetzt auf blau-gemustertem Teppich, inklusive Küche und Toilette, vor den Tüftlern. "Wir haben schon Vorräte und einen Sandwich-Toaster in der Küche deponiert", sagt die Schülerin Lara Klose. Und auch Schlafmöglichkeiten haben sich die Gymnasiasten auch eingerichtet. "Vor dem Wettbewerb haben wir bis 3Uhr bei Alexander durchgearbeitet und sind dann um 6 Uhr wieder aufgestanden", sagt sie.

Wer zu langsam ist, hat beim nächsten Wettbewerb verloren

Dass dies auch bei den kommenden Wettbewerben, auf die sich die Schüler zurzeit vorbereiten, wieder der Fall sein wird, davon gehen sie aus. Am 4. April steht die Teilnahme am World Robot Olympiad (WRO) in Bocholt an. "Er richtet sich an Schüler, die älter als 15 Jahre alt sind und ist härter und schwerer", sagt Stiebel. "Wer da langsam ist, hat verloren." Weiche Kriterien, wie zum Beispiel Teamgeist, werden dort nicht mehr bewertet.

Bohle-Geschäftsführer Heinrich Ostendarp versteht das Engagement seines Unternehmens für die Schüler als Investition in die Zukunft. Schließlich seien für den Erfolg seiner weltweit agierenden Firma von kreativen Köpfen entwickelte Alleinstellungsmerkmale verantwortlich. "Und es ist schwierig, vor allem kreative technische Köpfe zu finden." Die Räume seien ein kleiner Schritt, Jugendliche für Technik zu begeistern und Nachwuchs für produzierende Unternehmen in der Region zu schaffen.

Übrigens: Erst am Montag hat ein Haaner Abiturient bei Bohle den Vertrag für eine kooperative Ingenieurausbildung unterschrieben.

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