Petra Höfer ist seit 40 Jahren eine Steyler Schwester, lebt seit 30Jahren im Haaner Konvent.

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Petra Höfer ist mit 63 Jahren die jüngste Schwester im Haaner Konvent des Steyler Ordens.

Petra Höfer ist mit 63 Jahren die jüngste Schwester im Haaner Konvent des Steyler Ordens.

Stefan Fries

Petra Höfer ist mit 63 Jahren die jüngste Schwester im Haaner Konvent des Steyler Ordens.

Haan. Vor 40 Jahren ist Schwester Petra Höfer in den Steyler Orden eingetreten, seit 30 Jahren lebt sie im Haaner Konvent des Missionsordens. Mit 63 Jahren ist sie die jüngste der neun Schwestern, die dort noch leben.

Wie viele seid Ihr noch? Was macht Ihr noch? Die Frage nach dem "noch" begleitet die Schwestern, seit klar ist, dass es für die Steyler Mission in Haan keine Zukunft geben wird. Und dennoch versuchen die Missionarsschwestern, ihre Arbeit davon unbeeindruckt zu verrichten.

"Das ständige ,noch’ soll nicht unseren Alltag bestimmen", sagt Schwester Petra Höfer. Allzu viel Zeit bleibt ihr dafür ohnehin nicht. Auch nach der Zusammenlegung der Schwesternschulen vor drei Jahren arbeitet sie dort im Leitungsteam. Zuvor war sie Leiterin der Krankenpflegeausbildung. Ist im katholischen Bildungszentrum Prüfungszeit, lässt sie schon mal den einen oder anderen Gottesdienst ausfallen. "Wir sind ein tätiger Orden", sagt sie und meint damit, dass es Zeiten gibt, in denen die Verpflichtungen ihrer Arbeit vorgehen.

Feste Regeln gehören zum Leben der Ordensschwestern

Feste Regeln gibt es dennoch im Leben der Haaner Schwestern. Morgens und vor dem Abendessen treffen sich die Frauen zum gemeinsamen Gebet. Das tägliche stille Gebet kann sich jede so einrichten, wie es am besten in den Tagesablauf passt.

Ihre Entscheidung für den Orden hat Schwester Petra nie bereut. Mit 23 Jahren ist sie gemeinsam mit fünf Freundinnen zu den Steyler Missionaren gegangen, obwohl sie nicht aus einem gläubigen Elternhaus stammt. Allerdings gab es in der katholischen Schule einige Mitschülerinnen, die ihr die Zeitschriften der Steyler Schwestern mitgebracht haben. "Ich war damals schon davon überzeugt, dass es einen guten Gott gibt", erinnert sie sich. Für Schwester Petra Höfer war ihre Entscheidung keine gegen, sondern für etwas. Dass sie sich dennoch gegen eine eigene Familie, gegen einen Partner und gegen Kinder entscheidet, hat sie bewusst in Kauf genommen. "In den ersten Jahren wurde die Mitgliedschaft im Orden nur von Jahr zu Jahr verlängert. Es gab also eine lange Zeit der Prüfung", sagt sie. Bevor sie sich mit 23 Jahren für den Glaubensweg entschied, hatte sie noch eine kaufmännische Ausbildung und eine Krankenpflegeausbildung absolviert. Dass man bei den Steyler Missionaren jeden Beruf ausüben konnte, habe ihre Entscheidung für diesen Orden entscheidend geprägt, glaubt Schwester Petra Höfer heute.

"Ich hab als einzige den Führerschein und muss öfters fahren"

Im Haaner Konvent leben noch neun Steyler Missionsschwestern. Da sie zur Eucharistiefeier und zum Mittagessen im Krankenhaus präsent sind, ergeben sich manche Begegnungen mit Besuchern und Patienten. In diesen Gesprächen werden einfache Orientierungsfragen im Krankenhaus gelöst, religiöse Fragen angesprochen oder auch einfach ein Stück Krankengeschichte erzählt. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat, die Alten- und Krankenseelsorge und die Betreuung der Patientenbibliothek im St.-Josef-Krankenhaus.

Die ursprüngliche deutsche Gemeinschaft wurde 1889 in dem kleinen niederländischen Dorf Steyl gegründet. Eine kleine Gruppe junger, christlich engagierter Frauen ermutigte den Gründer des Steyler Missionshauses, Arnold Janssen, zu diesem Schritt - unter ihnen Helena Stollenwerk aus der Eifel und Hendrina Stenmanns vom Niederrhein, die als Mitgründerinnen den Anfang der Gemeinschaft wesentlich mitgeprägt haben. 1895 wurden die ersten Schwestern nach Übersee ausgesendet. Die Niederlassung in Haan gehört zum Erzbistum Köln.

Steyler Missionsschwestern, Robert-Koch-Straße 10-12, 42781 Haan, Telefon 557555-0

Da sie mit 63 Jahren die jüngste der Schwestern ist, trägt sie viel Verantwortung. "Ich habe als einzige noch den Führerschein und muss dann schon mal öfters fahren. Aber ich habe immer ein selbstständiges und unabhängiges Leben geführt und kann mit der Verantwortung gut umgehen", sagt sie.

Für die Schwestern gilt eine eiserne Regel: Wer noch zu Fuß die Treppe zur Kapelle laufen kann, bleibt im Haaner Konvent. "Wir können hier natürlich keine Mitschwester versorgen, die pflegebedürftig ist", sagt Schwester Petra. Aber so lange es eben geht, bleiben die Steyler Schwestern dort, wo sie noch etwas für ihre Mitmenschen tun können.

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