Der Autor hat Bits und Bytes gegen Reime getauscht.

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Hans-Georg Schipping war bis zu seiner Pensionierung ein Fachmann für Computertechnik, nun hat er sich aufs Schreiben verlegt.

Hans-Georg Schipping war bis zu seiner Pensionierung ein Fachmann für Computertechnik, nun hat er sich aufs Schreiben verlegt.

Stefan Fries

Hans-Georg Schipping war bis zu seiner Pensionierung ein Fachmann für Computertechnik, nun hat er sich aufs Schreiben verlegt.

Haan. "Schwarze Milch der Frühe", so beginnt die "Todesfuge", das Gedicht, mit dem sich Paul Celan unsterblich gemacht hat, wie Hans-Georg Schipping sagt. "Das ist doch das, wovon jeder Dichter träumt", grinst der Haaner.

Lyrik für die Ewigkeit und ein Bestsellerroman fürs Portemonnaie - obwohl weder das eine noch das andere bei dem 1942 in Schlesien Geborenen bislang geklappt hat, ist der Autor durchaus zufrieden mit sich und der Welt.

Als Computer-Techniker bereiste er Europa, zwei Wochen in Paris, drei Wochen in Budapest, zehn Tage in Valencia, so sah sein Leben als Berufstätiger aus. "Dieser technische Beruf war so phantasielos, das Arbeitspensum enorm und der Druck nicht gering."

Als Hans-Georg Schipping, der schon immer gerne gelesen hat, auch noch an sich die Gabe feststellte, "ganz gut reimen zu können", tauchte er neben seiner berufsbedingten kühl-pragmatischen Arbeitswelt in ein Parallelkosmos ein. Hier regieren Buchstaben und Worte, hier thematisiert der Wahl-Haaner, der seit 1975 in seiner "Lieblingsstadt" lebt, mit britischem Humor, also durchaus polemisierend, was weltpolitisch geschieht und die Welt im Innersten zusammenhält.

Auf den Spuren von Hemingway und Steinbeck

"Mein Themenspektrum ist weit gefasst", erklärt der Pensionär, der seit 2001 im Ruhestand ist. Mord und Totschlag werden lyrisch ebenso verarbeitet wie die Liebe besungen ("Die Liebe macht süchtig, / Die Liebe ist flüchtig, / Du kannst sie nicht fassen."). Ernest Hemingway und John Steinbeck sind Autoren, die mit ihren Werken seine Phantasie gefordert und gefördert haben.

"Gibt es heute noch so große Erzähler wie sie?", fragt er. "Das Leben ist irre und verrückt", lautet sein Fazit. Und wenn er diesen Irrsinn nicht in seinen satirischen Einlassungen zu Papier bringt, reist er mit Ehefrau Marion in der Welt umher. Indien stand auf dem Programm, Nilkreuzfahrten, Hongkong und die USA und zum Jahresende ging es in die Kälte Norwegens.

"Dabei bin ich doch ein Mensch für die Sonne." Und letztlich trägt Hans-Georg Schipping auch die Sonne im Herzen. Anders könnte ein sensibler Dichter wie er dem Weltwahnsinn wohl kaum begegnen.

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