Der Bedarf wird wieder größer.

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Knut vom Bovert mauert mit Bauherrin Petra Morsbach das städtische Fähnchen im roten Grundstein ein.

Knut vom Bovert mauert mit Bauherrin Petra Morsbach das städtische Fähnchen im roten Grundstein ein.

Knut vom Bovert mauert mit Bauherrin Petra Morsbach das städtische Fähnchen im roten Grundstein ein.

Haan. Sozialer Wohnungsbau ist keineswegs ein Relikt aus den 70ern. Er ist zuletzt in Haan nur etwas kürzer gekommen. Nun werden wieder Wohnungen für einkommensschwache Bürger gebaut. Am Montag wurde auf der Industriebrache an der Ecke Kurze Straße/Zur Alten Gesenkschmiede der Grundstein für einen Komplex mit 36 Wohnungen gelegt.

Große Teile des Rohbaus stehen schon. In zehn Monaten sollen die drei Mehrfamilienhäuser bezugsfertig sein. Bürgermeister Knut vom Bovert mauerte selbst das grün-weiße Haaner Fähnchen als Talisman in den Grundstein ein. Auch Baudezernent Matthias Buckesfeld griff zur Kelle - übrigens so fachmännisch, dass es spontanen Applaus der Bauarbeiter gab.

25 der 36 Wohnungen sind bereits vergeben

Die Wohnungen füllen nicht nur eine Baulücke, sondern decken einen sozialen Bedarf. 2150 öffentlich geförderte Wohneinheiten gab es noch vor neun Jahren, inzwischen gilt die Sozialbindung nur noch bei 1150. "Ich denke, die Nachfrage wird auch angesichts der wirtschaftlichen Situation steigen", sagte vom Bovert. Auch die Zahlen des Bauleiters und Architekten Rudi Morsbach vom gleichnamigen Wuppertaler Bauträger, sprechen dafür: 25 der 36 Wohnungen sind vergeben.

Es gibt kleine Wohnungen für Singles und extra große für Familien

Das könnte auch an den Wohnungsgrößen liegen: Die meisten sind besonders klein, gut geeignet für Singles - und extra große Wohnungen mit bis zu fünf Zimmern, um auch Großfamilien Platz zu bieten. Beides ist bei privat finanzierten Projekten eher selten. Morsbach denkt gar darüber nach, den geltenden Bebauungsplan voll auszuschöpfen und auf dem Gelände einen weiteren, identischen Komplex zu errichten. Dabei dürfte es dann in Sachen Sozialwohnungsbau vorerst bleiben. Buckesfeld: "Weitere Anträge liegen uns nicht vor."

Das Projekt wurde vom Land nicht nur wegen seiner Sozialbindung gefördert - der Quadratmeter kostet 4,85 Euro -, sondern auch wegen anderer Eigenschaften. Die behindertengerechten Gebäude werden mit Solarkollektoren und Holzpellets beheizt. "Wir senken die Heizkosten um mindestens 40 Prozent", sagte Morsbach. Zudem werden die Satteldächer mit Spezial-Dachpfannen gedeckt, deren Beschichtung mit Titandioxyd wie ein natürlicher Katalysator wirkt.

Damit die Kostenmiete von 4,85 Euro möglich wird, arbeiten Banken, Behörden und Bauträger zusammen. 20 Prozent der Baukosten von rund sechs Millionen übernimmt der Bauträger, weitere 20 Prozent sind über eine Bank finanziert, und 60 Prozent trägt die Wohnungsförderungsanstalt der NRW-Bank mit einem Mini-Zins von 0,5 Prozent. Im Gegenzug darf das Wohnungsförderungsamt auch bei der Gestaltung der Wohnungen mitreden.

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