Wenn die Stadtwerke ein Blockheizkraftwerk bauen, dürfen sie das Bad übernehmen.

Das Hallenbad in Burscheid hat bereits ein neues Blockheizkraftwerk bekommen. So ähnlich dürfte auch die Energiequelle für das Haaner Bad aussehen. (Archiv
Das Hallenbad in Burscheid hat bereits ein neues Blockheizkraftwerk bekommen. So ähnlich dürfte auch die Energiequelle für das Haaner Bad aussehen. (Archiv

Das Hallenbad in Burscheid hat bereits ein neues Blockheizkraftwerk bekommen. So ähnlich dürfte auch die Energiequelle für das Haaner Bad aussehen. (Archiv

Barbara Sarx

Das Hallenbad in Burscheid hat bereits ein neues Blockheizkraftwerk bekommen. So ähnlich dürfte auch die Energiequelle für das Haaner Bad aussehen. (Archiv

Haan. Dem Auftrag des Stadtrates, ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zu errichten, kommt Stadtwerke-Chef Stefan Chemelli mehr als gerne nach. "So ein Blockheizkraftwerk ist ideal für das Eine und perfekt für das Andere", sagte er am Donnerstag auf WZ-Nachfrage.

Ideal sei es, weil es eine klimaschonende und sparsame Energieversorgung des Hallenbades sicherstellt. Perfekt sei es, weil die Stadtwerke als Betreiber ihre Versorgungssparte erweitern und damit einen technischen und wirtschaftlichen Verbund mit dem Hallenbad herstellen können.

Der ermöglicht es den Stadtwerken, diese defizitäre Sparte - beziehungsweise deren Verluste - mit den Erträgen aus anderen Sparten (Erdgas und Wasser) steuerlich verrechnen zu können.

Betrieb des Bades kostet die Stadt jährlich 600000 Euro

Bislang betreibt die Stadt Haan das fast 40Jahre alte Hallenbad am Alten Kirchplatz, dessen Betrieb die Stadt jährlich 600000Euro kostet. Seit längerer Zeit bemüht sich die Stadt darum, einen steuerlichen Querverbund der Stadtwerke mit dem Hallenbad herstellen zu dürfen, um für diese Kosten nicht mehr selbst aufkommen zu müssen.

Dieser Verbund rückt jetzt in greifbare Nähe, nachdem das Finanzamt Hilden den Stadtwerken die verbindliche Auskunft gegeben hat, dass erst ein Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen werden muss, um den Verbund installieren zu können.

"Wir waren noch nie so weit wie heute", kommentierte Friedhelm Kohl(FDP) das Schreiben des Finanzamtes. "Wir haben die verbindliche Auskunft, auf deren Grundlage wir weiter arbeiten können."

Entsprechend einstimmig viel der Beschluss in der jüngsten Ratssitzung aus, die Stadtwerke mit dem Bau eines BHKW zu beauftragen und die Errichtung mit 120000 Euro aus dem städtischen Etat (dem Energiesparbudget) zu unterstützen.

Was genau das BHKW kosten wird, konnte Chemelli Donnerstag nicht sagen. Er schätzt, dass zwischen 100000 und 200000 Euro für das Projekt ausgeben werden müssen. Das Blockheizkraft wird mit Erdgas betrieben und erzeugt Strom. Bei der Verbrennung entsteht auch Wärme, mit der das Wasser im Hallenbad oder das Gebäude geheizt werden können.

Ein Blockheizkraftwerk ist auch ein Steuersparmodell

"So ein Blockheizkraftwerk ist sehr effizient, weil es gleich zwei Produkte erzeugt", sagt Chemelli: "Es ist eine intelligente, dezentrale Energierzeugungsanlage."

Weil es direkt dort aufgestellt wird, wo es gebraucht wird, entstehen auch keine Transportverluste. "So ein Blockheizkraftwerk hat einen Wirkungsgrad von 90 Prozent und mehr. Es spart erheblich an Energie und CO2-Emission. Und zugleich ist es ein attraktives Steuersparmodell", sagt Chemelli. Es versetze die Stadt in die Lage, das Angebot eines Hallenbades weiter aufrecht zu erhalten.

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