Gero Legner bekam vor Gericht Recht und wird am Donnerstag den über sein Privatgrundstück verlaufenden Weg dicht machen.

Gero Legner lässt sein Anwesen Brucher Mühle jetzt mit einem Zaun einfassen. Damit wird der Weg für Fußgänger und Radfahrer durch das Ittertal unterbrochen.
Gero Legner lässt sein Anwesen Brucher Mühle jetzt mit einem Zaun einfassen. Damit wird der Weg für Fußgänger und Radfahrer durch das Ittertal unterbrochen.

Gero Legner lässt sein Anwesen Brucher Mühle jetzt mit einem Zaun einfassen. Damit wird der Weg für Fußgänger und Radfahrer durch das Ittertal unterbrochen.

Stefan Fries

Gero Legner lässt sein Anwesen Brucher Mühle jetzt mit einem Zaun einfassen. Damit wird der Weg für Fußgänger und Radfahrer durch das Ittertal unterbrochen.

Haan. Sabine und Gero Legner machen ernst. Am Donnerstag wollen sie den über ihr Grundstück an der Brucher Mühle verlaufenden Wanderweg mit Zauntoren für die Allgemeinheit sperren. Angekündigt hatten sie diese Maßnahme bereits im März dieses Jahres, hofften damals aber noch, einen Kompromiss mit der Stadt Haan erzielen zu können.

Langer Zwist mit der Verwaltung gipfelt im Gang vor Gericht

Zur Erinnerung: Gero Legner hat sich fünf Jahre lang mit der Stadt darüber gestritten, ob der Weg, der über sein Grundstück verläuft, öffentlich oder privat ist. Im vergangenen Jahr verklagte Legner schließlich die Stadt, nachdem deren Mitarbeiter vor der Einfahrt zu seinem Hof eine Bodenwelle quer über einen Weg aufgeteert hatten, ohne ihn vorab zu informieren - für Legner war das damals der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf gab Gero Legner im Frühjahr Recht. Wörtlich heißt es in dem Urteil: "Bei dem streitigen Weg handelt es sich nicht um eine öffentliche Straße." Das wäre er, wenn er dem öffentlichen Verkehr gewidmet worden wäre. Der Weg, der im Mittelpunkt des Streits steht, führt jedoch mitten durch das Anwesen der Familie Legner und befindet sich im Privatbesitz.

"Die Stadtverwaltung bedauert diese Maßnahme, die von ihr nicht zu verhindern ist und eine Jahrhundert alte Route durch das Ittertal unterbricht", so Ordnungsamtsleiter Michael Rennert. "Andererseits bietet sich keine Alternative an, Störungen der privaten Grundstücksnutzung an der Brucher Mühle zu unterbinden."

Ärger über rücksichtslose Radler, freilaufende Hunde und die Stadt

Täglich nutzen den Weg Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Hundebesitzer. "Die wissen gar nicht, dass sich der Weg in Privatbesitz befindet", sagt Legner, der sich immer wieder über Hundekot, freilaufende Hunde und rücksichtslose Radfahrer ärgern muss.

Weil die Eigentümer den über ihr Grundstück verlaufenden Wanderweg sperren, empfiehlt der Haaner Ordnungsamtsleiter Spaziergängern und Radfahrern folgenden Umweg: Vom Müllersberg sollen sie zunächst nach rechts in Richtung Süden/ Caspersbroich abbiegen und nach überqueren der Itter die erste Möglichkeit nehmen, um in Richtung Osten parallel zu dem gesperrten Abschnitt den Weg fortsetzen zu können. Am Schaafenkotten kann der Weg bis zur Breidenmühle wie bisher fortgesetzt werden. Von der Breidenmühle über Schaafenkotten bis zum Müllersberg kann die vorgenannte Verbindung westlich in umgekehrter Folge genutzt werden. Die Verwaltung weist daraufhin, dass diese Umgehung nicht eben verläuft. Auch sei sie nicht in der Qualität ausgebaut wie der gesperrte Abschnitt.

Eine Mühle war dort schon 1715 vorhanden. Der alte Fachwerkbau brannte 1876 ab. In der bald wieder aufgebauten Mühle wurden alle Getreidearten zur Herstellung von Brot und Futtermitteln gemahlen. 1928 war die Mühle noch in Betrieb; die Anlage wurde gleichzeitig als Gaststätte bewirtschaftet. 1939 wurde die Mühle stillgelegt. Das Restaurant blieb bis Anfang der 1970er-Jahre bestehen. Seither dient die Brucher Mühle nur noch als Wohnhaus.

Und von der Stadt fühlt er sich tyrannisiert. Zwölf Ordnungserfügungen seien ihm zugestellt worden, gegen alle habe er Einspruch eingelegt. Mit dem Urteil aus Düsseldorf hat er jetzt das Recht, den Weg endgültig zu sperren.

Denn dessen Verkehrssicherheit kann Gero Legner nicht garantieren. "Die Bäume finden auf den steilen Schieferhängen des Ittertales keinen Halt und kippen immer wieder um", sagt er. In den vergangenen fünf Jahren seien es mehr als zehn Bäume gewesen. Legner ist der Meinung, dass alle Bäume in diesem Bereich gefällt werden müssten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer