Seit 50 Jahren gibt es die katholische Bekenntnisschule in Haan. 1961 wurde sie nach dem heiligen Johannes Bosco benannt. Gefeiert wird am 27. Juni.

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Zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Don-Bosco-Schule hat der Haaner Unternehmer Peter Raddatz der Schule die Reinigung des Steins, der seit 25 Jahren vor dem Gebäude steht, spendiert. Zum Hochdruckreiniger griff dann allerdings Sohn Björn (25), der ebenso wie seine drei Brüder die Don-Bosco-Schule besucht hat.

Zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Don-Bosco-Schule hat der Haaner Unternehmer Peter Raddatz der Schule die Reinigung des Steins, der seit 25 Jahren vor dem Gebäude steht, spendiert. Zum Hochdruckreiniger griff dann allerdings Sohn Björn (25), der ebenso wie seine drei Brüder die Don-Bosco-Schule besucht hat.

Die Turnhalle der Don-Bosco-Schule um 1960.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Don-Bosco-Schule hat der Haaner Unternehmer Peter Raddatz der Schule die Reinigung des Steins, der seit 25 Jahren vor dem Gebäude steht, spendiert. Zum Hochdruckreiniger griff dann allerdings Sohn Björn (25), der ebenso wie seine drei Brüder die Don-Bosco-Schule besucht hat.

Haan. Nein, unter dem Stein, der seit 25 Jahren vor dem Gebäude der katholischen Don-Bosco-Grundschule steht, ist der Namensgeber der Schule nicht begraben.

"Unsere Erstklässler gehen immer fest davon aus, dass Don Bosco hier liegt", sagt Schulleiterin Annegret Buchart. Lächelnd erinnert sie sich auch an die Zweitklässlerin, die davon überzeugt war, dass Don Bosco seinen Namen von der Haaner Grundschule erhalten habe.

Schulleiterin Annegret Buchart ist auch schon 20 Jahre dabei

Annegret Buchart kann viele solcher netten Anekdoten aus dem Schulalltag erzählen. Immerhin feiert in diesem Jahr nicht nur die Schule ihr 50-jähriges Bestehen. Auch die Schulleiterin kann ein Jubiläum vorweisen: Sie leitet seit 20 Jahren Haans einzige Bekenntnisschule, die auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann - von der ersten katholischen Volksschule im Haus "Am Dorn" an der Bahnhofstraße (heute DRK) bis zum 1959 bezogenen Neubau an der Thienhausener Straße.

Geblieben ist ihr Image: "Wir sind eine christliche, menschliche Grundschule, die sich besonders um ihre Kinder kümmert", sagt Schulleiterin Annegret Buchart.

Namensgeber setzte sich für bedürftige Kinder ein

"Ihren Namen erhielt unsere Schule 1961 nach dem heiligen Johannes Bosco", sagt sie. Der Priester (1815-1888) lebte in Turin und gründete Ordensgemeinschaften, die sich um bedürftige Kinder und Jugendliche sorgte. Dieser Grundgedanke präge auch heute noch den Alltag der Schule, die eine von 1100 katholischen Schulen in NRW ist, aber unter städtischer Regie steht.

Das große Jubiläum feiert die Bekenntnisschule mit Schülern, Eltern, Lehrern und Gästen am Samstag, 27. Juni: Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst in der katholischen Kirche St. Chrysanthus Daria. Dort werden auch die Schulrätin, der Bürgermeister und die Schulleiterin sprechen. Anschließend erfolgt der Umzug zum Schulhof an der Thienhausener Straße. Ab 13 Uhr wartet dort ein Imbiss auf die Besucher. Außerdem ist eine Ausstellung im Schulgebäude geplant. Von 14 bis 16.30 Uhr findet ein großes Bühnenprogramm auf dem Schulhof statt, das mit dem Auftritt des Lehrer-Eltern-Schüler-Großeltern-Chor (bestehend aus 40 Erwachsenen und 40 Kindern) endet.

Der Namensgeber der Schule - der heilige Johannes Bosco (1815-1888) - wurde vor 75 Jahren heilig gesprochen. Der Priester war unter anderem Jugendapostel von Turin, Pädagoge und Schriftsteller. Der von ihm vor 150 Jahren gegründete Orden führt sein Werk bis heute fort: Er setzt sich für Jugendliche in Not ein.

"Leider müssen wir oft Kinder ablehnen, weil unsere Schule nach einem Beschluss der Schulkonferenz nur noch zwei Eingangsklassen hat", bedauert die Leiterin. Insgesamt besuchen heute 2.225 Schüler die katholische Einrichtung, die 1968 im Zuge der landesweiten Umstrukturierung von der achtjährigen Volksschule in eine vierjährige Grundschule umgewandelt wurde. Zwei Drittel der Eltern hatten sich damals für die Fortführung der Bekenntnisschule ausgesprochen.

Kampfabstimmung über Verlagerung der Bekenntnisschule

Im Laufe ihrer Geschichte hat die Don-Bosco-Schule einige Umzüge erlebt. So siedelte sie 1959 aus Platzgründen von dem 1928 gebauten Gebäude an der Dieker Straße zur Thienhausener Straße um. "Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Anteil der katholischen Bevölkerung in Haan und für Gemeinschaftsschule und katholische Schule wurde es in Mittelhaan zu eng", sagt Annegret Buchart. Da zunächst keine der Schulen umziehen wollte, beschloss der Rat in einer Kampfabstimmung die Verlagerung der Bekenntnisschule.

"Religion hat bei uns eine besondere Bedeutung", sagt Annegret Buchart. "Es gibt heute keinen verbindlichen Benimmkodex mehr." Deshalb sei es wichtig, den Kindern unter anderem den respektvollen Umgang miteinander zu vermitteln. "Früher war es zum Beispiel kein Problem, einen Stuhlkreis zu bilden. Heute sehen die Schüler nicht nach rechts und links."

Viermal im Jahr erscheint die Schülerzeitung "Die Boscöpfe"

Eine große Rolle zur Festigung des Gemeinschaftssinnes spielen abseits des Lehrauftrages auch die vielen Projekte und Arbeitsgemeinschaften an der Don-Bosco-Schule: So erarbeiten die Schüler seit Dezember 1989 viermal im Jahr die umfangreiche Schülerzeitung "Wir Boscöpfe". Neben Partnerschaften mit Friedland und Brasilien besteht seit 2001 ein Projekt mit Indien. Immer vor Weihnachten unterstützt die Schule mit Päckchen die Haaner "Tafel" und veranstaltet seit 1982 den traditionellen Handwerkermarkt im November.

Zurzeit wartet die Einrichtung sehnsüchtig auf die Fertigstellung des eingeschossigen Neubaus mit zwei Räumen sowie dessen politisch gewollte Aufstockung. Denn 40 Schüler nutzen das Angebot der verlässlichen Schule von 8 bis 13.30 Uhr. 45 weitere Kinder besuchen den offenen Ganztag (bis maximal 16.30 Uhr).

"Diese 85 Mädchen und Jungen müssen sich unseren Musikraum teilen", sagt Annegret Buchart. Die Schule will ihre Schülerzahlen aber auch in den Betreuungsangeboten halten. Ein vorrangiger Wunsch im Geburtstagsjahr - um nicht wieder Kinder ablehnen zu müssen wie in den Vorjahren.

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