Die Einsatzfahrzeuge müssen 20 Jahre gefahren werden. Doch dann wird es oft schwierig, Ersatzteile für die Löschwagen zu bekommen.

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Dieses alte Schätzchen aus dem Fuhrpark der Haaner Feuerwehr hat seine besten Zeiten hinter sich. Weil es sich kaum noch lohnt, seine Mängel zu beheben, muss Ersatz beschafft werden – das kann bis zu zwei Jahre dauern.

Dieses alte Schätzchen aus dem Fuhrpark der Haaner Feuerwehr hat seine besten Zeiten hinter sich. Weil es sich kaum noch lohnt, seine Mängel zu beheben, muss Ersatz beschafft werden – das kann bis zu zwei Jahre dauern.

Stefan Fries

Dieses alte Schätzchen aus dem Fuhrpark der Haaner Feuerwehr hat seine besten Zeiten hinter sich. Weil es sich kaum noch lohnt, seine Mängel zu beheben, muss Ersatz beschafft werden – das kann bis zu zwei Jahre dauern.

Haan. Feuerwehrautos ist grundsätzlich ein langes Leben beschieden. Im Gegensatz zum Beispiel zu Lastwagen, die im Dienste einer Spedition zwischen zwölf und 15 Jahre lang gefahren werden, müssen die Fahrzeuge der Feuerwehr schon ein bisschen länger halten.

Vor allem wenn sie in Einsätzen der ehrenamtlichen Kräfte unterwegs sind, sollten sie mindestens 20 Jahre gefahren werden. "Sonst lohnt sich die Anschaffung auch gar nicht", sagt Carsten Schlipköter, Chef der Haaner Feuerwehr.

Diese notwendige Langlebigkeit setzt natürlich regelmäßige Wartungen voraus, schützt aber gleichzeitig nicht vor Abnutzungserscheinungen, Reparaturen oder Instandsetzungsmaßnahmen.

25 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug kostet vor allem Geld

Bestes Beispiel ist das in Haan stationierte Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS aus dem Jahr 1984. Das Gefährt kostet die Feuerwehr und damit die Stadt zunehmend mehr Geld, denn je älter es wird, desto teurer werden die anfallenden Reparaturen.

Die Luftanlage des Löschfahrzeugs verliert zum Beispiel im abgestellten Zustand Druckluft. Das sei laut Feuerwehr noch kein dramatischer Zustand, allerdings ist der Druckverlust an der Bremsanlage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, so der Feuerwehrchef, nicht mehr zu beheben.

Das neue Fahrzeug, das für den Fuhrpark der Gruitener Feuerwehr (Löschzug 3) beschafft wird, kostet 320 000 Euro. Die Summe wird in Form einer Verpflichtungsermäßigung für das Jahr 2010 in den Haushalt 2009 gestellt.

Der Auftrag soll im Sommer 2009 erfolgen, die Auslieferung ist Mitte 2010 geplant. In der Regel nimmt es zwei Jahre in Anspruch, bis ein neues Feuerwehrfahrzeug geliefert werden kann. Feuerwehleiter Carsten Schlipköter: "Wir müssen eine Ausschreibung machen, in der alles konkret beschrieben wird." Dementsprechend nehmen die Planungen für das neue Einsatzgefährt ein Jahr in Anspruch, die Lieferzeit beträgt ein weiteres Jahr.

Großer Aufwand sei darüber hinaus nötig, um die akustische Warnanlage, die durch Kabelbrüche in Mitleidenschaft gezogen ist, wieder Instand zu setzen.

Weil die Feuerwehr aber nun mal funktionierende Einsatzwagen braucht, hat die Politik einer Ersatzbeschaffung zugestimmt. Die geht in diesem Fall aber nach Gruiten. Das dort stationierte Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 1988 wird das 25 Jahre alte Gefährt in Haan ersetzen und im so genannten zweiten Abmarsch eingesetzt werden.

Sprich, wenn nachalarmiert wird, soll es mit der entsprechenden Besatzung ausrücken. Und das alte Schätzchen aus Haan kommt dann weg. Verschrottet wird es nicht, aber vielleicht für ein paar tausend Euro verkauft.

Und damit die Gruitener dann nicht ohne Löschfahrzeug dastehen, wird für sie ein so genanntes Hilfeleistungslöschfahrzeug beschafft - das auch wieder mindestens 20 Jahre seinen Dienst versehen muss - wenn es denn die entsprechenden Ersatzteile gibt.

"Bei deren Beschaffung gibt es zunehmend Probleme", sagt der Feuerwehrchef. Denn während der Markt für neue Teile für alte Lastwagen groß ist, ist der für Feuerwehrfahrzeuge klein. Schließlich gibt es davon weitaus weniger als Lkw.

"Und auch die Lagermengen bei den entsprechenden Firmen werden immer kleiner", sagt Schlipköter. Er befürchtet, dass es nach zwölf bis 15 Jahren keine Ersatzteile für die Löschfahrzeuge, die 20 bis 25 Jahre halten sollen, geben wird.

"Ich weiß nicht, wie wir das auffangen sollen. Ich habe auch keine Lösung", gibt er zu. Noch sei das Problem in Haan nicht aufgetreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es aber deren Wehr treffe, ist relativ hoch.

Häufig betroffen sei die Verbindung vom Fahrgestell zum Aufbau oder der Aufbau selbst. "Da fehlen meistens Ersatzteile", sagt Schlipköter. "Und Garantie bekommen sie nur noch für zehn Jahre."

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