Partnerstadt: Eine neunköpfige Delegation aus Frankreich war jetzt zu Gast. Im Mittelpunkt standen die Aktivitäten fürs nächste Jahr.

Bürgermeister Knut vom Bovert und seine französische Amtskollegin Marie Françoise Gaouyer beim Fassanstich auf der Haaner Kirmes.
Bürgermeister Knut vom Bovert und seine französische Amtskollegin Marie Françoise Gaouyer beim Fassanstich auf der Haaner Kirmes.

Bürgermeister Knut vom Bovert und seine französische Amtskollegin Marie Françoise Gaouyer beim Fassanstich auf der Haaner Kirmes.

Bürgermeister Knut vom Bovert und seine französische Amtskollegin Marie Françoise Gaouyer beim Fassanstich auf der Haaner Kirmes.

Haan/Eu. "Die waren alle ganz baff, als sie merkten, welch ein weltweites Medienecho das Ganze heraufbeschwört", sagt Fritz Köhler und lacht. "Von uns gab’s natürlich herzliche Gratulationen für diesen Marketing-Gag."

Der Kulturamtsleiter meint damit den Wirbel, den die Bürgermeisterin von Haans französischer Partnerstadt Eu, Marie-Françoise Gaouyer, ausgelöst hatte. Die "Neue" an der Stadtspitze wollte dem 8000-Seelen-Örtchen in der Normandie einen neuen Namen verpassen. Weil Eu genauso geschrieben wird wie die EU.

Und weil über die Internet-Suchmaschine "Google" zwar alles mögliche über die Europäische Union ausgespuckt wird, das schmucke Eu aber unter ferner liefen landet. Das sei tödlich für Eu als potenzielles Reiseziel, so Gaouyer. "Natürlich war an dem Vorhaben etwas dran", so Fritz Köhler, nachdem er am Kirmes-Wochenende ausgiebig mit Madame Gaouyer hat plaudern können.

"Aber so ganz ernst war das Ganze dann doch nicht. Denn Eu bleibt Eu. Über unsere Glückwünsche hat sich die französische Delegation trotzdem gefreut."

Mit neun Vertretern war die Stadtspitze von Eu für einige Tage in der Gartenstadt zu Gast - gerade rechtzeitig zur Haaner Kirmes, die Madame Gauoyer mit ihrem Haaner Amtskollegen Knut vom Bovert dann auch eröffnete.

Das malerische Örtchen Eu, eine alte Marktstadt, mit seinen 8000Einwohnern liegt in der Normandie im Norden Frankreichs - rund 500 Kilometer von Haan entfernt. Eu hat ein altes Schloss, das Chateau D’Eu, und wunderschöne Gärten. Bis zum Atlantik sind es nur wenige Autominuten.

Weitere Haaner Partnerstädte sind das englische Berwick-upon-Tweed in Northumberland dicht an der Grenze zu Schottland, die Goethestadt Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und das polnische Dobrodzien in Oberschlesien.

Im Mittelpunkt des deutsch-französischen Austauschs stand aber weniger der Sturz ins Getümmel, als vielmehr ein Arbeitsgespräch über die Aktivitäten im nächsten Jahr. "Im vergangenen Jahr hatte es in Eu nach 40 Jahren einen politischen Wechsel gegeben.

Daher waren naturgemäß einige Punkte zu besprechen", sagt Köhler. Haans Kulturchef ist einer der Väter der seit 1967 bestehenden Verbindung und war "schon mindestens 200 Mal" in Eu. "Früher fuhren wir nach Frankreich, heute sind es unsere Kinder und Enkel."

Völkerverständigung in den Gastfamilien

Dieser rege Kontakt setzt sich auch 2010 und 2011 fort. Im Mittelpunkt steht der Jugendaustausch. "Darauf legen wir viel Wert", so Köhler. "Zumal die 14- bis 16-Jährigen sowohl bei uns als auch in Frankreich privat untergebracht sind. Auf diese Weise lässt sich das jeweils andere Land am besten kennen lernen. Das ist Völkerverständigung." So kommen vom 17. bis 31. Juli französische Jugendliche nach Haan, im August 2011 ist es umgekehrt.

Erfreut waren die Vertreter beider Städte über den Kontakt des Haaner Gymnasiums. Schon in der nächsten Woche fahren 15Schüler aus der 9. Klasse in die Normandie, im Gegenzug werden im November 15 Schüler aus Eu im Rheinland erwartet. Auch der Austausch der 6. und 7. Klasse für jeweils drei Tage in Eu und Haan wird positiv gesehen. Köhler: "Dieser Trip ist meist ein erster Kontakt mit dem Partnerland, um Interesse für Sprache und Kultur zu wecken."

Vom 6. bis 11. April wird es musikalisch, wenn die Musikschule Haan mit ihrem Pendant in Eu eine deutsch-französische Musikwoche in der Partnerstadt veranstaltet. "Die Kontakte der Musikschulen sind ein ebenso wichtiges Standbein in Sachen Jugendaustausch", so Köhler, der zudem die Schützen, die Evangelische Kantorei und den Haaner Tennisclub nennt.

"Das Wichtigste ist, dass die meisten Kontakte und Besuche inzwischen auf Privat- oder Vereinsebene ablaufen. Wir als Stadt stielen manches nur ein oder sind Ansprechpartner, wenn Hilfe benötigt wird."

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