Katholische Gemeinde: Leihgabe stammt aus der Schwesterkirche in Essen-Holsterhausen.

Der Zweitaltar aus Essen: Diakon Michael Kröger vor dem neuen Stück, das die Pfarrkirche schmückt.
Der Zweitaltar aus Essen: Diakon Michael Kröger vor dem neuen Stück, das die Pfarrkirche schmückt.

Der Zweitaltar aus Essen: Diakon Michael Kröger vor dem neuen Stück, das die Pfarrkirche schmückt.

Stefan Fries

Der Zweitaltar aus Essen: Diakon Michael Kröger vor dem neuen Stück, das die Pfarrkirche schmückt.

Haan. Er wirkt schlicht, der Marmoraltar im rechten Seitenschiff der Pfarrkirche St. Chrysanthus und Daria. Eine weiße Kerze steht auf dem Altartuch, das noch zu groß für die Marmorplatte ist. Bis vor einigen Wochen stand der Altar noch in der St. Stephanuskirche in Essen-Holsterhausen.

Dort wurden zehn Gemeinden zur Großpfarrei St. Antonius zusammengefügt. St. Stephanus wird profaniert, das heißt, es ist keine Kirche mehr. In den Räumen soll ein italienisches Restaurant entstehen.

St. Stephanus und die Haaner Gemeinde haben Gemeinsamkeiten. Stephanus ist die Schwesterkirche von St. Chrysanthus und Daria. Der Künstler Emil Jung hat den Essener Altar aus dem gleichen Material gestaltet wie das Taufbecken in Haan. Auch die Kirchenbänke sind identisch. St.Chrysanthus und Daria ist ebenso ellipsenförmig wie die Essener Schwesterkirche. Stephanus wurde 1933 gebaut, St. Chrysanthus und Daria 1956 geweiht.

Der Altar war nicht zu verkaufen - er ist eine kostenlose Leihgabe

Über Umwege erfuhr die Haaner Gemeinde von der Schließung von St. Stephanus, nahm im Herbst 2009 Verbindungen auf. "Wir haben gefragt, ob wir den Altar kaufen können", sagt Kaplan Tobias Zöller. Die Antwort war negativ, aber trotzdem erfreulich. "Altäre verkaufen wir nicht", so die Antwort aus Essen. "Wir stellen sie als Leihgabe zur Verfügung".

Mit Hilfe eines Haaner Sponsors wurde der "kleine" Altar, der trotzdem eine Tonne wiegt, von Essen nach Haan gebracht. "Wir haben am Altar schon eine Messe gefeiert", sagt Diakon Michael Kröger.

Der Altar birgt auch eine Überraschung. Auf der Altarplatte sind Reliquien eingelassen. Welche, das könnte nur in den Essener Kirchenbücher stehen. "Wir würden das gerne erfahren", sagen Kaplan Zöller und Diakon Kröger.

Überwiegend gut ist die Resonanz der Gemeinde auf den Altar. "Meine Eltern waren in der Stephanuskirche. Jetzt ist der Altar in Haan. Er ist mir praktisch nachgereist", stand in einer E-Mail an die Gemeinde.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer