Der Wahl-Haaner Dieter Stump fährt seit über 20 Jahren Ballon und hat auch schon ein Buch über sein Hobby veröffentlicht.

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Dieter Stump hebt mit seinem Ballon pro Jahr 30 bis 70 mal ab.

Dieter Stump hebt mit seinem Ballon pro Jahr 30 bis 70 mal ab.

Stefan Fries

Dieter Stump hebt mit seinem Ballon pro Jahr 30 bis 70 mal ab.

Haan. Streng genommen ist es ein Versehen, dass Dieter Stump nun ein so passionierter Ballonfahrer ist. "Ich mag Inszenierungen und Events", sagt der Wahl-Haaner. Als sein Cousin Hans vor inzwischen mehr als 20 Jahren seinen 40. Geburtstag feierte, wollte Dieter Stump weder irgend etwas schenken noch dieses Irgendetwas dann sang- und klanglos abgeben. Anstelle dessen bastelte der studierte BWLer eine kleine Präsentation, "es muss ja ein bisschen spannend sein", und beschenkte den Vetter mit einer Ballonfahrt.

"Fasziniert haben mich diese Kugeln schon immer."

Ballonfahrer Dieter Stump

Dass der 1956 in Bocholt am Niederrhein Geborene mit von der Partie sein würde, war nicht geplant. Kurz bevor der Ballon am Pfingstsonntag 1988 abhob, bekam Stump dann den Anruf vom Piloten, ob er nicht mitfahren wollte. "Von Oer-Erkenschwick bis Moers ging die Fahrt bei Nordostwind", erinnert sich der Wahl-Haaner genau. Vielleicht auch, weil dieser erste konkrete Ballon-Kontakt ("fasziniert haben mich diese Kugeln schon immer") die Initialzündung zu seinem Hobby war.

Bereits zwei Jahre später, 1990, machte der PR-Mann seinen Pilotenschein, kaufte 1996 seinen ersten eigenen Ballon. In seinem Beruf als "alter Marketingmann", wie der Vertriebs- und Marketingmanager sich selbst beschreibt, hat er locker eine 50- bis 60-Stunden-Wochen. Das ruhige Gleiten in luftigen Höhen bietet den "krassen Gegensatz" zu diesem Stress.

Jedoch knistert die Luft quasi vor Aufregung, denn auf der höheren Ebene, dem Himmel so nah, mit freiem Blick auf wechselnde Landschaften und Platz für die Sinne, "ist der Wind das Maß aller Dinge". "Seine Richtung, Geschwindigkeit und gerne wechselnden Eigenschaften bestimmen, was der Ballonpilot zu tun hat."

Es ist eben ein gravierender Unterschied, ob man als Passagier vollkommen unbeschwert die lediglich gelegentlich vom gasspeienden, lärmenden Brenner unterbrochene Stille hemmungslos genießt oder wie Dieter Stump "Verantwortung hat. Ich bin sehr defensiv und besonnen was das Fahrverhalten angeht". Schlechte Sichtverhältnisse sind für ihn nicht vertretbar, wenn es grenzwertig ist, fährt der bei seiner Jungfernfahrt zum "Luftprinz Dieter, mutiger Ritter von Oer bis Repelen" Geadelte gar nicht.

Rolf Deilbach und Dieter Stump, Ballonfahrer-Romantik, Auf den Spuren des Windes, ISBN978-3-89836-872-8, Komet Verlag, Köln.

Wer mit ihm in die Luft geht, ist in einem Korb unterwegs, in dem vier Menschen Platz haben. "Jeder ist involviert und muss mit anpacken", mit etwas Tamtam inszenierte Höhepunkte inklusive. Je nachdem, was er als freier Geschäftsmann zu tun hat und natürlich wie das Wetter mitspielt, absolviert Dieter Stump 30 bis 70 Ballonfahrten pro Jahr.

Eine Landung an ungewöhnlichen Orten bleibt manchmal nicht aus

Selbstverständlich hat er schon dramatische Landungen erlebt, in Remscheid kam der Ballon in der dritten Etage eines Parkdecks zum Stehen, in Bochum fand er sich in einem Freibad wieder und in Köln waren es 30 Rinderbullen, deren kontemplativen Frieden er störte.

Und auch in der Luft hat der im Sternzeichen des Zwillings geborene Dieter Stump ("Ich mache gerne zwei Sachen gleichzeitig. Nur beim Ballon fahren bin ich absolut konzentriert.") Einiges erlebt. Beispielsweise einen Mann, der mit akribischer Genauigkeit eine Fahrt mit seiner Freundin geplant hatte. "Allerdings beantwortete sie seinen Heiratsantrag nicht mit ‚ja’." In Sachen knallender Korken musste also spontan umdisponiert werden.

"Mir ist noch nie etwas passiert", resümiert Dieter Stump seine vielen Ballon-Abenteuer, über die er im Sommer 2009 mit "Ballonfahrer-Romantik" einen ersten Bildband vorgelegt hat.

Und Cousin Hans? Den hat die Leidenschaft in Sachen Ballon nicht so gepackt wie Dieter Stump ("Ich bin zwar oft in der Luft, aber ein bodenständiger Typ"). Aber im Winter sind die beiden dann mal wieder gemeinsam auf Fahrt gegangen.

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