Die Musiklehrerin Stella Jäkle vererbte ihre Leidenschaft an die drei Kinder. Zwei von ihnen gehen sogar auf Konzertreisen.

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Beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erreichten die Geschwister sogar die Bundesebene.

Beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erreichten die Geschwister sogar die Bundesebene.

Beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erreichten die Geschwister sogar die Bundesebene.

Haan. "Wir sind eine Streicher-Dynastie", sagt Stella Jäckle (50). Das "Musiker-Gen" zieht sich seit Generationen durch die Haaner Familie. Die drei Sprösslinge der Musikerin haben es abbekommen. Kein Tag vergeht, an dem Jonathan (18), Katharina (16) und Clara (11) nicht an ihren Instrumenten üben.

Mit Erfolg: Beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erreichten die Geschwister sogar die Bundesebene. Jonathan und Katharina sind zudem Mitglieder im Landes-Jugendorchester und im Jugend-Sinfonieorchester in Düsseldorf. Und die Teenager haben Pläne.

Großer Auftritt in der Nationaloper in Lissabon

Erst seit kurzem sind Katharina und Jonathan aus Portugal zurück, wo sie mit dem Landes-Jugendorchester auf Tournee waren. Konzerte im Nationalpalast von Quelez und in der Nationaloper in Lissabon waren für die Gymnasiasten des Mettmanner Konrad-Heresbach-Gymnasiums eine tolle Erfahrung - die aber auch ihren Preis haben.

Bis zu zehn Stunden am Tag wurde im Vorfeld geprobt. Ans Aufhören denkt trotzdem niemand. "Ich träume von einem Platz in einem großen Orchester", erzählt Katharina. Die 16-Jährige hat früh die Geige als ihr Instrument erkannt, übt jeden Tag zwei Stunden. Seit einiger Zeit ist auch das Klavier dabei. "Wer Musik studieren will, muss Klavier spielen können", sagt sie.

Momentan übt Katharina für ein Vorspiel an der Musikhochschule in Düsseldorf. "Ich möchte Jungstudentin werden. Das gehört zum guten Ton." Ihr Bruder Jonathan legt am Cello weniger Ehrgeiz an den Tag und sieht seine Zukunft nüchterner.

Das musikalische Jahr beginnt für die Jäckles schon Ende Januar mit "Jugend musiziert". Katharina und Clara bewerben sich jeweils als Duo (Klavier und Geige).

Die Ferien 2009 sind für das Landes-Jugendorchester reserviert.

"Ich will später nichts mit Musik machen. Oft endet man als kleiner Cellist, obwohl man eigentlich richtig gut war", sagt der 18-Jährige. Auch seine Mutter schätzt die Chancen realistisch ein: "Die Konkurrenz ist riesig. Besonders die Japaner sind stark", sagt die Geigerin.

Den Stress, den ein intensives Hobby mit sich bringt, ist der Familie nicht anzumerken. Alle sind gut drauf, obwohl kaum Zeit für anderes bleibt. Jonathan spielt regelmäßig Handball, Katharina tanzt und geht gerne shoppen. "Viel Zeit bleibt dafür aber nicht." Neben der Musik gibt es ja noch die Schule - die beide ganz gut meistern.

Gehört wird aber auch das, was zurzeit "in" ist

Ihr Freundeskreis wird durch die Musik bestimmt. "Dadurch, dass wir oft mit anderen Musikern zusammen sind, haben wir viele Freunde im Orchester", sagt Jonathan. Jetzt will er eine Truppe aus vier Celli zusammenstellen - wie seine finnische Lieblingsband "Apocalyptica", die Metal-Songs auf dem Cello spielt.

Der Musikgeschmack der anderen Familienmitglieder ändert sich phasenweise. "Vor kurzen lief den ganzen Tag Beethoven, jetzt ist es Mahler", erzählt Mutter Stella. Gehört wird aber natürlich auch, was "in" ist. Vor allem im Auto: "Da kann ich keine klassische Musik hören, dann fahre ich zu schnell", sagt die 50-Jährige. Momentan bestimmt Nesthäkchen Clara, was es unterwegs zu hören gibt - hoch im Kurs stehen die "Wise Guys".

Die Elfjährige hat sich mittlerweile in die Riege ihrer Geschwister eingereiht und spielt Geige. Nur Katharina wollte eine zeitlang lieber Querflöte spielen - zum Leidwesen ihrer Mutter. "Zum Glück hatte sich das schnell erledigt. Sonst hätte ich sehr gelitten", sagt die Musiklehrerin. Früher hat sie ihre Kinder unterrichtet, jetzt ist es nur noch der Nachwuchs anderer Eltern. "Die sind nicht so widerspenstig."

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