Die Eröffnung nach der Sanierung verschiebt sich von April in die Sommermonate. Wachsen wird das Gebäude zum einen in Richtung Neuer Markt, zum anderen in Richtung Schillerpark.

wza_1500x1219_615455.jpeg
Die Räume der Bibliothek wurden völlig entkernt. Im Zuge der Sanierung wird das Raumangebot um 50 auf 450 Quadratmeter vergrößert.

Die Räume der Bibliothek wurden völlig entkernt. Im Zuge der Sanierung wird das Raumangebot um 50 auf 450 Quadratmeter vergrößert.

Stefan Fries

Die Räume der Bibliothek wurden völlig entkernt. Im Zuge der Sanierung wird das Raumangebot um 50 auf 450 Quadratmeter vergrößert.

Haan. Von außen ist noch nicht zu erkennen, was Christian Rehkopp für die kommenden Monate ankündigt: "Das Gebäude wächst in alle Richtungen", sagt der beim städtischen Gebäudemanagement für die Sanierung der Stadtbücherei zuständige Projektleiter.

Ende November, zwei Monate später als geplant, wurde mit den Arbeiten für die neue Stadtbibliothek begonnen. "Vor Weihnachten haben wir das Erd- und Untergeschoss entkernt und die Schimmelpilzsanierung abgeschlossen", sagt Rehkopp. "Alles, was nicht tragend war, wurde abgerissen."

"Wir versuchen, die Verzögerung zu kompensieren."

Christian Rehkopp, Projektleiter

Und in der Tat erinnert auf der Baustelle nichts mehr an die einstige Nutzung durch Leser. Tapeten, Farbe und Putz wurden von den Wänden ab-, Teppiche und auch die Wendeltreppe ins Untergeschoss heraus gerissen. Mit Brettern wurde das Loch abdeckt.

Jetzt gelangen die Arbeiter über eine Leiter in die unteren Räume. "Die Männer können aber auch außen herum gehen", sagt Rehkopp und erläutert, dass anstelle des Lochs künftig ein behindertengerechter Aufzug beide Geschosse miteinander verbinden wird.

Alle Fenster, die noch aus der Zeit des Hausbaus 1967 stammen, werden erneuert und durch eine Isolierverglasung ersetzt. Im Erdgeschoss werden die Öffnungen verkleinert, im Untergeschoss vergrößert. "Bodentiefe Fenster sorgen dort dann für eine attraktive Sicht in den Park, während die kleinen Fenster mehr Stellfläche für Regale ermöglichen", sagt Rehkopp.

Neben der Beseitigung des Schimmelpilzes in den Räumen am Neuen Markt 17 steht vor allem die Vergrößerung des Raumangebots im Mittelpunkt der Sanierung. Waren es bislang rund 400 Quadratmeter, sollen es im Sommer 2010 rund 450 Quadratmeter sein, die zum Lesen, Stöbern und Ausleihen einladen sollen.

Vor der Schließung stellte die Stadtbücherei 43.600 Medien in Haan und Gruiten zur Verfügung. Zurzeit sortiert das Büchereiteam fleißig aus, um den Bestand auf 33.000 Medien zu verringern. "Wir reduzieren die Printmedien um mindestens 20 Prozent und erhöhen den Bestand an audiovisuelle Medien von derzeit zehn auf 20 Prozent", kündigt Büchereileiterin Gabriele Schnabel an.

Möbel und die neue Büchereitechnik ("Radio Frequency Identification", kurz: RFID), die die Daten des Mediums mit Hilfe elektromagnetischer Wellen identifiziert, kosten rund 260.000 Euro. 113.500 Euro davon kommen als Zuschüsse vom Land NRW. Die Baukosten liegen bei 930.000 Euro, die Eigentümergemeinschaft der Immobilie beteiligt sich finanziell am Austausch der Fenster und der Sanierung der Fassade.

Wachsen wird das Gebäude zum einen in Richtung Neuer Markt, zum anderen in Richtung Schillerpark. Die Bücherei erhält einen elf Meter langen und drei Meter breiten Anbau mit einer umlaufenden Glasfassade und wird auch im Untergeschoss um diese Maße vergrößert. "Wir verschieben den Eingangsbereich", sagt Rehkopp.

"Der Bereich zum Neuen Markt hin, der früher den Eingang bildete, wird eine Cafeteria mit drei Tischen und unseren Zeitschriften", erläutert Büchereileiterin Gabriele Schnabel.

Im Untergeschoss wird unter anderem Platz für die neue Treppe und die Toiletten (auch behindertengerecht) geschaffen. Die Fassade zum Schillerpark rückt mit einer dicken Dämmung und Faserzementtafeln um 20 Zentimeter nach außen.

Dass mit dem Anbau und den dafür notwendigen Ausschachtungen noch nicht begonnen wurde, liegt an der Witterung. "Solange Frost herrscht, können wir die Außenarbeiten nicht in Angriff nehmen", sagt Ute Eden, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements.

Und Christian Rehkopp ergänzt: "Aber wir versuchen, die Verzögerung zu kompensieren und machen innen umso mehr." Anfang Februar stehe die Haustechnik (Elektrik, Sanitär) im Mittelpunkt der Arbeiten.

Den ursprünglich geplanten Fertigstellungstermin im April wird die Stadt nicht halten können und hofft, im Sommer dieses Jahres, die neue Bücherei einweihen zu können.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer