Unwetter: Ausgerechnet das Haus des stellvertretenden Leiters der Haaner Feuerwehr wurde getroffen. Der Dachboden brannte komplett aus.

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Noch immer fassungslos steht Mirko Braunheim, stellvertretender Leiter der Haaner Feuerwache, vor den Trümmern seines Dachgeschosses. Ein Blitz hatte in den Giebel eingeschlagen und das Dach in Brand gesetzt.

Noch immer fassungslos steht Mirko Braunheim, stellvertretender Leiter der Haaner Feuerwache, vor den Trümmern seines Dachgeschosses. Ein Blitz hatte in den Giebel eingeschlagen und das Dach in Brand gesetzt.

Stefan Fries

Noch immer fassungslos steht Mirko Braunheim, stellvertretender Leiter der Haaner Feuerwache, vor den Trümmern seines Dachgeschosses. Ein Blitz hatte in den Giebel eingeschlagen und das Dach in Brand gesetzt.

Haan. Der begehbare Kleiderschrank, der im Giebel des ausgebauten Dachstuhls eingebaut war, der Schreibtisch mit allen Unterlagen, die Lexika aus dem Jahr 1890, der Schrank voller Fotos - alles ist verbrannt, vernichtet, für immer verloren.

Die Wände wackelten, die Fenster klirrten

"Ich habe immer gedacht, dass mir so etwas nicht passieren kann", sagt Mirko Braunheim, stellvertretender Leiter der Haaner Feuerwehr. Jetzt steht er vor einem Trümmerhaufen. Ein Blitz hat sein Haus an der Ohligser Straße am frühen Freitagmorgen getroffen.

"Das war ein so lauter Knall, wir standen senkrecht im Bett", sagt Mirko Braunheim. "Die Wände wackelten, die Fenster klirrten." Er habe sofort gewusst, dass irgendwo in der Nachbarschaft der Blitz eingeschlagen haben muss. Dass sein eigenes Haus getroffen sein könnte, hat er erst geahnt, als er einen Blick in den Sicherungskasten warf. "Da qualmte es mir schon entgegen", sagt der 37-Jährige.

Während er in den Keller wollte, blickte seine Frau hinauf in Richtung Dachboden. "Da fackelt es", rief sie ihrem Mann zu. Der brachte sie, seinen achtjährigen Sohn und seine fünfjährige Tochter nach draußen in Sicherheit und versuchte, wenigstens ein paar seiner Unterlagen, vor allem die Versicherungspolicen, zu retten. "Mein Schreibtisch steht unter dem Dach. Ich konnte gerade noch zwei Ablagekörbe retten, während ich die Feuerwehr gerufen habe. Mir war klar, dass ich hier nichts ausrichten konnte", sagt er. Sein Arbeitsvertrag, seine Rentenunterlagen und vieles mehr hat das Feuer vernichtet.

"Dann habe ich im Regen gestanden und musste zusehen, wie der Brand immer größer wurde", sagt er. "Der heftige Wind fachte das Feuer noch an." Schnell seien sie da gewesen, seine Kollegen von der Feuerwehr. Mehr als vier Stunden dauerte ihr Einsatz. Inzwischen haben Dachdecker den Giebel abgedichtet, damit der angekündigte Regen nicht noch mehr Schaden anrichtet. Auch eines der Dachfenster, das durch die Hitze geborsten ist, wurde notdürftig abgedeckt.

Blitz riss die Verteilerdosen aus der Wand

Um 4.47 Uhr hat Mirko Braunheim seine Kollegen der Haaner Feuerwache alarmiert. Sie rückten mit sechs Fahrzeugen und 25 Kräften aus. Auch der Rettungsdienst mit Rettungswagen und Notarzt war vor Ort. Die Kreispolizei bewertet diesen Brand als das größte gemeldete Schadensereignis, das die Gewitterfront, die am Freitag zwischen 4 und 5 Uhr über den Kreis Mettmann hinwegzog, verursacht hat. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 20000 Euro. Beendet war der Einsatz gegen 9 Uhr.

Bewohnbar ist das Haus nicht mehr. Im Wohnzimmer hat das Löschwasser erheblichen Schaden angerichtet. Das Parkett ist angehoben, der große Holzschrank quillt auf, das Sofa ist feucht. So richtig unter die Lupe nehmen kann Mirko Braunheim das Zimmer noch nicht. Die elektrischen Rollläden lassen sich nicht öffnen. Seit dem Blitzeinschlag funktioniert der Strom nicht mehr. Sämtliche Verteilerdosen, die unter der Tapete waren, hat der Blitz aus der Wand gedrückt.

Auch im Garten sind die Folgen des Blitzschlags zu sehen. Weit verstreut liegen Dachschindeln, die der Blitz durch die Luft katapultiert hat. Das Auto der Familie und auch der Stall der zwei Kaninchen wurden glücklicherweise nicht getroffen.

Mit einem Blitzableiter war die Doppelhaushälfte nicht ausgestattet. "Die sind sowieso sehr umstritten", sagt der Stadtbrandinspektor. Aber Rauchmelder hat er vorschriftsmäßig installiert. "Hätten wir den Einschlag nicht gehört und die Rauchmelder nicht gehabt, hätte irgendwann jemand bei uns geklopft und gesagt, dass der komplette Dachstuhl in Flammen steht. Ich kann Rauchmelder nur jedem empfehlen."

Schlafen kann Familie Braunheim zurzeit in dem Anbau ihres Hauses, der von dem Feuer nicht betroffen ist. Und kochen und duschen können sie nebenan bei den Schwiegereltern. Wann ihr Haus renoviert wird, weiß sie hingegen nicht. Mirko Braunheim: "Wir müssen jetzt auf die Sachverständigen der Versicherung warten."

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