Spenden: Noch ist nicht klar, ob das Geld bei den Bedürftigen ankommt.

Haan. Die Frauen und Männer, die sich im Arbeitskreis für Seniorenbelange engagieren, sind vorgewarnt. Wenn es an ihren Haustüren klingelt und fremde Menschen um Spenden bitten, rücken sie keinen Cent raus. Denn sie wissen nicht, ob das Geld tatsächlich da ankommt, wo es angeblich hingehen soll.

Vor mehr als einem Jahr war es die Seniorenhilfe Rhein-Ruhr mit Sitz in Wuppertal, die in Haan um Spenden warb. Schon damals waren die Haaner Senioren misstrauisch, vermuteten eine Drückerkolonne hinter der Organisation, die es allein auf das Geld abgesehen hatte.

Jetzt sind wieder Sammler in der Stadt. "Aber jetzt kommen sie von der Seniorenhilfe RheinRuhr, die angeblich nichts mit der Wuppertaler Organisation zu tun hat", sagte Renate Kempf gestern bei einem Treffen des Arbeitskreises für Seniorenbelange. Auch sie hat einer Sammlerin die Tür geöffnet. Gespendet hat Renate Kempf nichts. Stattdessen hat sie die Frau über den Verein mit Sitz in Düsseldorf befragt, der angibt, mittellose und schwache Menschen mit kostenlosen Hilfeleistungen (zum Beispiel Pflegeberatung, Begleitung bei Arztbesuchen, Körperpflege oder Einkaufshilfe) zu unterstützen.

Am Ende notierte die Sammlerin die Telefonnummer der Haanerin, die am Abend tatsächlich den Anruf eines Vertreters der Seniorenhilfe erhielt. "Herr Friedrich versicherte mir, dass er jederzeit bereit wäre, zu uns zu kommen und alles offenzulegen", sagte Renate Kempf. Die Seniorenhilfe stünde in Kontakt mit Pastoren, um bedürftige Menschen unterstützen zu können und würde haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter mit dem Spendensammeln beauftragen.

Überzeugt hat er Renate Kempf und ihre Mitstreiter nicht. "Der Verein bleibt uns den Beweis schuldig, dass er für Haaner Senioren tätig ist", sagt Margit Thomas. Einig sind sich die Haaner Frauen und Männer darin, dass sie dem Verein das Handwerk nicht werden legen können. "Aber wir wollen gegen diese Art der Sammlungen vorgehen", sagte Renate Kempf, schließlich würde da den Haaner Vereinen viel Geld entgehen. Sie und ihre Mitstreiter warnen davor, an der Haustür zu spenden.

Die Frauen und Männer des Arbeitskreises für Seniorenbelange empfehlen, bei Sammlungen an der Haustür grundsätzlich misstrauisch zu sein und sich, statt zu spenden, erst mit Renate Kempf, Telefon 2177, Gisela Butz, Telefon 6232, oder Ingrid Obermann, Telefon 52048, in Verbindung zu setzen.

Auch die WZ hat gestern versucht, mit der Seniorenhilfe Nordrhein Kontakt aufzunehmen. Der zuständige Ansprechpartner, Walter Friedrich, war nicht zu erreichen. Und die Internetseite, die der Verein auf seinen Handzetteln angibt (www.seniorenhilfe-nordrhein.de) existiert (noch) nicht.

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