Interview: Mit der WZ schaut Bürgermeister Knut vom Bovert zurück und nach vorne.

Große Sorgen bereiten Bürgermeister Knut vom Bovert in Haan die Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen.
Große Sorgen bereiten Bürgermeister Knut vom Bovert in Haan die Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen.

Große Sorgen bereiten Bürgermeister Knut vom Bovert in Haan die Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen.

Stefan Fries

Große Sorgen bereiten Bürgermeister Knut vom Bovert in Haan die Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen.

Herr vom Bovert, was war das Beste in 2009?

Knut vom Bovert: Im vergangenen Jahr ist viel passiert, unter anderem zwei Brückenverkehrsfreigaben im Dezember 2009, die Eröffnungsfeier der Firma Amada im neuen Gewerbegebiet, das Eröffnungsspiel auf dem sanierten Sportplatz an der Hochdahler Straße, der Verkauf des Lidl-Geländes an der Landstraße, die Grundsteinlegung für das Projekt "Alte Schule" in Gruiten, die Ansiedlung des Plus-Marktes in Gruiten, die Erschließung des unteren Bauabschnitts im Hasenhaus...

Das hört ja gar nicht mehr auf...

Da wären auch noch der Bauantrag für den Senioren-Park "Carpe diem", der Haaner Sommer, das Weinfest und natürlich die Haaner Kirmes zu nennen. Letztere war aus gewerblicher Sicht ein toller Erfolg. Und wir haben 350 weitere Plätze für den offenen schulischen Ganztagsbetrieb geschaffen. In der Verwaltung gelang die IT-Umstellung im laufenden Betrieb.

Aber es gab doch auch Flops?

Der 60-Jährige ist seit 2004 Bürgermeister der Stadt Haan. Bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 wurde der Parteilose mit 48,3 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Er ist Rechtsanwalt mit Zulassung am Land- und am Oberlandesgericht. Von Mai 1979 bis Oktober 2004 war er selbstständig in einer Sozietät. Er ist mit Angelika vom Bovert-Zybura verheiratet.

Ja, wir müssen das Gewerbegebiet Champagne2 umbenennen, weil wir uns nicht auf einen Rechtsstreit einlassen wollen. Aber wir sind bemüht, eine vernünftige Alternativ-Bezeichnung zu finden.

Und die Windhövel-Passage?

Das hat auch nicht so geklappt, wie wir gehofft haben. Ich befürchte, dass die EU in Kürze entgegen der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Düsseldorf zu dem Ergebnis kommen wird, dass die europaweite Ausschreibung in vergleichbaren Fällen gar nicht notwendig ist, und wir so wie ursprünglich geplant hätten agieren können. Bei diesem Thema muss man die Nerven behalten.

Was ist Ihnen persönlich vom Jahr 2009 in Erinnerung geblieben?

Außer allen anderen gemeinsamen Erfolgen natürlich meine Wiederwahl mit fast 50Prozent der abgegebenen Stimmen. Das waren deutlich mehr als beim ersten Wahlgang im Jahre 2004.

Und was steht im kommenden Jahr an?

Die nicht zu vermeidene Auseinandersetzung darüber, wie die bereits beschlossenen Vorhaben zu finanzieren sind. Darum dreht sich doch alles.

Wie zum Beispiel die Sanierung und der Teilneubau der Feuerwache?

Ja, ich hoffe, dass uns der Kreis das Projekt genehmigt. Darin steckt so viel Vorleistung, das wäre Wahnsinn, wenn wir das nicht realisieren dürfen. Das Gleiche gilt für den Neubau der Grundschule Mittelhaan. Auf deren Toiletten bin ja ich schon gegangen.

Aber die wirtschaftlichen Prognosen sehen auch für das kommende Jahr nicht rosig aus.

Das stimmt. Und ich bedauere, dass ich bisher wenig Unterstützung bei den von mir gemachten Sparvorschlägen bekommen habe. Ich wäre bei der möglichen Teilveräußerung der Stadtwerke gerne weiter. Ich hatte gehofft, das Traumergebnis bei den Gewerbesteuereinnahmen im vergangenen Jahr wiederholen zu können. Die wegbrechenden Einnahmen machen mir viel Sorgen. Aber ich bin froh über die gute ehrenamtliche Unterstützung in allen Bereichen und auch das Engagement der Amtsleiter und der gesamten Verwaltung, die so einiges über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus leisten.

Vielleicht gibt es ja zu einigen Projekten auch wieder Zuschüsse, zum Beispiel von der Sparkasse?

So hoch wie in den vergangenen Jahren werden die aber nicht ausfallen. Die Stiftung der Stadt-Sparkasse hat zum Beispiel mit 300.000 Euro die Sanierung des Sportplatzes an der Hochdahler Straße unterstützt.

Warum denn nicht?

Die so gerade sanierte WestLB wird ja unter anderem von den Sparkassen getragen, deren Eigentümer in Haan die Kommune ist. Und weil die WestLB gerettet werden soll, müssen in den nächsten 25 Jahren aus den Erträgen der Sparkassen Geld angespart werden, die zur Abdeckung der von der WestLB eingegangenen Risiken vonnöten sind. Für Haan und die Haaner Vereine fällt dann zwangsläufig weniger ab.

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