Die GAL hat die Elternbeiträge für Kindertagesstätten in Haan mit denen in anderen Städten verglichen und fordert deren Neugestaltung.

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Für die Betreuung ihres Nachwuchses in den Kindertagesstätten müssen Mütter und Väter so genannte Elternbeiträge bezahlen. Die GAL fordert jetzt die Neugestaltung der Beiträge, um Eltern finanziell zu entlasten.

Für die Betreuung ihres Nachwuchses in den Kindertagesstätten müssen Mütter und Väter so genannte Elternbeiträge bezahlen. Die GAL fordert jetzt die Neugestaltung der Beiträge, um Eltern finanziell zu entlasten.

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Für die Betreuung ihres Nachwuchses in den Kindertagesstätten müssen Mütter und Väter so genannte Elternbeiträge bezahlen. Die GAL fordert jetzt die Neugestaltung der Beiträge, um Eltern finanziell zu entlasten.

Haan. In Zeiten, in denen Städte um junge Familien buhlen, um der drohenden Überalterung entgegenzuwirken und ihre Einwohnerzahl halten zu können, entscheiden vielleicht auch Elternbeiträge darüber, ob eine Familie nach Haan oder Hilden zieht.

Die Grün-Alternative-Liste (GAL), mit drei Sitzen im Haaner Stadtrat die kleinste der fünf Fraktionen, versteht die in Haan erhobenen Elternbeiträge durchaus als Standortfaktor. Und weil die in Haan im Vergleich zu Hilden, Erkrath, Velbert und Wuppertal viel höher sind, fordert die GAL eine Neugestaltung der Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen.

"Unterste Einkommensgrenze ist mit 12 300 Euro viel zu niedrig"

Jochen Sack, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GAL, listet dazu eine Reihe von Gründen auf. Zum Beispiel die Staffelung der Jahreseinkommen, nach denen die Elternbeiträge berechnet werden. In Haan liegt die unterste Stufe bei 12 300 Euro. Wer weniger verdient, zahlt keinen Beitrag für die Betreuung seines Kinders. Laut Sack ist diese Einkommensgrenze zu niedrig angesetzt. In Hilden liege sie bei 17 500, in Erkrath bei 15 000 Euro.

Würde die unterste Einkommensgrenze angehoben, kämen mehr Familien in den Genuss einer finanziellen Entlastung. Und: Auch das Problem, dass Eltern kein Geld haben, um ihren Kindern die Über-MittagBetreuung zu bezahlen, könnte so teilweise entschärft werden.

Auch kritisiert Sack die Unterscheidung "unter drei Jahre" und "ab drei Jahre". "Insbesondere der Besuch der Kindertageseinrichtung ab zwei Jahre wird für immer mehr Familien zum Regelfall und ist ein wichtiger Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie", argumentiert Jochen Sack. So unterscheidet Wuppertal zum Beispiel zwischen Kindern unter zwei Jahren und ab zwei Jahren. Velbert verzichtet gar auf eine Trennung, dort entscheiden Jahreseinkommen und Betreuungszeit über den monatlichen Elternbeitrag.

Die GAL beantragt, die unterste Einkommensgrenze auf 17 500 Euro hochzusetzen, die Elternbeiträge für Zweijährige auf das Niveau der Drei- bis Sechsjährigen abzusenken und die Elternbeiträge für Kinder unter zwei Jahren zu reduzieren. Aktuell liegt der Berechnungsfaktor "ab 3": "unter 3" bei 1:2,06. Das führt dazu, dass Eltern, die im Jahr mehr als 75 000 Euro verdienen, zurzeit 557 Euro im Jahr bezahlen. Legt man den Faktor 1:1,5 zugrunde, sinkt in dieser Einkommenskategorie der Jahresbeitrag für 45 Stunden Betreuung in der Woche auf 405 Euro.

Über den GAL-Antrag berät der Jugendhilfeausschuss am Dienstag, 10. März (17 Uhr, Rathaus).

Und auch der Berechnungsfaktor der Beiträge für Kinder unter drei Jahren ist aus Sicht der GAL im interkommunalen Vergleich zu hoch. Er würde zu einer mehr als doppelter Beitragshöhe für Kinder unter drei Jahren führen und sei damit für viele Familien der unteren und mittleren Einkommensgruppen nicht bezahlbar.

"Für Familien oberer Einkommensgruppen (insbesondere auch für Familien, die überlegen, nach Haan zu ziehen) hat die Haaner Beitragstabelle im Vergleich mit Beitragstabellen umliegender Städte eine abschreckende Wirkung", sagt Sack. So hebe sich Haan mit seiner höchsten Beitragsstufe von monatlich 557 Euro (für 45 Stunden in der Woche) für die Einkommensgruppe über 75 000 Euro deutlich von den umliegenden Städten ab.

In Hilden liegt der Höchstbetrag bei 333 Euro, in Erkrath bei 360 Euro, in Velbert bei 330 Euro (für die Einkommensstufe "über 80 000 Euro), in Wuppertal 360 Euro (für über 71 000 Euro).

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