Die Polizei vermutet, dass ein Trittbrettfahrer am Freitag mehrere tausend Euro in der Gruitener Filiale erbeutet hat. Verletzt wurde niemand.

wza_1375x1111_511618.jpeg
Die in der Gruitener Sparkassen-Filiale installierte Videokamera hat den Überfall und den Bankräuber um 9.17 Uhr am Freitag aufgenommen. Der Mann hat zwei Kundinnen und die sechs Angestellten mit einer großen schwarzen Waffe bedroht, mehrere tausend Euro erbeutet und ist dann auf einem Fahrrad geflüchtet.

Die in der Gruitener Sparkassen-Filiale installierte Videokamera hat den Überfall und den Bankräuber um 9.17 Uhr am Freitag aufgenommen. Der Mann hat zwei Kundinnen und die sechs Angestellten mit einer großen schwarzen Waffe bedroht, mehrere tausend Euro erbeutet und ist dann auf einem Fahrrad geflüchtet.

Mit zehn Streifenwagen und einem Polizeihubschrauber suchte die Polizei am Freitag nach dem Bankräuber – bislang ohne Erfolg. Die Stadt-Sparkasse Haan hat eine Belohnung von 2500 Euro ausgesetzt.

Polizei Mettmann, Bild 1 von 2

Die in der Gruitener Sparkassen-Filiale installierte Videokamera hat den Überfall und den Bankräuber um 9.17 Uhr am Freitag aufgenommen. Der Mann hat zwei Kundinnen und die sechs Angestellten mit einer großen schwarzen Waffe bedroht, mehrere tausend Euro erbeutet und ist dann auf einem Fahrrad geflüchtet.

Gruiten. Rotes Flatterband sperrt den Zugang zur Gruitener Filiale der Stadt-Sparkasse ab. Ein Streifenwagen steht in der Bahnstraße, gleich zwei stehen vor dem Gruitener Bahnhof. Frauen und Männer bleiben stehen, wundern sich und schütteln ungläubig die Köpfe, als sie erfahren, warum die Sparkasse am Freitag geschlossen bleiben musste. Sie wurde wieder überfallen, wieder kam der Täter auf einem Fahrrad, wieder bedrohte er die Angestellten und zwei Kundinnen mit einer Schusswaffe, und wieder flüchtete er auf dem Drahtesel in Richtung Bahnhof

Es scheint sich laut Polizei nicht um den selben Täter zu handeln

Doch es war wohl nicht der selbe Täter, der auf den Tag genau vor einem Monat das Geldinstitut überfallen hatte. Der Täter damals hatte die Tat unmaskiert durchgeführt, eine auffällige Trainingsjacke getragen und war von der Videokamera gefilmt worden. Erkannt hat ihn bislang niemand. Der 60 bis 65 Jahre alte Mann wurde bis heute nicht geschnappt.

�Wir gehen jetzt von einem Trittbrettfahrer aus�, sagt Polizeisprecher Ulrich Löhe. Es sei ein 30 bis 55 Jahre alter Mann gewesen, der gegen 9.15 Uhr die Sparkassen-Filiale betreten hat. Mit einer großen schwarzen Pistole hat er Angestellte und Kundinnen der Bank bedroht und laut Polizei mehrere tausend Euro erbeutet. Verletzt wurde niemand, auch geschossen wurde nicht.

Neben dem Hubschrauber waren zehn Funkstreifen im Einsatz

Der Täter ist laut Polizei sehr schlank, trug einen schwarzen Kapuzenpullover, ein Tuch vor dem Gesicht und eine Sonnenbrille. Die sofort eingeleitete Fahndung nach dem Mann, die durch den Einsatz eines Polizeihubschraubers, zehn Funkstreifen und mehreren Polizisten auf dem Motorrad unterstützt wurde, brachte bislang keinen Erfolg.

Ebenso fassungslos angesichts der Tat wie die Gruitener ist Stadt-Sparkassen-Vorsitzender Peter Vogel. Der 39-Jährige sieht mitgenommen aus. �So ein Überfall lohnt sich doch gar nicht mehr�, sagt er und weist auf die am Eingang angebrachten Aufkleber, die auf ein Zeitschloss und kleine Geldbestände in der Bank hinweisen. Doch Vogel geht es jetzt nicht um die gestohlenen Euro, sondern um seine Mitarbeiter. Die zwei Angestellten, die vor einem Monat von dem Sparkassenräuber mit einer Waffe bedroht worden waren, seien immer noch krank geschrieben. Und der Kassiererin, die am Freitag bedroht wurde, ist dasselbe schon einmal vor 20 Jahren passiert. �Das ist ein ziemlicher Alptraum�, sagt Vogel. �Die Mitarbeiterin hat aber super reagiert, alles ist ruhig abgelaufen, obwohl der Mann ja auch Kundinnen bedroht hat.� Ob die Stadt-Sparkasse jetzt sicherheitstechnische Veränderungen in ihrer Gruitener Filiale vornehmen wird, konnte er am Freitag noch nicht sagen.

Männlich, zwischen 30 und 55 Jahre alt, vermutlich Deutscher (er sprach ohne erkennbaren Akzent), schlanke, sportliche Figur, eventuell Bartträger, eventuell sehr helle, wasserstoffblonde Haare. Er trug zur Tatzeit (9.15 Uhr) eine blaue Jeans mit heller Musterung im Gesäßbereich, eine schwarze Kapuzenjacke und weiße Turnschuhe. Maskiert war er mit der Kapuze seiner Jacke, die er über den Kopf gezogen hatte, einer braunen Baseballkappe unter der Kapuze, außerdem trug er eine dunkelbraune Sonnenbrille mit sehr dunklen Gläsern, ein dunkelbraunes oder -blaues Tuch mit weißen Kreis-Enblemen (es könnten Peacezeichen oder auch Totenköpfe sein). Bewaffnet war der Mann mit einer großen schwarzen Pistole, ähnlich einer Polizeiwaffe.

Wie schon der Täter, der am 12. Mai die Sparkassen-Filiale in Gruiten überfallen hatte, flüchte der Bankräuber auch gestern auf einem Fahrrad, laut Polizei ein Rad im Treckingstil, in Richtung Bahnhof. Zurzeit des Überfalls lehnte das Fahrrad an der Hauswand der Sparkasse.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder zur Wiederbeschaffung des geraubten Geldes führen, hat die Sparkasse eine Belohnung in Höhe von 2500 Euro ausgesetzt. Die weiteren Ermittlungen hat das Kriminalkommissariat 2 der zentralen Kriminalinspektion 1 in Mettmann übernommen. Hinweise auf den Täter werden sowohl in Haan, Telefon 9328-6380, in Hilden, 02103/898-6410, als auch in jeder anderen Polizeidienststelle entgegengenommen.

Während sich Vogel um seine Mitarbeiter kümmert, haben die Gruitener nur ein Gesprächsthema: den zweiten Überfall innerhalb eines Monats. Den tieffliegenden Hubschrauber am Vormittag haben fast alle gesehen, die auf der Bahnstraße unterwegs sind. Unter ihnen auch Martha Gebelhoff. Die 89-Jährige wollte den Sparkassen-Mitarbeiter ein Päckchen Kaffee vorbeibringen. �Ein Dankeschön, weil die immer alles für mich erledigen�, sagt sie. Weil die Filiale geschlossen bleibt, übergibt sie Peter Vogel den Kaffee. Dass die Sparkasse schon wieder überfallen wurde, will sie gar nicht glauben. �Das gibt es doch gar nicht. Das ist ja fruchtbar�, sagt sie.

Der Eisdielen-Besitzer hat den Bankräuber dieses Mal nicht gesehen

So wie sie reagieren auch andere, die ihre Einkäufe und Bankgeschäfte erledigen wollen. Eine Gruitenerin, die ihren Namen nicht nennen möchte, hat denÜberfall im Mai miterlebt. �Ich wollte nur einen Kontoauszug holen, da hat der Täter seine Waffe auf mich gerichtet�, sagt sie. �Jetzt hat man ja fast schon Angst, Geld auf der Sparkasse zu holen.�

Auch in der Eisdiele Eisshow ist der Überfall wieder Gesprächsthema. Nur dieses Mal hat ihr Besitzer den Täter nicht gesehen. �Ich bin zu spät gekommen�, sagt er. �Aber da fängt der Morgen ja gut an.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer