Vor den Osterferien wurde die Dachkonstruktion des Anbaus als akut einsturzgefährdet eingestuft.

Gruiten. Die Gebäude in der Stadt kommen in die Jahre. Beste Beispiele sind die Feuerwache, deren Sanierung jetzt ansteht, sowie die Grundschule Mittelhaan, die neu gebaut wird. Aber auch am Bürgerhaus in Gruiten und ganz aktuell an der Grundschule Gruiten nagt der Zahn der Zeit.

Der Dachboden wurde von der Schule nicht genutzt

Genauer gesagt ist es die Dachkonstruktion des zweigeschossigen Schulanbaus aus dem Jahre 1962, die vor den Osterferien von einem Statik-Ingenieur als akut einsturzgefährdet eingestuft wurde.

"Da mussten wir sofort tätig werden", sagt Technischer Beigeordneter Matthias Buckesfeld und versichert: "Es hat keine Gefahr für Leib und Seele bestanden." Der Dachboden wurde von der Schule nicht genutzt. "Wir haben eine Notabstützung vorgenommen. Jetzt ist keine Gefahr mehr gegeben."

Zu einem Dauerprovisorium kann diese Notunterstützung jedoch nicht werden, weil sie eine Schneelast im Winter nicht aufnehmen könnte. Eine Reparatur der vorhandenen Dachkonstruktion sei ebenfalls unmöglich, daher eine komplette Erneuerung der Dachkonstruktion unumgänglich.

"Wir sehen darin eine Chance und versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen", sagt Buckesfeld. "Wir wollen das Thema ganzheitlich angehen." Denn wie berichtet, wird der Offene Ganztag an der Grundschule um eine Gruppe erweitert.

Die Dachkonstruktion des Schulanbaus aus dem Jahr 1962 ist ein flach geneigtes Satteldach mit Ziegeleieindeckung. Die so genannte Sparrendachkonstruktion wurde, so die Stadtverwaltung, damals häufig anstelle von Massivholzsparren mit sogenannten "Wellsteigbindern", einer Brett-/Sperrholzkonstruktion, hergestellt. Jetzt löse sich die Verleimung der Sperrholzschichten großflächig, die gesamte Konstruktion verliere ihre tragenden Eigenschaften.

Die finanziellen Folgen kann die Stadtverwaltung noch nicht beziffern.

Die Schäden an der Dachkonstruktion sind Thema im Bau- und Vergabeausschuss am Donnerstag, 7. Mai, 17 Uhr, im Rathaus.

Weil dafür auch mehr Platz benötigt wird, wird über den Abriss des alten Pavillons und dessen Neubau, Kosten: 900.000 Euro, nachgedacht. "Wir wollen die notwendige Dacherneuerung mit der Erweiterung verknüpfen."

Der betroffene Gebäudeteil ist 47 Jahre alt und wurde laut Stadt bisher noch keiner Grundinstandsetzung unterzogen.

Bei der routinemäßigen Überprüfung der Standsicherheit der städtischen Gebäude wurde laut Stadt bereits im vergangenen Jahr eine leichte Durchbiegung der Dachkonstruktion festgestellt.

Am 2. April wurde die Dachkonstruktion erneut von Mitarbeitern des Gebäudemanagements unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: eine dramatische Verschlechterung des Zustandes der gesamten Dachkonstruktion. "Auf beiden Seiten des Daches zeigten sich besorgniserregende Durchbiegungen", heißt es in dem Bericht der Verwaltung.

Aufgrund der Einsturzgefahr hat die Stadt in den Osterferien eine vom Statiker berechnete Notunterstützung der gesamten Konstruktion veranlasst. Damit sei die akute Einsturzgefahr vorerst gebannt. Der Schulunterricht wurde nach den Osterferien ohne Gefahr für die Schüler wieder aufgenommen.

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