Die Inhaberin des Getränkehandels an der Umgehungsstraße findet die Einfahrt zu ihrem Geschäft „nicht optimal“ gelöst. Und die Stadt muss bei der Beschilderung nachbessern.

wza_1500x1145_595977.jpeg
Der Getränkehandel Kinnigkeit „verschwindet“ hinter der Lärmschutzwand entlang der K20n. Inhaberin Sabine Feldhoff hofft darauf, dort bald ihre Außenwerbung anbringen zu können.

Der Getränkehandel Kinnigkeit „verschwindet“ hinter der Lärmschutzwand entlang der K20n. Inhaberin Sabine Feldhoff hofft darauf, dort bald ihre Außenwerbung anbringen zu können.

Dieses Schild weist seit der Freigabe der K20n ins Hasenhaus und damit in eine Sackgasse. Die Stadt hat den Schriftzug überklebt, demnächst soll der Hinweis ersatzlos demontiert werden.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Der Getränkehandel Kinnigkeit „verschwindet“ hinter der Lärmschutzwand entlang der K20n. Inhaberin Sabine Feldhoff hofft darauf, dort bald ihre Außenwerbung anbringen zu können.

Gruiten. Die vor drei Wochen für den Verkehr freigegebene Umgehungsstraße für Gruiten, die K20n, erhitzt immer noch die Gemüter. Sei es die Beschilderung, der Radweg oder der Lärmschutz - die neue Straße ist Gesprächsthema.

Sabine Feldhoff kann mit der Lärmschutzwand gut leben

Auch bei Sabine Feldhoff, die an der K20n, hinter der zwei Meter hohen Lärmschutzwand, den Getränkehandel Kinnigkeit betreibt, sind die neue Verbindung und deren Auswirkungen Thema. Besorgte Kunden schrieben sogar Leserbriefe, in denen sie sowohl die Zufahrt zu ihrem Handel als auch dessen Verschwinden hinter der Mauer kritisierten.

Sabine Feldhoff hingegen kann mit der Mauer eigentlich ganz gut leben. "Dadurch habe ich einen geschlossenen Hof", sagt sie. Schließlich werde Leergut gerne gestohlen, am Handelshof seien die Diebe schon über Zäune geklettert. Bei ihr sei das schwierig. "Und ich wohne über meinem Geschäft und habe eine große Terrasse", sagt sie. "Die Wand nimmt da viel Krach weg. Außerdem ist sie schon einen Meter niedriger als ursprünglich geplant."

Das Anbringen einer Außenreklame hat Sabine Feldhoff bereits Ende Oktober beantragt. "Die Kunden haben recht, ich bin schlecht zu sehen." Dass sie jetzt seit fünf Wochen auf die Genehmigung warte, sei für sie natürlich ganz ungünstig. "Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, wird mein Antrag in Düsseldorf behandelt. Ich hätte mir gewünscht, das wäre auf dem kleinen Dienstweg zu regeln gewesen. Aber ich bin natürlich nicht die einzige, die auf eine Genehmigung wartet", sagt sie und zeigt selbst für die zeitliche Verzögerung ein gewisses Verständnis.

Lob für die Verständigung mit der Kreis- und Stadtverwaltung

"Mein Elternhaus an der Ecke wurde für die neue Straße abgerissen. Ich bin dankbar, dass wir hier am alten Ort neu bauen konnten", sagt sie, lobt ihre freundlichen Kunden aus dem Neubaugebiet Hasenhaus und die Verständigung mit der Kreis- und Stadtverwaltung. "Wir konnten immer miteinander sprechen."

An der Wegführung und der Beschilderung des Radwegs entlang der K20n hingegen wird die Stadt keine Veränderungen vornehmen. Der Kreisverband Wuppertal des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hatte sich ein Schreiben an die Stadt und die Kreisverwaltung gewandt und die "abenteuerliche Beschilderung und Führung" des Radverkehrs massiv kritisiert.

Der Kreis Mettmann hat dem ADFC bereits schriftlich geantwortet und darauf hingewiesen, dass die vom ADFC gewünschte Radwegeführung weder der aktuellen Straßenverkehrsordnung noch den derzeitigen Erkenntnissen der Unfallforschung entspreche. Wörtlich heißt es: "Weder die Stadt Haan als verkehrsanordnende Behörde noch der Kreis Mettmann als Bauherr haben die Möglichkeit, entgegen der obigen Vorgaben Beschilderungen zu genehmigen beziehungsweise zu montieren."

Nur mit der Einfahrt auf ihr Gelände, die vor allem Autofahrer vor Probleme stellt, ist Sabine Feldhoff nicht zufrieden. "Das ist nicht optimal gelöst", sagt sie. "Aber das wurde so schon im Planufeststellungsverfahren festgelegt. Das ist wie ein Gesetz. Da hätte ich für eine Änderung ans Ministerium schreiben müssen." Jetzt überlegt sie, auf ihrem Grundstück auf eigene Kosten einen Spiegel in entsprechender Höhe anbringen zu lassen. "Lastwagenfahrer haben da kein Problem, die fahren rückwärts auf das Grundstück."

Kritik gibt auch es an der irreführenden Beschilderung im Kreisverkehr Vohwinkler Straße - dort weist ein gelbes Schild mit der Aufschrift "Gruiten" ins Hasenhaus und damit in eine Sackgasse. Inzwischen hat die Stadt den Schriftzug überklebt. "Das Schild kommt ersatzlos weg", sagt Haans Tiefbauamtsleiter Guido Mering. Und an der verlängerten Brückenstraße wird ein neuer Hinweis aufgebaut, der nach Gruiten und zum P&R-Parkplatz am S-Bahnhof weist.

Autofahrer sollen immer über die Brückenstraße fahren

Das weiße Verkehrsschild, das dort zurzeit steht, wird ersetzt. "Damit aber in Zukunft möglichst alle Autofahrer, die nach Gruiten oder es umfahren wollen, die neue Umgehungsstraße nutzen, werden die sogenannten Vorwegweisschilder ("die großen gelben") um die Bezeichnung Gruiten ergänzt. "Egal, ob die Verkehrsteilnehmer aus Richtung Polnischer Mütze oder Vohwinkler Straße kommen, sie sollen über die Brückenstraße in den Ortskern geleitet werden", sagt der Tiefbauamtsleiter.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer