Nach der Sanierung wurde jetzt der Außenbereich der Waldorfschule Gruiten verschönert.

Gruiten. Über diese Resonanz war sogar Schulleiterin Katrin Driesen-Glittenberg überrascht. Mehr als 150 Eltern und Schüler legten Hand an, um das Außengelände der Freien Waldorfschule in Gruiten zu verschönern. Mutter Petra Querbach-Boehm erklärt: "Das war eine gemeinsame Aktion von allen Eltern. In unserer Schule ist das so üblich: Es gibt viele Arbeitskreise, man kennt sich und spricht sich ab."

So kam es zu der großen Sanierungs- und Verschönerungs-Aktion am vergangenen Samstag, die, so Querbach-Boehm, nicht nur Arbeit bereitet, sondern den ehrenamtlichen Helfern auch jede Menge Spaß gemacht hat. Erst gab es ein gemeinsames Frühstück, dann krempelten Jung und Alt die Ärmel hoch.

"Das hat uns sicherlich 1000 bis 2000 Euro an Kosten erspart"

Körbe und Schubkarren voller Unkraut und der Grünschnitt landeten auf dem Kompost. Auf dem Schulhof wurde die Motorsäge angeworfen, um die Robinienstämme zu hölzernen Sitzbänken zu verarbeiten. "Nach unserem Umbau sind das jetzt die Feinarbeiten", so Geschäftsführer Andreas Müller.

Zudem stand das Großreinemachen auf den Beeten an, für die einzelne Klassen die regelmäßige Pflege übernommen haben. Mit Hacke und Spaten bearbeiteten die Helfer die Beete, befreiten sie von Unkraut und pflanzten hier und dort etwas Neues.

Richtig Geld sparte die Schule, weil sachkundige Väter auch Maler- und Maurerarbeiten übernommen hatten. Die Schulleiterin schätzt: "Das hat uns sicherlich 1000 bis 2000 Euro an Kosten erspart."

Die Schule vereint Kinder unterschiedlicher Begabung und Herkunft von der ersten bis zur zwölften Klasse in einem konstanten Klassenverband. Die Klasse 13 ist die Abiturklasse. Die großen Klassen werden im Fachunterricht oftmals geteilt oder gedrittelt. Die Schule ist einzügig und hat rund 450 Schüler. Bis zur 10. Klasse werden keine Noten gegeben, stattdessen enthalten die Zeugnisse ausführliche Beschreibungen der Schüler. Es gibt kein Sitzenbleiben. Zusätzliche Fächer wie Eurythmie, Formenzeichnen, Gartenbau, Schreinern oder Feldmessen gehören zum Lehrplan, ebenso drei vierwöchige Praktika in der Oberstufe. Englisch und Französisch wird ab der ersten Klasse unterrichtet.

Rudolf Steiner gründete 1919 die erste Waldorfschule in Stuttgart. Die Idee dazu ging von Emil Molt aus, dem fortschrittlich gesinnten und sozial engagierten Besitzer der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik, der eine Schule für die Kinder seiner Arbeiter einrichten wollte.

Mit dem Aktionstag am Wochenende ging für die Waldorfschule in der Prälat-Marschall-Straße eine ereignisreiche Zeit zu Ende. Seit Jahresbeginn wurde dort der Altbau energetisch saniert, um langfristig Energiekosten zu sparen. "Wir haben für ganz Gruiten mitgeheizt", kommentiert Lehrerin Ursula Ries den Zustand vor dem Umbau. Mittlerweile ist die Fassade verkleidet und alle Fenster sind ausgetauscht. Der Schulbetrieb konnte während der Bauarbeiten ohne große Beeinträchtigungen weiterlaufen.

Der Zusammenhalt der Eltern, Schüler und Lehrer prägt die Schule

Insgesamt 240 000 Euro sind in die Sanierung der Waldorfschule geflossen, davon allein 150 000 Euro aus dem KonjunkturpaketII. Weitere 30 000 Euro finanzierte die Kultur- und Sozialstiftung der Stadt-Sparkasse Haan, den Restbetrag in Höhe von 60 000 Euro brachte die Schule aus Eigenmitteln auf.

Und auch das geht auf die Kappe der engagierten Eltern, denn die Gelder wurden im Förderverein gesammelt. "Der besondere Zusammenhalt von Eltern, Kindern und Lehrern prägt unsere Schule", wirbt Schulleiterin Katrin Driesen-Glittenberg. "Das weiß jeder, der sein Kind hier anmeldet."

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